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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Ba nd l| Band T.

TIT. Abschnitt: Mobile Sanitätsformationen.

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Ig. Als solches wurdfseh* geliefert, weld*Dasselbe wurde theitTranke wenig geeignet

verdorben und mule vergraben werdeig von Vieh herrührend]ichtet und frisch ei»

Kranken Verwende

versucht wurde, b!sich als ganz hart,n Stelle des Fleisch«!;e, selbst wenn er voil

äusserst kleinen TheJan einzelnen Tagenten.üativ nicht enthalte»

und dessen Verbräm!dune, die Verdauungischbedürfniss vorüberFelde bis auf Weit»atz für frische Fleischisten Kranken der Iider.

war meistens schwereen nicht geeignet,

es ohne Verdauungen. Gleichwohl wartätentheils auf dasselklur in, geringer Menjidas Roggenbrot notlt

es auch dann nurider Kranken. Danet«in hinreichender Meidlalität. Die Lazarettfverständige LeuteKranken zuträglich«|u lassen, so dass ül>ge laut gewordenmehrfach Verwend«

ers Erbsen und Beiugazinen reichlich vselten Veranlassungin der Kost, wenn lilden diese Viktualin eine ihrem Zustai»

Lazarethen manchn«ortrefflichkeit fürfand, als Krankenko:ab es einige Lazarett

Leichtkranke in da1 Zusammentreffen dlhmsweise herbeiführtder Küchenzettel ei»

Morgens Mehlsupi

oder Bohnen, Abentsbrot, keine Extradiätden die Lazarethe I, regelmässig hinaepg zu haltenden Kafff

ibrigens im zweiten Kapifc \

Während somit die Magazin- etc. Lieferungen den Lazarethennur in vorübergehenden Nothfällen genügen konnten, war in einemLande wie Frankreich auf dem Wege der Requisition, welche dasReglement als hauptsächlichste Bezugsquelle vorschrieb, fast immerdas Nöthige und oft weit mehr als dieses verhältnissmässigleicht zu beschaffen. Wo immer es erforderlich und möglich war,ist so lange es erlaubt blieb von der Beschaffung durch Requi-sition ausgedehnter Gebrauch gemacht worden. In Städten undgrösseren Ortschaften, in wohlhabenden Dörfern und auf Schlössernwaren trotz vorhergegangener Einquartierung und wiederholter Requi-sitionen seitens der Truppen meist alle nöthigen Nahrungs- undStärkungsmittel in gewünschter Menge und Beschaffenheit, nur anwenigen Orten erst nach Ueberwindung anfänglich dokumentirterUnlust seitens der Bevölkerung oder der Ortsbehörde zu erlangen.Andererseits freilich gab es auch Orte, welche entweder überhauptarm und leistungsunfähig, oder durch die quartierenden, biwakirendenund durchziehenden Truppen so gründlich in Anspruch genommenwaren, dass das später anlangende Lazareth nichts mehr vorfand. Vonleeren Ställen und leeren Vorratskammern mussten mehrere Lazaretheberichten, welche bei der Etablirung in einem vorher reich genanntenDorfe ihre Kranken bestens verpflegen zu können gehofft hatten.

Schlachtvieh jeder Art war, besonders vor dem Ausbruche derRinderpest, fast überall, wenn auch natürlich oft nur mit Schwierig-keiten, zu erlangen. Die meisten Lazarethe waren schon in den erstenTagen und zwar zu dieser Zeit zum Theil besser, als späterso gut mit frischem Fleisch versehen, dass billigen Ansprüchen genügtwerden konnte und Klagen über Mangel zu den Ausnahmen gehörten.

Andere Lazarethe waren genöthigt, das in den verlassenen Dörfernetwa vorflndliche oft frei umherlaufende Vieh zum Schlachten einzu-fangen. So lieferte am 21. August 1870 in Amanvillers dem 3. Feld-lazarett! IL Armeekorps das erste frische Fleisch ein im Dorfe auf-gegriffenes Schwein, das einzige, welchem es gelungen war, denSpäheraugen der durchziehenden Truppen zu entgehen; 1 ) in denfolgenden Tagen Hess sich ein mit reichlicher Beute durchziehendesRequisitionskommando zur Abgabe eines Rindes bewegen, so dassbis zu der bald erfolgenden Regelung der Fleischlieferung hinlänglichgesorgt war.

Ausreichende Requisition guten leichten Brotes war oft unaus-führbar, dagegen fand man viel Weizenmehl, oder in Ermangelungdesselben doch Weizen in Körnern, welcher gemahlen und weiterverarbeitet wurde. Bessere Sorten von Zwieback kamen häufig zurVerabfolgung an die Kranken, meist vor dem Genuss in der flüssigenNahrung aufgeweicht; er wurde übrigens weniger gern gegessen alsBrot von selbst weniger guter Qualität.

Ein glückliches Ereigniss war es, wenn in den Herbstmonateilan einzelnen Orten ein Theil der Gärten unzerstört und ungeplündertangetroffen wurde, so dass man diesen den Bedarf an frischen Gemüsenlängere Zeit hindurch zu entnehmen vermochte; an anderen Ortenkonnten sowohl frische Gemüse, wie Kartoffeln, trockene Gemüse undCerealien in reichlichster Menge durch Requisition beschafft werden.

Fast nur auf diesem Wege konnte man zu Milch und Buttergelangen. Wo das Rindvieh in grosser Zahl fortgeführt und ge-schlachtet, wo in Folge der Rinderpest so manches Stück gefallen odergetödtet worden und wo die Produkte der Kühe von den Besitzernmöglichst verheimlicht wurden, war die Beschaffung von frischerMilch und Butter selbst in geringen Quantitäten oft unmöglich. Hiererwies sich die Verabfolgung von Schutzscheinen, welche den Eigen-tümern den Besitz ihrer Kühe sicherten, falls sie sich zur regel-mässigen Lieferung der Milch an die Lazarethe verpflichteten, fastausnahmslos als sehr erfolgreich. Viele Lazarethe wurden auchdurch Requisition in den Besitz von Milchkühen gesetzt, andereschlössen Kontrakte mit Lieferanten und brachten es auf diese Weiseahin, dass sie Milch wenigstens für den dringenden Bedarf in aus-

U Bericht des Chefarztes (Oberstabsarzt Scheideniaim).

reichender Menge erhielten, so dass z. B. ein grösseres Lazareth inSt. Cyr über ein tägliches M ilchquantum von £0 Litern verfügte. Mit derButter, welche fast überall nur in beschränktem Maasse zu erlangenwar, musste stets sehr sparsam umgegangen werden.

Während man an einzelnen Orten Eier nur in so geringer Zahlrequiriren oder kaufen konnte, dass selbst denjenigen Kranken nichtimmer solche verabreicht werden koimten, welche derselben amdringendsten bedurften, waren sie an anderen Stellen in so grosserZahl zu beschaffen, dass viele Verwundete und Kranke lange Zeithindurch täglich mehrere Stück erhielten.

Von der grossen Zahl der übrigen durch Requisition beschafftenVerpflegungsmittel sei nur noch der Wein erwähnt, an welchem nursehr wenige Lazarethe zeitweise Mangel litten. Allerdings kamennicht nur die oft in grossen Quantitäten in wohlgefüllten Kellernvorgefundenen trefflichen alten Weine, sondern auch die geringerenSorten vielfach zur Verwendung, obgleich der junge FranzösischeLandwein als zweckmässiges Getränk für Kranke nicht gelten kann.

Einem Theil der Lazarethe wurde die Gesammtbeköstigung aufdem Wege der Requisition fertig geliefert. Es waren dies entwedersolche, die in Krankenhäusern, Klöstern und ähnlichen Anstalten sichetablirten, woselbst Kücheneinrichtungen und sachverständiges Personalvorhanden war, oder solche, welche die Gemeinden zur Gestellungdes nöthigen Materials und Personals veranlassen konnten. In allendiesen Fällen war die Beköstigung eine in jeder Beziehung zufrieden-stellende.

An Stelle der Requisitionen trat nach Abschluss des Waffen-stillstandes der freihändige oder kontraktliche Ankauf der Lebens-mittel, womit im Allgemeinen eine bessere, jedenfalls eine regel-mässigere, minder vom Zufall abhängige Verpflegung gesichert war.Wo es anging, wurde auch in dieser Zeit von der Bestimmung derSanitätsinstruktion, welche die kontraktliche Verdingung der Gesammt-beköstigung gestattete, Gebrauch gemacht. Der Preis schwankte insolchen Fällen zwischen 1 2 l /-> Francs pro Kopf und Tag.

War an vielen Orten auf solche Weise eine reichliche undselbst hochgestellten Anforderungen entsprechende Verpflegung er-reicht, so brachten die Depots der freiwilligen Krankenpflege 1 ) da,wo es an Wünschenswerthem fehlte oder selbst das Nothwendige sichnicht anderweitig beschaffen liess, meist eine rasche und willkommeneAushilfe. Freilich gelang es auch den Delegirten der freiwilligenKrankenpflege nicht immer, vollständig die in den Kriegsverhältnissenbegründeten Hemmnisse zu besiegen, welche sich einer sofortigenHeranführung der reichen Vorräthe der Depots an die Orte desgrössten Bedarfs entgegenstellten; auch diese Bezugsquellen waren da sie die Armee nicht begleiten durften, sondern ebenso wiedie staatlichen Depots ihr nachfolgten nicht selten unerreichbarin Zeiten, während welcher sie am meisten herangesehnt wurden: inden ersten Tagen der Etablirung nach grossen Schlachten. Vielfachaber gelang es der Energie und Umsicht von Delegirten, mit denDepots zur Stelle zu sein, bevor der Bedarf der Lazarethe ander-weitig hatte gesichert werden können. Auch da, wo für das Noth-wendige durch Requisition oder aus staatlichen Magazinen gesorgtwar, gewährten reichliche Lieferungen der freiwilligen Krankenpflegevon Erquickungs- und Labemitteln oder sonstigen schwerer zu be-schaffenden Verpflegungsartikeln erwünschte Möglichkeit, die Kranken-kost zu verbessern, sie dem Zustande einzelner Kranker angemessenerund für Alle abwechselungsreicher zu gestalten. Nur wenige Lazaretheauf dem Kriegsschauplätze haben der Unterstützung durch die Depotsder freiwilligen Krankenpflege während längerer Perioden gänzlichentbehrt; ebenso waren nur wenige in der Lage, trotz erreichbarerNähe solcher Depots, auf Inanspruchnahme derselben zu Gunsten be-dürftigerer Lazarethe gänzlich verzichten zu können.

Einen besonders begehrten Zuwachs zur Krankenkost in denLazarethen bildeten die von der freiwilligen Krankenpflege mitge-

l ) Vergl. hierzu achtes Kapitel:Freiwillige Krankenpflege",