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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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I. Kapitel: Sanitätspersonal und SauitäteaHSrüstang.

Band I.

land zur Deckung des Bedarfs an hilfsärztlichem PersonalVerwendung landen. Ueljer die Mehrzahl derselben wurdegleich bei der Mobilmachung verfügt, ausserdem befandsich jedoch noch bei den Truppentheilen und in der Reserveeine ziemliche Anzahl, welche erst während des Kriegeszur ärztlichen Dienstleistung herangezogen wurde. DieseMediziner erhielten die Uniform der einjährig freiwilligenAerzte ohne die besonderen Abzeichen derselben und wurdenalsfunktionirende Assistenzärzte" bezeichnet. Sie gelangtenfast ausschliesslich in den Lazarethen als Assistenten derordinirenden Aerzte zur Verwendung.

Wenn auch die Heranziehung dieser Hilfskräfte nurals ein Nothbehelf bezeichnet werden kann, so wäre dochohne dieselben eine Deckung des notwendigsten Bedarfsin Bayern (ebenso wie in I'reussen) fast unmöglich gewesen.Im Uebrigen haben sich überall, in der Nord- und Süd-deutschen Armee die in diesen Stellungen als Feldassistenz-ärzte verwendeten Studirenden, wie die Berichte der Feld-korpsärzte ausweisen, auf das vortrefflichste bewährt unddurch regen Eifer lind treue Pflichterfüllung zu ersetzengesucht, was ihnen an ärztlichem Wissen und an Erfahrungnothwendig mangelte.

Die Zahl der während des Krieges in verschiedenenGarnisonen des Inlandes verwendeten pensionirtenMilitärärzte betrug 26; in Feldstellen wurde keiner der-selben verwendet. Die Gesammtzahl der beim Beginnein Bayern vorhandenen pensionirtenSelbstverständlich waren sie nicht alle

der Mobilmachung

Aerzte betrug 40.verwendungsfähig.

Als wichtigste Ergänzungsquelle des Sanitätspersonalswaren, wie schon im Jahre 1866, die Civilärzte in Aussichtgenommen.

Entsprechend dem allgemeinen Grundsätze, dass aufdem Kriegsschauplatze nur Aerzte mit militärischem Rangund entsprechender Uniform verwendet werden sollten,musste den aus dem Civilstande beizuziehenden Aerztenauch hier, soweit sie für den Dienst im Felde bestimmtwurden, ein gewisser militärischer Rang verliehen werden.

Am 20. Juli 1<S70 wurden die erforderlichen Aus-schreibungen erlassen. Danach konnten nicht wehrpflichtigeAerzte, welche die medizinische Staatsprüfung mit Erfolgbestanden hatten, ihre Felddienstfähigkeit vorausgesetzt.gegen die Verpflichtung, während des ganzen Feldzugeszu dienen, alsBataillonsärzte auf Kriegsdauer" mit demRange eines Oberlieutenants, solche, welche erst die Fakul-tätsprüfung abgelegt hatten, alsAssistenzärzte auf Kriegs-dauer" mit dem Range eines Unterlieutenants angenommenwerden. Mit der Anstellung verband sich unter Einrechnungder Feldecpuipirungs-Entschädigung eine Eintrittssumme von300 Gulden, der der betreffenden Charge zukommendeBezug an Gage und den übrigen Feldgebühren, dann alsAbfindung bei Zurückführung der Armee auf den Friedens-l'iiss nach einer Dienstleistung bis zu (i Monaten ein halber,bei längerer ein ganzer Jahresgehaltsbetrag. Bei uach-

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weislich durch den Krieg entstandener Invalidität wurde dieder entsprechenden Charge zukommende Pension zugesichert.

Diese Aufforderung hatte den Erfolg, dass im Ganzen10 Bataillonsärzte und 38 Assistenzärzte unter den ge-nannten Bedingungen auf Kriegsdauer angestellt wurden,welche Ins zum 15. März Dienst leisteten, an welchemTage sie wieder aus dem Ueeresverband ausschieden.

Bei dieser Maassnahme ergab sich nur derUebelstand,dass nothwendig eine beträchtliche Zeit vergehen musste,bis die einlaufenden Gesuche beantwortet werden und die Armee war nachNeuangestellten an ihren Bestimmungsort gelangen konnten,die Folge hiervon war, dass die Mehrzahl erst im Septemberauf ihrem Posten eintraf.

Bei der Vertheilung derselben leitete der Grundsatz, siein erster Linie den Feldspitälern und Sanitätskompagnien,in zweiter der Infanterie zuzutheilen; bei letzterer Waffen-gattung war last jedem Feld-Bataillon auch ein aktiverMilitärarzt zugetheilt, bei den ersteren die Leitung derärztlichen Geschäfte mit einer einzigen Ausnahme älterenMilitärärzten übertragen. Ein geringer Theil der auf Krieg!ilauer angestellten Aerzte fand seine Verwendung in derGarnison.

Für den Dienst in den Lazarethen des Inlandessowie bei den Ersatztruppen und, in der Folge, bei denzahlreichen Gefangenendepots war man, da die zur Veifügiing stehenden Militärärzte des Pensionsstandes hierzubei weitem nicht ausreichten, ebenfalls zum grössten Theilauf die Hilfe von Civilärzten angewiesen. Dieselben wurdenvertragsmässig gegen Tagegelder von 36 Gulden vonden Koininandantschaften engagirt; viele jedoch verzichtetenin anerkennenswerter Opferwilligkeit auf jede Vergütung.

Im Ganzen kamen 73 Civilärzte zur Verwendung.

Um den hilfsärztlichen Dienst in den Lazarethen deInlandes möglichst sieher zu stellen, wurde die Annahme mehrten Bedarfvon Medizinern der älteren Semester, welche nicht wehr- bestehenden Milipflichtig oder nicht felddienstfähig waren, genehmigtDieselben erhielten als Gegenleistung freie Wohnung und30 Kr. tägliche Zulage.

In dieser Weise durften im Bedarfsfälle auch Aus-länder angenommen werden, doch befand sich unter 36Studirenden dieser Art nur ein einziger Ausländer.

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»Wie gegenüder mobilen Arnlassen die Beilaieffektiven Stand1. Oktober 187(sich, dass an d3 etatsmässige Stbesetzt waren; audem 1. Oktobererklären sich ausBei der imusehr bedeutendePosition Komma

Aerzte ä la suite der Armee.

Mehreren hervorragenden Chirurgen, darunter den'Professoren der Chirurgie an den Universitäten Erlangenund Würzburg, lleineke und v. Linhart, wurde der Run«als Stabs- bezw. Oberstabsarzt ä la suite der Armee ver-liehen, welchen Professor v. Nussbaum der UniversitätMünchen schon früher erhalten hatte.

Dieselben wurden auf den Kriegsschauplatz entsendetund den Kommandanten der beiden Armeekorps zur Ver-fügung gestellt. Ihre Thätigkeit, welche durch keine Iallgemeine Instruktion geregelt war, gestaltete sich ähnliclwie die der konsultirenden Chirurgen in der Preussiseheu

vielen Reservespdes KorpsarztesMünchen, welcheKorpskommandoFall mit einer I[welche ebenfalls-Bestimmung hatBoppelzählungeneinmal und zwaraufgeführt werdehalber und umTabellen allediej«reiche im Laufeernannt wordenErnennung unteverrechnet werdiDie Zahl dtMilitärärzte desZahl der währe