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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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I. Kapitel: Sanitätspersonal und Sanitätsausrüstung.

BandlB Band I.

führten beträchtlichen Quantitäten von Schinken und Rauchfleisch.Weniger geeignet erwiesen sich verschiedene Sorten von Wurst.Dagegen bewährte sich das hier und da gebrauchte Büchsenfleischals ein sehr schätzbares Verpflegungsmittel für Verwundete undRekonvaleszenten, weniger natürlich für innerlich Kranke. Vorzugs-weise kam zur Verwendung Guylacz, Rostbeef und Filet; spärlichervorhanden, aber gern genossen waren präservirte Suppen. Im An-schluss daran sind die nicht ganz selten in Anwendung gezogenenpräservirten und komprimirten Gemüse zu nennen, von welchen ersteresich gut bewährten, während letztere als wenig verwendbar bezeichnetwurden, weil sie bei zweifelhaftem diätetischen Werthe einen faden,heuartigen Geschmack hatten.

Die in grossen Mengen verbrauchte kondensirte Milch war beidem häufigen Mangel an frischer Milch ein unschätzbares Ersatzmittel.Es wurde von ihr in ausgedehntem Maasse Gebrauch gemacht; die-selbe wurde trotz ihrer grossen Süsse von den Kranken gern undlängere Zeit hindurch genommen, nur Wenige wurden derselben baldüberdrüssig.

Ebenso werthvoll waren die sehr grossen Lieferungen vonWeinen aller Art, welche die freiwillige Krankenpflege den Lazarethenzur Verfügung stellte. Zwar nmssten zuweilen grössere Quantitätenderselben als für die Kranken ungeeignet, ja völlig ungeniessbar be-zeichnet werden woran nicht die wohlmeinenden Spender, sondernunredliche Lieferanten die Schuld trugen; im Gegensatz aber zusolchen Ausnahmefällen wurde von vielen Lazarethen anerkannt, dassohne diese Gaben eine so reichliche Verabreichung von gutemschweren Wein, wie für die zahlreichen, derselben besonders bedürf-tigen Verwundeten und für die Schwerkranken gewünscht werdenmusste, zuweilen nicht möglich gewesen wäre.

Oognac war ebenfalls meistens so reichlich vorhanden, dass ingeeigneten Fällen von demselben ausgiebiger Gebrauch gemachtworden ist.

Nur in wenigen Lazarethen mit günstig gelegenem Etablirungsortkonnte gelegentlich Bier, sowohl Porter als leichtere Sorten, verab-folgt werden; kohlensaures Wasser wurde oft vermisst, zu andernZeiten war an demselben kein Mangel.

Gakes wurden als ein wohlschmeckendes, leicht verdaulichesGenussmittel, weniger als ein Surrogat des Brotes, von den Krankengern genossen.

Butter, Eier (von welchen die aus weiter Entfernung herbei-geschafften Vorräthe manchmal leider ganz oder grösstentheils faulwaren), Heringe, Zucker, Ohokolade, Früchte, selbst mancherleiDelikatessen bildeten erwünschte Ergänzung der Extraspeisung derKranken.

Die Zubereitung der Speisen in den Lazarethen fiel zuweilen,trotz des Vorhandenseins aller Ingredienzien, nicht zur Befriedigungaus, weil die als Köche einberufenen Mannschaften häufig von derKochkunst nur sehr wenig verstanden. Auch wenn sie die gewöhn-liche Kost geniessbar herzurichten wussten, fehlte ihnen die Fähigkeit,die Extraspeisen gut und schmackhaft zu liefern. 1 ) Für dieseLazarethe fanden sich glücklicherweise immer Sachverständige, welchesich der Küche annahmen. Es waren dies entweder FranzösischeKöche oder Kochfrauen, welche man engagirte, meistens aber Ordens-schwestern, Patres, Diakonissinnen oder freiwillige Krankenpflegerinnen,welche der Küche mit Sorgfalt vorstanden, deren Bemühungen undGeschick es gewöhnlich gelang, nicht nur überhaupt die Speisen zurallgemeinen Zufriedenheit herzurichten, sondern auch den einzelnenKrankheitszuständen und Geschmacksrichtungen Rechnung zu tragen.Wie für die Armeeverpflegung überhaupt, so dürfte insbesonderefür die Krankenbeköstigung im Felde durch die überraschenden Fort-schritte, welche die Technik seit dem Deutsch-Französischen Kriegein der Konservirung, Präservirung und Konzentrirung von Nahrungs-

mitteln zu verzeichnen hat, eine neue Aera angebrochen sein. |darf zuversichtlich angenommen werden, dass in einem künftig«!Kriege die regelmässige angemessene Verpflegung der Krankenunverhältnissmässig geringeren Schwierigkeiten verbunden und eigenlichem Mangel auch in den Zeiten des grössten, noch so plöteMhereinbrechenden Bedarfs vollkommener als je bisher vorzubeug«]sein wird.

Hinsichtlich der ärztlichen Rapporterstattung seitajder Feldlazarethe war Folgendes bestimmt:

Dem Corps- resp. Etappen-Generalarzt war am11. und 21. jeden Monats auf Grund der Spezial-Krankenlisten ein zehntägiger Rapport einzureichen. Dies«führte genau dieselben Krankheitrubriken, wie der für diJTruppenärzte 1 ) vorgeschriebene zehntägige Rapport; dilZahlenangaben waren jedoch bei den Feldlazarethen füifdie eigene Armee, die verbündeten Truppen und die feinilliehen Truppen zu sondern. Auf der Rückseite hatteLazarethrapport Bemerkungen über die Lazarethlokaledas Dienstpersonal zu enthalten.

Gleichzeitig mit dem am 1. jeden Monats fälligen zettägigen Rapporte war ein Medizinalbericht einzureichen!der sich über folgende Punkte eingehender ausspreche!

musste:

1) Lage und hygienische Beschaffenheit des Lazareij(im ersten Berichte nach der Etablirung);

2) ärztlicher Dienst, Warte- und Pflegepersonal, fajwillige Krankenpflege, Verpflegung der Kranken;

3) Krankheitszustand und Krankheitsformen im Allgimeinen;

4) Epidemien und Endemien;

5) kontagiöse Augenkrankheiten;

6) wichtige Krankheitsfälle und Verwundungen, Optrationen etc.Diesem Medizinalbericht war eine namentliche Im

der von den Verbandplätzen den Feldlazarethen ül-wiesenen und der im Feldlazareth selbst Operirten iAngabe des Tages und der Art der Verwundung,Tages der Operation, der Operationsmethode, des Operatemevent. des Verbandplatzes und der Art und des Datades Abganges (völlige Heilung, Tod, Evakuation wohinjbeizufügen.

Die Korps- resp. Etappen-Generalärzte hatten dieRapporte zu prüfen event. das danach Erforderliche an:ordnen und sie sodann gesammelt an das KriegsministerinMilitär-Medizinal-Abtheilung, einzusenden.

Ueber das Verhalten der Kranken in den L»rethen waren besondere Bestimmungen vorhanden, deraBefolgung die Ober-Lazarethgehilfen und der LazaretSergeant zu überwachen hatten.

Die Entlassung der Geheilten fand in der B«nach dem Frühstück statt. Der Rekonvaleszent erhiJ

J) Nach dein Kriege wurde in Folge dessen auf eine systematische Heranbildung vonKöchen für die Feld-Sanitätsformationen Bedacht genommen.

sein Soldbuch bezw. de

der Entlassung vermerk

mitgebrachten, bei der

Währung genommenen .

worüber wiederum im S

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wurde: über den Rück

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wurden der nächsten ]

welche für ihre weiter

Efappeninspektion mit ^

Die Entlassung gesc

unter einem Kommandc

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borte hatte der Chefarzt

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Chefarzt, dem der Krar

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des Betreffenden behufs

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Jeder im Feldlazare

[in das Hauptkrankenbuc

[register eingetragen. Di

ausgestellten Todtensche

öffentlichen, aussergerich

die Person des Verstc

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[am .....an.....gesto

Personalbeschreibung des|m Todtenregister unter isufügen.

Alle vierzehn Tagescheine der vorgesetztenlern aber nmssten am fmefärzte über die vorgekc>ezw. Regimentskommandlie Verstorbenen gestandSoldbücher der VerstürbeBei der Ablösung <ler General-Etappeninspeleservepersonal erhielt ]lergegebene Material Ersiazareth-Reservedepot.

i) Siehe Beilage 32. Gleich der Friedens-Rapporterstattiist (durch die Kriegs-Sanitätsordnung) auch das Feld-Rapportw^inzwischen gänzlich umgestaltet.

J ) Betreffs der Grundsät»folgte, siehe das Kapitel:]

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