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II. Kapitel: Sanitätsdienst ete. bei den Truppen.
Band I.
Größere Bedeutung erlangte das Büchsenfleisch.Zunächst stand nur das hnportirte, nach dem AppertschenVerfahren aus Amerikanischem Material hergestellte Präparatzur Verfügung. Das Fleisch wird längere Zeit, schon inden Büchsen eingeschlossen, einer Hitze von über 100° C.ausgesetzt. Der durch die entwickelten Gase aufgeblähteDeckel wird darauf durchbohrt und die Büchse, währenddie Gase entweichen, schnell luftdicht verschlossen. Durchdie Hitze sind sämmtliche organischen Keime in dem Inhalte/.erstört. Zugleich löst sich aber auch das Bindegewebein Leim auf, wodurch die langen festgeronnenen Muskel-fasern als feine, zähe Stränge, umgeben von einer gelatin-artigen Zwischensubstanz, hervortreten. Dieses meist vonwilden Kindern, nicht von gemästeten Ochsen, herstammendeFleisch — an sich schon minderwerthig — verlor durchdie Zubereitung, wenn auch nicht an Wohlgeschmack, sodoch durch die flechsige Beschaffenheit an Annehmlichkeitbeim Kauen. Nichtsdestoweniger war das Büchsenfleischein sehr beliebtes, wenig übertroffenes Ersatzmittel, da esin der That nur reine, kaum veränderte Fleischnahrungmit einem kräftigen Bouillongeschmack darstellt. Nebenbeibot es den Vortheil, dass es auch kalt genossen werdenkonnte, wodurch es unter Umständen — auf Vorpostenund im Biwak — einen über den des frischen Fleischeshinausgehenden Werth erhielt. Vielfach wurde demgemässder Wunsch laut, die Büchsen möchten in grösserer Zahlund in Portionen für einen bis zwei Mann geliefert, oder demeisernen Bestand an Stelle des Specks eingefügt werden.
Mit Rücksicht auf die spezielle Verwendung als Bestand-theil der eisernen Portion suchte die Konservenfabrik inBerlin in der Erbswurst eine Konserve herzustellen, welchedem wirklichen Nahrungsbedürfnisse genügen, mit absoluterHaltbarkeit ein möglichst kleines Volumen und Gewichtverbinden, eine schnelle Zubereitung ermöglichen und leichttheilbar sein sollte.
Die zuerst versuchsweise, dann in grossem Maassstabein den eisernen Bestand eingeführte Erbswurst wurde inFortionen von 500 Gramm in Form mit Pergamentpapierumhüllter Cylinder (Würste) geliefert und war zusammen-gesetzt aus kleinen Fleischstückchen, kondensirtem Erbsen-mehl, Fett (Speck in Würfeln) und Gewürzen.
Durch einen Erlass vom 23. September 1870 bestimmtedas Oberkommando der IL Armee, dass die Erbswurst in500 Gramm neben einer bis zwei Portionen Kaffee alsTagesportion gelten solle, falls keine weiteren Lebensmittelzur Verausgabung kämen; würde Brot und Kaffee danebenverabreicht, so sollte die Portion 3 /4 Pfund = 375 Grammbetragen; könnte dagegen eine vollständige Portion Fleischoder Brot ldcht gewährt werden, so hätte '/3 Pfund Erbs-wurst = 167 Gramm als Ersatz für Gemüse zu gelten. Behufsder Zubereitung wurden auf '/« Pfund Erbswurst 3 /* QuartWasser kalt zugesetzt und bis zu fünf Minuten gekocht.
Die grossen Vorzüge dieser neuen Konserve machtensich bald geltend. Man lobte in den Truppenberichten ihre
schnelle und einfache Bereitungsweise, welche den Soldateiin den Stand setzt, in kurzer Zeit eine kräftige und wohlschmeckende Suppe von dem Feuer nehmen zu könnetDurch Zusatz von Fleisch oder Kartoffeln liess sich ei»angenehme Abwechslung im Geschmack erzielen. Den Süd-deutschen Truppen behagte die Erbswurst besonders weg«ihres gewürzigen Geschmacks und des Speckgehalts, wahren«der Genuss des reinen Specks, wie bereits erwähnt, nichtzusagte.
Die gleichwohl von mehreren Seiten gegen die Erb*wurst erhobenen Beschwerden, welche sich in den Bericht«der Truppenärzte ausgedrückt finden, richten sich vor-nehmlich auf die zu häufige Verabreichung, welche ent-schiedenen Widerwillen und öfters Diarrhöen erzeugt habe,Andere leiten das Misstrauen der Truppen gegen die Erbs-wurst aus dem mangelhaften Verständniss der Zubereitung!weise ab, wobei zu viel Wasser eine zu dünne Suppeergeben habe. Wieder Andere fanden, dass das Präparatbei langem Transport leicht schimmele, durch intensiyiSommerhitze ranzig werde und dann im gekochten Zustandeinen unangenehmen Geschmack und Geruch entwickle.Einige wurden von demselben auch nicht hinreichend gesättigt
Immerhin aber hat die Erbswurst, wenn sie in derdamaligen Herstellung auch nicht als eine durchaus tadellosKonserve') bezeichnet werden konnte, doch über viele Vepflegungs-Schwierigkeiten hinweggeholfen; dies beweist anzuverlässigsten der sehr erhebliche Verbrauch.
Bei den Sächsischen Truppen war seit langer Zeit einegemischte Konserve als Bestandtheil der eisernen Portineingeführt, welche sich auch in diesem Feldzuge bewährteEs war dies der Fleischgries, welcher zusammen mitZwieback einen zweitägigen eisernen Bestand für jedesMann bildete. Zur Herstellung des Fleischgrieses wird feingewiegtes Rindfleisch mit Weizengries, Gewürzen und Suppen-kräutern gemengt, und diese Mischung demnächst in einemDarrofen getrocknet. Ein Pfund der Mischung wurdevier Portionen angenommen; die Verwendung erfolgte fnach der Menge des zugesetzten Wassers als Suppe odals Brei.
Die Bayerische Armee bezog beträchtliche Mengen vonKonserven aus der Königlichen Feldschlächterei und Flei-H.Konservenfabrik am Gesundbrunnen bei Frankfurt a. )lAusser dem schon früher erwähnten Dauerfleisch und Gulasdlieferte diese Fabrik Roastbeef und Lendenbraten, inBlechbüchsen zu etwa 5'/ä bezw. 2 8 /-* Pfund Inhalt ein-gelöthet, und sogenannte Hartbouillon in Blechbüchseivon 1 bezw. 1 l /i Pfund Inhalt. Ein achtel Pfund des letz-teren Präparates, welches die nöthigen Gewürze etc. bereitenthielt, reichte vollständig aus für eine kräftige Suppevon 3 /i Quart.
') Hinsichtlich der Verbesserung der Gemüsekonserven gilt gleicb-massig das in der Anmerkung Seite 77 betreffs der FleischkonserveGesagte.
Band I.
Die in die FeldveGemüse: Beis, Grau[Erbsen, Bohnen, Linseder Magazine und inusaus der Heimath ergänlangen Transporten, be:Schutz gegen Witteruifing allmälig an in denzubauen und in den 'sähnlich verhielt es siefruchten.
Diese trockenenZeit. Auf dem Marsclnieist der Uebelstand gidieselben weich zu kocauf diese Nahrungsmitiselbst entstanden leichfauch die Abneigung gmangelhaften KochfertigUnkenntniss einer ents
Von frischen Geilieh auf den Feldern stfast überall vorhanden,begehrt; vom Novembe:zur grossen Seltenheit
Sonstiges Gemüsepur Verwendung.
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Von Genussmitteln
Soldaten das UnentbehrBeit fehlte und überhinweghalf.
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Waren in der vowetteifernden Bemühun;Verwaltungs-Behördengerichtet, durch zweckschaffen in Biwaks undPösstmöglicher Sauber]pankheitskeimen thunlfeinen durch angemesse«tandsfähig gegen die Ekarer Krankheitskeime :