654 Renaissance und Humanismus
S. 5 ff.; L.Geiger, Renaissance u. Humanismus in Italien u. Deutschland, 1882; Strauch,Pfalzgräfin Mechtild in ihren literar. Beziehungen, 1883 (s. oben); Max Herrmann, Albrechtvon Eyb u. die Frühzeit des Humanismus, 1893; Ders., Die Rezeption des Humanismus inNürnberg, 1898; Paul Joachimsohn, Frühhumanismus in Schwaben, Württemberg, Viertel-jahrshefte f. Landesgesch. NF. 5, 1896, 63 ff. 257 ff.; Karl Hartfelder, Deutsche Übersetzun-gen klassischer Schriftsteller aus d. Heidelberger Humanistenkreis, Progr. Heidelbg. 1884; Böh-mische Frührenaissance: Castle, Merker-Stammler Reallex. 2,581 ff. 594ff.; Paul Joachimsen,Humanismus u. Renaissance, Dt. Lit. in Entwicklungsreihen, 6 Bde, 1930 ff.; Günther Müller,inWalzels Handbuch der Literaturwiss.; Ders., Aufriß der dt. LitGesch. 2 , 1931, S. 60; Rich.Newald, Beiträge zur Gesch. des Humanismus in Oberösterreich, Jahrb. d. Österreich.Musealv. Bd. 81, 1926, 153-223 u. SA.; Ders., D. südostdeutsche Humanismus u. d. dt. Prosa-literatur des 15. Jh.s, Literaturwissenschaft!. Jahrb. der Görres-Gesellsch. 3, 1928, 28-44.Castle, Humanisten in Österreich, Merker-Stammler Reallex. 2,594 ff.; Henrik Becker, DasEpos in der dt. Renaissance, Beitr. 54, 201-68; Goedeke, Grundr. I 2 , 358-72. 405-57.
Anfänge
Die Kulturwendung, die neue Geistigkeit, die wir unter dem Namen„Renaissance", „Wiedergeburt", begreifen, hat ihren Ursprung in Italien.Nach Deutschland kamen leichte Ausstrahlungen dieser Entwicklung schongleich bei ihrem Beginn, und zwar waren es Karl IV. und sein Kanzler Johannvon Neu markt, die die zunächst sehr äußerlichen Einflüsse aufnahmen.Bei Karl IV. verweilte der römische Tribun Cola di Rienzo, um ihn für seinepolitischen Pläne zu gewinnen, Petrarca stand mit ihm in Briefwechsel. Zu-nächst betrafen die neuen Anregungen nur eine Verbesserung der Kanzlei-sprache und der Briefformulare in latinisierender Syntax, ein Gebiet, das zudem Geschäftskreis Johanns von Neumarkt 1 gehörte. Auch übersetztedieser zwei geistliche Werke aus dem Lateinischen: die (pseudo-) augustinischenSoliloquien (für Karl IV.) und später, viel gewandter und freier, das Leben desheil. Hieronymus. 2
Hundert Jahre später wirkte als Sekretär in der kaiserlichen Kanzlei inWien (1443-55) ein hervorragender italienischer Gelehrter für die Verbreitungdes italienischen Humanismus in Deutschland, Aeneas Sylvius Picco-
1 Siehe oben Burdach, Cbl. f. Bibliotheks- Archiv für Kulturgesch. 20, 1929, 16-25; E.wesenVIII4. u. 5., 7. u. 8. Heft; Ders.,Schles.- Schieder, Neues über Joh. v.N., Zs.d.Ver.f.böhm. Briefmuster; ferner: Vom Mittelalter Gesch. Schlesiens65,1932; Stammler, Von derz. Reformation, Bd. VI Schriften Johanns v. Mystik zum Barock S. 17 f. u. Anm. S. 462.Neumarkt hgb. u. Bd. 3 Teil 3 Reg. S. 30; 2 Ant. Benedikt, D. Leben des heil. Hiero-Buch der Liebkosung; Ein literar. Denkmal nymus in der Übersetzung des Bischofs Jo-aus Petrarcas älterem dt. Schülerkreise; Der hann VIII von Olmütz hgb., 1880, dazuNotar Johannes von Gelnhausen, Cbl. f. Bibl. Martin, Anz. 6,313-17, Behaghel, Lbl. 1880,aaO., DLz. 1898, 1958-65 u. Vorspiel 1,2, 233; Jos. Klapper, Joh. v. Neumarkt, Schrif-253-61. — Martin, Anz. 3, 112 f. 281; Jean ten 2. Teil, Hieronymus usw., Vom MA. z.Lulves, Die summa cancellariae des Joh. Ref. Bd. VI Teil 2, dazu Ranke, DLz. 1933,v. Neumarkt, eine Handschriftenuntersuchung 601 f.; Stil: Wenzlau, Zwei- u. Dreigliedrig-über die Formularbücher aus der Kanzlei K. keit in d. dt. Prosa des 14. u. 15. Jh.s, 1906. —Karls IV., 1891, dazu Burdach, Cbl. 1892, Ant. Sattler, Die Pseudo-Augustin. Soli-240; W. H. Jellinek, Gesch. der nhd. loquien in der Übersetzung des Bisch. Joh.Gramm., 1913, 41 f.; Alfred Hansel, Jo- v. Neumarkt hgb., 1904; Buch der Lieb-hanns v. Neumarkt kirchliche Laufbahn, kosung, Übersetzung des Pseudoaugustini-Bresl. Diss. Masch. druck; Stammler, Fest- sehen Liber soliloquiorum unter Mitwirkungschrift Ehrismann, 1925, 171 ff.; Emil Schie- Konrad Burdachs hgb. v. Jos. Klapperche, Die Herkunft Johanns v. Neumarkt, I. Teil 1930.