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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Band

iVärterpersonals deseldlazarethen war ditSache des Chefarztes.3 mit Arzneien, VeJlenten geschah naclielfach abgeänderte!Armee mit Arzneiei

zunächst unter derTruppen-Obermilitärm unterstellten Andlazarethe und derab, hier jedoch noclorpsarztes, der sielirzte bezw. des Feld>ie erste Füllung <le-den Feldintendanteularzt bewirkt.Md-Sanitäteanstalta

Droguen und pharit dieselben nicht auwerden konnten, au;1 seien, welche deiFeldintendantur) miiaazeutischen Fabrik«

iebenen Materialien 1r von Materialwaaren-;n oder von den vor

ichements und Feldalien war Sache dg

für die Mobilisiruujrüg, war es Aufgabmeralarztes, die Ein-eiben. Er hatte den]irärzte zu überweisenement der schon imCivilärzte zu decken,irde von ihm duret«euten sichergestellt, Provinzialintendantlern stellvertretendeni-eservelazarethe naclhreglements besorgte,

Band I.

I. Abschnitt: Gliederung des Sanitätspersonals.

Gliederung des Personals. 1 )a. Kriegsministerium.

Die oberste Leitung des gesammten Sanitätswesensder mobilen und immobilen Armee lag in der Hand desKriegsministeriums, insbesondere der Militär - Medizinal-abtheilung desselben, an deren Spitze der Chef des Militär-Medizinalwesens, der Generalstabsarzt Dr. Grimm, stand. 2 )Von dieser Centralstelle aus erfolgte die Bereitstellungvon ärztlichem Personal für die ganze Armee, der Aus-gleich desselben zwischen den einzelnen Armeen undArmeekorps, die Zutheiluug von Aerzten an die im Laufedes Krieges gebildeten Neuformationen, die Ueberweisungvon ärztlichem Ersatz dahin, wo Tod oder KrankheitLücken hatten entstehen lassen, die Schöpfung neuerSanitätsanstalten und Einrichtungen; hier wurde das Er-forderliche veranlasst, um die Armee fortwährend mitchirurgischen Instrumenten, Arzneien, Verband- und Labe-initteln zu versehen; von hier aus wurde Fürsorge getroffen,dass die Truppen Dasjenige nicht entbehrten, was Schutzgegen Krankheiten gewähren konnte, dass rechtzeitig.Maassnahmen eintraten, um Krankheitskeime durch aus-gedehnte Desinfektionen zu vernichten, dass endlich dieRäumung der Lazarethe auf dem Kriegsschauplatze unddie Ueberführung der Verwundeten und Kranken inhehuathliche Lazarethe in ordnungsmässiger Weise bewirktwurde. Die Bewältigung dieser umfangreichen Aufgaben,welche vorstehend nur ganz allgemein skizzirt sind, er-forderte Umsicht, Energie und grösste Anspannung dernur knapp bemessenen Arbeitskräfte.

?anges bei der Mobil-eselbe so von Statten,mten Mobilmachung!

die übrigen konnten

Etats mit (M.) bezeichnet, Lackmus- Papier u. dergl.

b. Das ärztliche Personal bei den kämpfendenArmeen.

Auf dem Kriegsschauplatze selbst war eine leitendeSpitze für den gesammten Feld-Sanitätsdienst nicht vor-

, handen, die Organisation war vielmehr in der Art getroffen,

dass bei jedem Armee-Oberkommando sich ein Armee-

Generalarzt befand, welcher, seinerseits dem General-stabsarzt der Armee direkt untergeordnet, den Sanitäts-dienst im Armeeverbande leitete. Für diese Stellen wurden

durch Allerhöchste Kabinetsordre vom 23. Juli 1870 dieGeneralärzte Dr.Dr. Loeffler, Boeger und Schiele berufen.Im grossen Hauptquartier fungirte in der verantwortungs-

I vollen Stellung als Leibarzt Seiner Majestät des Königsder Generalarzt Dr. v. Lauer.

Zur Beihilfe hatten die Armee-Generalärzte je 1 Stabs-

, arzt und 1 Assistenzarzt, ausserdem 2 Lazarethgehilfen

I als Schreiber.

Den Feld-Korps-Generalärzten 3 ) bei den mobilen

J ) Vergl. zu dem Folgenden die Anmerkungen 17.

2 ) Betreffs des übrigen Personals der Abtheilung vergl. Beilage 1.

3 ) Betreffs der Korps-Generalärzte sowie des dirigirenden ärzt-lichen Personals bei den kämpfenden Armeen überhaupt siehe Beilage 11.

Generalkommandos lag die Leitung des Sanitätsdienstesinnerhalb des Armeekorps ob. Vor Allem hatten sie dafürzu sorgen, dass den Verwundeten während der Gefechteund unmittelbar danach möglichst schnell ärztliche Hilfezu Theil wurde und dass ihre Unterbringung in dieLazarethe ungesäumt von Statten ging. Zur Erreichungdieses Zweckes wachten sie darüber, dass die Sanitäts-detachements frühzeitig auf dem Gefechtsfelde zur Stellesein und schleunigst in Thätigkeit treten konnten, dassdie Feldlazarethe im Stande waren, sich in hinreichenderZahl und an zweckentsprechenden Orten zu etabliren, dassdie transportfähigen Verwundeten nach rückwärtigenEtappen gebracht, die etablirten Feldlazarethe durchKriegslazarethpersonal abgelöst und für erneute Verwen-dung bei der kämpfenden Armee disponibel wurden.Durch lnspizirungen an Ort und Stelle überzeugten siesich von dem Zustande der Verwundeten, ihrer Behandlungund Verpflegung, sowie von den zur Erhaltung derSalubrität in den Lazarethen getroffenen Maassregeln.Gleichzeitig behielten sie die hygienischen Verhältnissebei den Truppen im Auge, veranlassten durch Vortragbei den kommandirenden Generalen die thunliche Ab-stellung gesundheitswidriger Verhältnisse und die An-ordnung von Maassnahmen, welche Schutz vor Erkrankungversprachen. Das Krankenrapport- und Listenwesen desArmeekorps konzentrirte sich bei dem Korps-Generalarzt,desgleichen die Sorge für die Ausstattung der Truppenund Sanitätsformationen mit Arzneien, Verbandmitteln,Instrumenten u. s. w. Das ihm zur Unterstützung bei-gegebene Personal bestand aus 1 Assistenzarzt, 1 Korps-Stabsapotheker und 1 Lazarethgehilfen.

Den Feld-Korps-Generalärzten waren die Divisions-ärzte zunächst untergeben.

Während die Friedensfunktion der Divisionsärzte biszum Kriege 1870/71. vorwiegend nur in der Leitung derWahlen neu zu ernennender Assistenzärzte') bestand, war derfür den Kriegsfall ihnen zugedachte Wirkungskreis ein ebensoumfangreicher als wichtiger. Demgemäss waren die Divisions-ärzte für die Kriegsdauer bei den Infanterie- und Reserve-Divisionen in selbstständigen Stellen etatsmässig; auch warjedem derselben 1 Lazarethgehilfe als Schreiber beigegeben.Bei den Kavallerie-Divisionen wurden die betreffenden Funk-tionen von dem ältesten Regimentsarzt mit wahrgenommen.

Der Wirkungskreis des Divisionsarztes umfasste denSanitätsdienst bei den Truppen seiner Division und denDienst der dieser Division beigegebenen Sanitätsformationen(1 Sanitätsdetachement und eine Anzahl von Feldlazarethen).Der Schwerpunkt seiner Thätigkeit aber lag in den ihmzufallenden Funktionen während der Schlachten und Ge-fechte. Die Bestimmung der Verbandplätze im Einver-nehmen mit dem Divisionskommandeur, die Leitung desDienstes auf den Verbandplätzen, des Transportes der

*) Vergl. Anmerkung 1 und 2 (Seite 17 und 18).

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