I. Kapitel: Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung.
III. Depots und Magazine.
Jedem der zwölf sogleich mobilen Preussischen Armee-korps, desgleichen dem Xll. (Königlich Sächsischen) Armee-korps, der 25. (Grossherzoglich Hessischen), der Württem-bergischen und der Badischen Feld-Division war je einLazareth-Reservedepot etatsmässig beigegeben, welchesdie Bestimmung hatte, möglichst nahe bei der kämpfendenArmee Reserven an Arzneien, A r erbandmitteln, Transport-apparaten, Lebensmitteln und Lazarethbedürfnissen jederArt zur Ergänzung der Bestände bei den Sanitätsdetachementsund Feldlazarethen sowie zur Einrichtung und Unterhaltungvon stehenden Kriegs- und Etappenlazarethen bereit zuhalten. 1 ) Eigene Transportmittel besassendieseDepots nicht. 2 )
Der Stationsort des Depots war in der Regel derEtappen-Hauptort des Armeekorps. Bei jeder Armee ver-blieb ein Depot zur unmittelbaren Disposition der General-Etappeninepektion (von welcher auch die übrigen Depotsressortirten), um durch diese direkt an einen Punkt plötz-lichen Bedarfs beordert werden zu können.
Das Personal eines Lazareth-Reservedepots bestand aus:1 Premierlieutenant,1 Lazarethinspektor,
1 Feldapotheker,
2 chirurgischen Instrumentenmachern,
3 Unteroffizieren als Aufseher und Schreiber,2 Trainsoldaten.
Die bei der mobilen Armee befindlichen Feldlazarethehatten ihre Requisitionen von Lazarethbedürfnissen an dieEtappenintendantur zu richten, die der General-Etappen-inspektion unterstellten Lazarethe dagegen direkt an dieihnen angewiesenen Depots. Die Ergänzung der Vorräthedes Lazareth-Reservedepots erfolgte — soweit dieselbe inFeindesland nicht durch die von der General-Etappen-inspektion zu bewirkenden Ausschreibungen betrieben wer-den konnte — auf Grund der diesfälligen Requisition desEtappenintendanten durch die nächste Provinzialintendanturunter Konkurrenz des stellvertretenden Generalarztes.
') Den Etat der Depots siehe Beilage 33.
2 ) Diesem Umstände ist es zuzuschreiben, dass namentlich in derersten Periode des Krieges, während welcher die Eisenbahnen undanderweitigen Kommunikationsmittel durch Kriegstransporte jeder Artin Anspruch genommen waren, die Depots zu weit hinter den Armeenzuriickblieben, um ihrer Aufgabe voll genügen zu können. Durch dieKriegs-Sanitätsordnung von 1878 ist in Folge dieser Erfahrung jedemLazareth-Beservedepot eine Trainkolonne von 20 Wagen zugetheilt.
Zur Erleichterung dieser Ergänzung wurde im AugiJ1870 für jedesArmeekorps am Anfangspunkte seiner Etappe!linie ein Lazareth-Reservemagazin errichtet, welcWnamentlich solche Vorräthe aufzuspeichern hatte, die vo|den Lazareth-Reservedepots in grösseren Quantitäten gJbraucht wurden. 1 )
Im weiteren Verlaufe des Krieges stellte sich die Notl]wendigkeit heraus, Centralstellen für die Ergänzung dDepots und Magazine auf dem Kriegsschauplatze selbstetabliren, welche auch mit zahlreichen solchen Bedürfnisseausgestattet wurden, die im Etat der Sanitätsanstalten nivorgesehen waren, die sich aber für die Verpflegung umBehandlung der Kranken als dringlich herausgestellt hattalDie Sendungen für diese Central-Lazareth-Resemdepots wurden seitens der Militär-Medizinal-AbtheilungdtjPreussischen Kriegsministeriums mittels besonderer Extizüge oder unter Benutzung der leer nach dem Kriegjschauplatze fahrenden Sanitätszüge abgelassen. 2 )
Solche Central-Lazareth-Reservedepots wurden eirichtet: in Reims für die L, in Nancy für die IL Anund den grossen Bedarf der in Nancy selbst eingeriehteteJLazarethe, in Chalons s. M. für die IIL, in Crepy fürMaas-, in Strassburg für die Süd-Armee, während ein sechstCentraldepot in Epernay in unmittelbarem Zusanmienhaii;mit der an letzterem Orte stationirtenEvakuationskommiVsi!stand und gleichzeitig den Sanitätsanstalten der Arm«Abtheilung Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs voJMecklenburg als Rückhalt diente.
Die Bayerische Armee bedurfte der etatsmässigtlDepots nicht, da die Haupt-Feldspitäler derselben gleidzeitig die Materialreserve repräsentirten. AnalogPreussischen Central depots wurde jedoch seitensBayerischen Armeeverwaltung Ende Oktober 1870 zur regtmassigen Ergänzung der Bestände ein „Medikamente«depot" am Sitze der Bayerischen General-EtappeninspektioJCorbeil und als Theil des Feld-Monturdepots in EpernJeine Niederlage von Lazarethutensilien (einschliesslidTWäsche und Krankenkleider) errichtet.
1 ) Den Etat eines solchen siehe in Beilage 34.
2 ) Vergl. hierzu Beilage 35 und 36.
ResscAufgaben
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Ressort- undlätsdetachement.Disziplinar-Strafgewaltalle zu dem DetacheiLuzurethgehilfen und I.Aerzte sind der Disi^laasse unterstellt, wie
Der Kommandeur■er lieamten des Detacals solcher die Befugweis und Geldbussenpinfachen Stubenarrestverhängen.
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