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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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II. Kapitel: Sanitätsdienst etc. bei den Truppen.

Hand I.

Exemplare der in der Feld-Sanitätsinstruktion enthaltenenAnleitung zum Desinfektionsverfahren nebst einem Nach-trag betreffend die Süvern'sche Desinfektionsmasse') an dieTruppen vertheilt; bei jedem besonderen Anlass sonamentlich bei Beginn der Einschliessung von Metz undnach dem Fall dieser Festung 2 )- ergingen neue Mah-nungen in dieser Richtung und erfolgte die Bereitstellunggrosser Quantitäten von Desinfektions-Material. Gründliche1 (esinfizirungen wurden demgemäss überall da vorgenommen,wo Truppen längere Zeit untergebracht waren, namentlichaber sobald Krankheitsherde von Typhus, Ruhr oderPocken sich thatsächlich entwickelt hatten. Wohnungen,I Torräume, Aborte und Düngergruben, ebenso die Kleiderder Erkrankten 3 ) bildeten in solchen Fällen das haupt-

J ) Siehe Beilage 44.

2 ) Desgleichen für das Inland bei Errichtung der grossen Ge-fangenen-Depots.

3 ) Die Desinfektion der Kleider fiel vorwiegend den Lazarethenzu, woselbst wie bereits Kapitel I, Abschnitt 3 erwähnt auf die1 hirchführung von Desinfektions-Maassregeln das grösste Gewicht gelegtwurde. Viele Lazarethe besassen allerdings mehr oder wenigerprimitive eigene Desinfektions-Anstalten. Die Benutzung vorhan-dener Backöfen gestattete zur Desinfektion der Kleider vielfach dieAnwendung der trockenen Hitze. Eine besondere auf letzteres Mittelberechnete Desinfektionskammer bestand nur in Corbeil, wo eine solchegegen Ende Dezember auf Antrag und nach dem Plane des BayerischenRegimentsarztes Dr. Tutschek (dirig. Arzt des A. F. Sp. No. 1) mitGenehmigung der Königlich Bayerischen General-Etappeu-Inspektionin einem Seitengebäude des neuen städtischen Hospice Galignani vonSeiten der Stadt erbaut und am 24. Februar zur Benutzung fürsännntliche Spitäler in Corbeil etc. übergeben wurde. Die Instruktionzur Benutzung derselben siehe in Beilage 58.

In dieser Kammer wurden behufs Vernichtung von Kleider-parasiten, sowie zur Zerstörung von Kontagieu die Monturen etc.,Bettstoffe von Blattern- etc. Kranken der längern Einwirkung einersehr hohen Lufttemperatur unter gleichzeitiger Ventilirung des Des-infektionsraumes ausgesetzt.

Bei den vorgenommenen Heiz- res]». Desinfektions-Versuchenergab sich zunächst, dass es möglich war, die aus Ziegelsteinen erbaute,7 Fuss hohe, 6 Fuss breite und 10 Fuss lange Kammer, deren innereSeitenwand eine stets warme Mauer des Maschinenbaues bildete,durch Steinkohlenheizung soweit zu erwärmen, dass in ihrem Innerneine Temperatur von 115118° B. herrschte. Die Hitze höherzu treiben ging nicht leicht an, theils wegen des etwas zu kleinangelegten Feuerungsraumes, theils weil die Seitenmauern undnamentlich die auf Eisenstäben ruhenden Ziegel der Decke zu dünnwaren, so dass fortwährend grosser Wärmeverlust stattfand. Der an-fänglich dem Architekten gemachte Vorschlag, den Innenraum mitEisenblech auszukleiden, die Heizung durch geschlängelte Eisenröhren(Luftheizung) zu bewirken, den Raum einzuwölben und mit dickeren.Mauern zu versehen, gelangte nur unvollkommen oder gar nicht zurAusführung.

Bei jeder Heizung wurden Monturen, Mäntel, Wolldecken vonBlatternkranken etc. in der Kammer aufgehängt und hierbei anfangsVersuche nach v. Pettenkofers Rath gemacht, indem man in dieAermel, Taschen etc. rohe Eier, theils wie sie waren, theilsumwickelt mit Leinwand oder Flanell, brachte. Nachdem die Eier34 Stunden der höchsten erreichbaren Temperatur ausgesetzt ge-wesen, waren die ohne weitere Umhüllung oder in Leinwand (selbstin 24 Lagen) gewickelten Eier vollkommen hart; die in Wollstoffgehüllten Eier fanden sich je nach der Zahl der Umhüllungen in ver-

sächlichste Objekt der Desinfektion. Letztere kam in au..gedehnter Weise auch bei den Thierseuchen (RindeLungenseuche, Milzbrand und Rotz) zur Geltung; siestreckte sich dabei sowohl auf die Stallungen als auf das WaijPersonal und die Bekleidung des letzteren, sowie auf dgzum Transport benutzten Eisenbahnwagen und sonstigFahrzeuge.

Die zur Assanirung der Schlachtfelder getroffenJMaassnahmen haben wegen ihres Umfanges, ihres ei«artigen Charakters und weil der wichtigste Theil dersell»erst in die Zeit nach Abschluss des Waffenstillstandes fielin dem Anhange zu diesem Kapitel eine ausführliche!Darstellung erhalten.

Ausser den Infektions-Krankheiten (Typhus, En]und Pocken 1 ) forderten namentlich Syphilis und HantJParasiten zu besonderer Prophylaxis auf.

Gegen die syphilitischen Erkrankungen erwie»sich Vorbeugungs-Maassregeln besonders nothwendig, ab MVerkehr von Paris aus nach Kapitulation dieses I'laiz-und Eintritt des Waffenstillstandes freigegeben war. Aashäufigen Visitationen der Mannschaften wurde eine strengUeberwachung der Prostituirten in den einzelnen Kaitonnements, sowie Untersuchung derselben durch die OrtPolizeibehörden unter Kontrole Deutscher Militärärztegeführt; nicht ortsangehörige Prostituirte wurden au?Bezirken verwiesen. Gleiche Maassregeln waren benlvom Oktober ab im Etappenbereiche und in den GenenGouvernements zur Durchführung gelangt.

Gegen Ende Oktober gewann namentlich untereinem häufigen Quartierwechsel ausgesetzten CernirodTruppen vor Paris Krätze eine grössere VerbretaKranke dieser Art wurden trotz der SchwierigkeitIsoIrrung fast ausschliesslich im Revier behandelt. Da*bald an Peru-Balsam mangelte, griff man zu Einreibungen iSchwefel-Sali>en, Petroleum. Benzin, grüner Seife,gleichen zu Waschungen mit Kali, hier und da (beiBayerischen Truppen) auch zu Bepinselungen mit Ohlorofo«Später wurde allgemein die Behandlung mit Peru-]

schiedenen Stadien der Koagulirung des Kiweisses oder ganz uubetijflusst von der Wärme.

Unverändert blieben Eier, welche man in der Mitte einer ma-dicken Rosshaarmatratze unterbrachte, woraus sich der Schiusa abtölHess, dass Matratzen, um auf solche Weise desinfizirt zu w«laufgerissen und die Rosshaare in aufgezupftem Zustande der Lutttilausgesetzt werden müssten.

Diese Desinfektionskammer blieb bis zur Auflösung der Fispitäler in Corbeil in Benutzung.

An einigen Orten dienten die bestehenden Dampfwäals Desinfektionsanstalten, z. B. jene in Coulommiers; vielfach griff 1 "auch zu Schwefelräucherungen der Decken und Wäschstücke.

Wäsche von Typhus- und Ruhrkranken etc. wurde in solflAnstalten an bestimmten Tagen gesondert zur Reinigung abg

*) Näheres über die Präventiv-Maassregeln gegen die Verbreit«dieser Seuchen, insbesondere auch über die Revaccinationeoderen Erfolge siehe im medizinischen Theile (ß. Band) des Bcri*

durchgeführt, nachdeMittels herbeigeschaffDas öftere VerbI wechselnde Benutzungaber die VerwendurPecken begünstigte beanderer Haut- undrang derselben war usehr schwierig. Zursicherste Mittel, diebesinfizirung der Kh

Vorschvif

Anmerkung

Preussische Vorscdem durch AllerhöchsteReglement umfasste die F<Mnndportion, welche

a. in eine tägliche

b. eine tägliche Vilzerfiel.

Die tägliche Brotpoi1 Pfund Zwieback. Beinicht die volle Fleischport(lirende General die Portic

Das Brot wurde in Idas Reglement nur einendrei Tagen and höchstensDie Zeichen guter Beschafl

Die tägliche Viktuali

1) Fleisch:

3 /4 Pfund frisch

rohen Zustai

15 Loth geräuc

10 Lotli Speck.

2) Gemüse:

V/i Loth Reis7'/2 Loth ordinweizen-, Hai15 Loth Hülser15 Loth Mehl3 Pfund Karte

3) Salz: D/2 Loth.

4) Kaffee, in gebram

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