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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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662 Renaissance und Humanismus

nach Poggio, seinem Vetter Heinrich Efinger in Zürich gewidmet, 1463 (KellerS. 123^44). 7. Alexander bestraft die Athener; Quelle unbekannt, gewidmetdem Meister Jerg, dem Rate derMechthild, o. J. (Keller S. 145-51). 8. Wieein Hausvater Haus halten solle; aus St. Bernhard (?), o. J. (Keller S. 152-56).

9. Satire auf die Bettelmönche; nach einem latein. Traktat des FelixHemmerlin, Margaretha v. Savoyen, Gräfin zu Württemberg entboten, 1464(Keller S. 157-97). 10. Ermahnung zur Pflege der humanistischen Studien;nach einem Traktat des Äneas Silvius, Markgraf Karl v. Baden gewidmet,o. J. (Keller S. 198-220). 11. Über den Tod des Hussiten Hieronymus beimKonstanzer Konzil; nach einem Briefe des Poggius Florentinus für GrafEberhart v. Württemberg, o. J., um 1470 (Keller S. 221-30). 12. Traumdes Äneas Silvius, wie er in das Reich des KöniginGlück kommt; an Mechthild,1468 (Keller S. 231^7). 13. Verdeutschung von Lucians goldenem Esel;nach der lat. Übersetzung des Poggio an Graf Eberhart, o. J. (Keller S.248-82). 14. Ob Adel der Geburt oder Adel der Seele mehr wert sei; nacheinem Traktat des Felix Hemmerlin an Graf Eberhart, 1470 (Keller S. 283-313). 15. Nach Petrarcas De remediis utriusque fortunae: zwei Trost-reden, einem unschuldig Verfolgten und einem Manne, dem seine Frau ge-storben; für Mechthild, 1469 (Keller S. 314-24). 16. Lob der Frauen; ohnebestimmte Quelle, Ursula von Absberg gewidmet, 1474 (Keller S. 325-35).

17. Übersetzung von Poggios Rede vor Papst Nicolaus V. und demKardinalkollegium; dem Abt Johannes I. von Salem gewidmet, 1478(Keller S. 336-48). 18. Über Titulierung, Orthographie, Stilistischeszur Abfassung von Briefen oder sonstigen Schriften; eigene Zusammen-stellung für seinen Freund Hans Harscher, Ratsherrn in Ulm, 1478 (KellerS. 349-64).

Großes Gewicht legte Niclas v. Wyle auf den neuen humanistischen Stil, 1die Form, wenngleich natürlich auch der Inhalt seinerTranslatzen" durchausdie neuen Gedanken der Renaissance verwertet. Als Muster seines Stils galtihm der lateinische Satzbau (so ahmt er den Acc. c. Inf., Partizipialkonstruk-tion usw. nach, gebraucht fremde Wörter), die lat. Rhetorik. Er läßt sichöfter darüber aus, so in der Gesamtwidmung:Jegliches Teutsch, das ausgutem, zierlichen und wol gesetztem Latein gezogen und recht getranferyeretist, müsste auch gut zierlich teutsch und lobeswirdig heißen und sein" (KellerS.9); und dann in der folgenden Widmung:weil er aber diese translatzenach dem Latein so genauest als er vermochte gemacht habe, so soll der Leser

1 Hans Nohl, Die Sprache des Niclas Festschr. des Realgymn. Landeshut, 1910, u.

v. Wyle, Heidelb. Diss. 1887; Bruno Strauss, SA.; M. H. Jellinek, Gesch. d. nhd. Gramm.

DerUebersetzerNicolaus v.W., Pal. 118,1912, I, 1913, S.41 f. u. Reg. S.390; Burdach,

dazu Götze, ZfdPh. 45, 516 f., Wunderlich, Deutsche Abende, 1918, S.48; Stammler,

DLz. 1915, 242-46, Behaghel, Lbl. 1915, Festschr. Ehrismann, 1925, S. 180 ff. Rein

257 f.; Baechtold, Gesch. d. dt. Lit. in d. aaO.; Johannes Müller, Quellenschriften u.

Schw. S. 240 u. Anm. S. 56; Wenzlau, Zwei- Gesch. des deutschsprachl. Unterrichts, 1882,

u. Dreigliedrigkeit, 1908; R. Palleske, Unter- S. 14-16. 278 f. 288 f. 297. 373 ff.such. üb. d. Stil der Translatzen des N. v. W.,