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TL Kapitel: Sanitätsdienst und hygienische Maassnahmen.
Band;
i Band I.
mehreren Zimmern mit verschliessliaren Fenstern undThüren, Feuerherd, Strohlager oder Betten zur unumgäng-lichen Voraussetzung. Dazu kommen noch die zur Kranken-pflege nothwendigsten Mobilien und Utensilien. Die Be-schaffung dieser Gegenstände konnte nur auf dem Wegeder Requisition erfolgen. Am besten Hessen sich dahersolche Depots hei den Belagerungs-Korps einrichten, daliier die verlassenen Ortschaften uneingeschränkte Benutzungder Säuser und zurückgelassenen Möbel gestatteten. Häufigjedoch mussten die mit vieler Mühe eingerichteten Räumebei Dislokationen der Truppen verlassen werden und fandensich nach wenigen Tagen, wenn das Regiment seine altenQuartiere wieder liezog, verödet vor.
Der Pflege- und Wartedienst in den Kranken-Depotslag den Lazarethgehilfen der Truppe ob, von denen wenig-stens einer sein Quartier in dem Revierhause oder in derNähe haben musste, um die nöthige Ueberwachung derKranken auszuüben. Vor Strassburg versahen diesen Dienstvielfach auch Schulschwestern und Fratres, welche sichwillig und mit Eifer der Kranken annahmen.
Der Dienstbetrieb in einem gut eingerichteten Revier-Lazareth ging in nachstehender Weise vor sich. DieKompagnien lieferten die Ausstattung nach einem be-stimmten Vertheilungsplan, so dass für jeden KrankenMatratze, Decke, Kissen, Töpfe, Spei- und Trinkglas vor-handen waren. Arbeiter mussten Küche, Haus, Hof, La-trinen rein halten, Erdklosets einrichten. Die Lebensmittelwurden von dem Bataillon nach Ausweis eines am Mittagübersandten Stärke-Nachweises geliefert, von kommandirtenLeuten gekocht, nach ärztlicher Anordnung vertheilt. EinLazarethgehilfe und mehrere als Wärter kommandirte Leuteversahen den Wachtdienst. Die Standgefässe aus demMedizinkarren eines Bataillons wurden in dem Depot auf-gestellt und nur bei Alarmirung abgeholt, in welchem FallGehilfe, Wärter und Koch bei den Kranken verblieben.Die Führung der Listen und Diätzettel ging wie im Friedenvor sich. Augenkranke, leicht Fiebernde, Krätzkranke —Letztere in besonderen Zimmern — Fusskranke bildeten dasHauptkontingent. Die etwa nöthige Evakuation in einFohl-Lazaretk erfolgte Mittags mittelst eines vom Bataillongestellten Wagens.
Die allmälige Verbesserung in den Einrichtungen dieserDepots, welche nicht selten über Baderäume verfügten,bewog einzelne Truppenärzte, Ruhr- und Typhus-Krankeleichterer Art einer länger dauernden Behandlung inKranken-Depots zu unterwerfen. Da man jedoch die Beobachtungmachte, dass dieselben bei der Undurchführbarkeit wirk-licher lsolirung einen Herd für weitere Erkrankungen ab-gaben, kehrte man allgemein zu dem Prinzip zurück, alleansteckenden Kranken (auch Augenkranke mit Absonde-rung der Bindehaut) den Feld-Lazarethen zu überweisen.
Die Verpflegung in den Kranken-Depots verursachtevielfach Verlegenheiten, da sich aus den gelieferten Lebens-mitteln kaum eine für schwerer Erkrankte oder der Er-
holung Bedürftige passende Diät zusammenstellen lies]Die Bestände der freiwilligen Krankenpflege wurden vielfach zur ersehnten Ergänzung in Anspruch genommen.
Erhielten die Truppen Marschordre, so musstennoch in Behandlung befindlichen Kranken den Feld-LazJretheu zugeführt werden. Der Umstand, dass bei häufiger!Dislokationen dies oft im Augenblick kaum zu beweristelligen war, bestimmte manche Aerzte, nur solche inneiTlieh Kranke in Depots zu behandeln, deren Wiederher*!hing mit Sicherheit in zwei bis drei Tagen zu erwarten standHier und da griff man auch zu dem Mittel, die RevieJKrankenhäuser durch Verlegung derselben um etwa einMeile hinter die Front der Truppe und Abkommandineines Hilfsarztes mit dem nöthigen Pflegepersonal gaJunabhängig von den kleineren Dislokationen der Truppe!zu machen.
Zur Ueberführung der Kranken in die Lazarethe fandawo es anging, die Kranken-Transportwagen der Sanität!Detachements-Verwendung. Behufs Uebernahme nichttranJportabler Kranker wurde durch Vermittelung des GenerafKommandos ein Theil des Personals nichtetablirterLazarethe herangezogen. Direkte Evakuationen der Kranke]durch die Truppen auf weitere Entfernungen mittelsBahn erfuhren wegen daraus entstehender JhkonvenienzeI Jeanstandung.
Eine Verwendung in grösserem Maassstabe erlangt-die Kranken-Depots zuerst bei der Einschliessung von MedHier wurde durch Befehl des Ober-Kommandos der Eilschliessungs-Armee die Errichtung von grossen RevieflKranken-Depots für die biwakirenden Truppen in den nalden Biwaks gelegenen Orten angeordnet. Gerade W(|musste später vor der Bildung von Seuchenherden duAnhäufung von Typhus- oder Ruhr-Kranken in den KranialDepots ausdrücklich gewarnt werden.
Während der Belagerung von Paris wurden von alle]Truppen Kranken-Depots eingerichtet und meistensguter Ausrüstung versehen.
Stete besondere Aufmerksamkeit erheischten dietrinen in den Revierhäusern. Bei der bekannten mang-haften Einrichtung der meisten Französischen WohnuBjlhinsichtlich dieser Anlagen drohten der SalubritätGebäude Gefahren, welche sich nur durch strenge Verbalund wachsame Kontrole fernhalten Hessen. Während iwärmeren Monate wandte man allgemein Frdklosetsmit gehöriger Desinfektion; im Winter mussten festetrinen gebaut werden.
Kaiitoimements-Lazarethe.
Zur Aufnahme derjenigen Kranken, welche wegSchwere oder Art der Erkrankung nicht bei der Triifljverbleiben konnten, war bei längeren KantonnirungeB \den Fall des Mangels an erreichbaren Feld- und EtaofLazarethen oder einer Ueberfülluna; derselben die Erridj