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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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I. Kapitel: Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung.

mit den entsprechenden Verhältnissen im Frieden, eineSanitätskommission, unter dem Vorsitze des dirigirendenArztes aus den zwei ältesten ordinirenden Aerzten gebildet,welcher die Beurtheilung der Felddiensttauglichkeit bezw.der Ausspruch über die Invalidität der in dem Spitalebehandelten Kranken zustand. Auch die in der Nähe be-findlichen Truppentheile wurden bei vorkommenden Fällensolcher Art an diese Kommission verwiesen.

Das Rapportwesen war genau dasselbe wie in denGarnisonlazarethen. Die Feldspitäler hatten an die vor-gesetzten Kommandostellen einzureichen:

1) Täglich eine Standtabelle, aus welcher der Kranken-stand an dem betreffenden Tage, ausgeschieden nach Inter-nisten, Externisten,Syphilitischen undKrätzigen sowie nachTruppentheilen, fernerder Zu- und Abgang zuentnehmen war.

2) Vierteljährlich

eine Zusammenstellung-, . -, n , w i Zeichnung' 5. Feldbettlade

der m dem betreuenden ft

Quartale zur Behandlung gekommenen Krankheitsformen,

wobei über wichtigere Fälle und über den hygienischen

Zustand des Spitales speziell zu berichten war.

Ausser diesen reglementmässigen Rapporten musstewährend des Feldzuges 1870/71 zufolge Beskriptes desKöniglichen Kriegs-Ministeriums von 10 zu 10 Tagen einnamentliches Verzeichniss der behandelten Kranken undVerwundeten unmittelbar an letzteres eingeschickt werden,welches dasselbe an das Central-Nachweisbureau in Münchenabgab. Desgleichen mussten an das Oberkommando der Armeeund sonstige höhere Kommandostellen alle in der Preussi-schen Instruktion begründeten oder sonst speziell anbe-fohlenen Rapporte erstattet werden.

Die Listenführung war eine doppelte, eine ärztliche(namentliches Verzeichniss der behandelten Kranken undVerwundeten mit Angabe des Nationales und der Krankheitbezw. Verwundung) und eine rechnerische, welche dietäglich erforderliche Krankenbeköstigung sowie Kostender Krankenverpflegung ermittelte. Diese wurde zusammen-gestellt aus den von den Aerzten zu führenden Ordinations-bogen, welche für jeden Kranken anzulegen waren und inwelche täglich die verordneten Kost- und Getränkportionensowie die Medikam'ente eingetragen werden mussten. Journal-blätter zu lediglich wissenschaftlichen oder Invaliditäts-zwecken gab es nicht.

Die Verpflegung der Kranken in den Feldspielernhatte nach denselben Sätzen zu geschehen, wie in denFriedenslazarethen; es erhielt ein Kranker

bei ganzer Kost Morgens 25 Loth Suppe,

Mittags 25 Suppe,

8 , Fleisch,

26 , Gemüse

Abends 25 Loth Suppe,

6

,

Fleisch,

dazu 16

,

Brot;

bei halber Kost Morgens 25

Suppe,

Mittags 25

»

Suppe,

4

Fleisch,

26

»

Gemüse,

Abends 25

Suppe,

3

Reis oder 2 Eier

dazu 12

n

Brot;

bei viertel Kost Morgens 25

»

Suppe,

Mittags 25

»

Suppe,

der Bayerischen Feldspitäler.

dazu 3 Zwetschgen oder 1 Ei,

Abends 25 Loth Suppe,dazu 6 Brot.

Bei erholungsWdürftigen Krankei

konnte die Kost durcl|zweckmässige Speisavermehrt, ebenso anstatdes gekochten Fleischmit Gemüse, Braten odtMehlspeisen aufOrdnung des Arztes

geben werden, sowie Kaffee an Stelle der MorgensuppDie Bereitung der Kost geschah durch vertragsmässig v«Spitale auf die Dauer des Feldzuges engagirte KöchimmUm bei schneller Etablirung nicht in Verlegenheit Vzüglich der Beköstigung zu gerathen, führte jedes AufnataFeldspital einen eisernen Bestand an Lebensmitteln mit siel

Der Etat eines bespannten Aufnahmsspitalnach dem Mobilmachungsplan folgender:

1 Hauptmann als Kommandant mit 1 Dienstpferd,1 Ober- oder Unterlieutenant mit 1 Dienstpferd,1 Stabs- oder Regimentsarzt als dirigirender und ordinalder Arzt,

3 Regiments- oder Bataillonsärzte als ordinirende Aerzte.

4 Bataillons- oder Assistenzärzte als assistirende Aerzte.1 Bataillons-Quartiermeister,1 Unter-Quartiermeister,1 Verwaltungs-Aspirant,1 Ober-Apotheker,1 Unter-Apotheker,

1 Korporal I. Klasse, Schreiber,

2 Ober-Krankenwärter,20 Krankenwärter,

2 Laboranten für die Apotheke,

2 Korporale II. Klasse vom Fuhrwesen mit 2 DienstpferA13 Beamte ndiener (Burschen), davon 3 zur Reserve,80 Köpfe nebst 4 Dienstpferden,ausserdem 46 Zugpferde (davon 2 Reservepferde).An Fahrzeugen:

1 vierspänniger Rüstwagen für das Gepäck,8 Requisitenwagen,

1 Apothekenwagen,

2 zweispä nnige Kaleschen für die Aerzte und Beamten,12 Fahrzeuge.

Die Ausrüstung der Bayerischen Feldspitäler 1 )

!) Vergl. Beilage 38 und 39.

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