Erdbeschreibungen. Falken, Pferde und Hunde. Fischfang. Kräuterbücher 647
der Mensch; auch Gesundheitsregeln. Um 1300 entstanden, wird sie demHugo von Langenstein, Deutschordensritter auf der Mainau und Verfasserder Martina (s. oben), zugeschrieben.
Von einer mittelfränkischen Erdbeschreibung sind Bruchstückeübriggeblieben. 1
Falken, Pferde und Hunde. Fischfang
Ein Buch für Ritter und adelige Herren ist: Heinrich Mynsinger,Vonden Falken,Pferden und Hunden; 2 vollständiger Titel: das Puoch vonden Valcken, Habichen, Sperbern, Pfäriden vnd Hunden. Es erklärtdie Eigenschaften dieser Tiere und ihre Gesundheitspflege. Mynsinger warDoctor in der Ertzney und stellte sein Buch auf Gebot des Grafen Ludwig zuWirtenperg zwischen 1442 und 1450 zusammen, wie aus Einleitung und Schlußhervorgeht. Quelle ist das Tierbuch des Albertus Magnus. Die Hs., nach derHassler (s. Anm. hier unten) das Buch veröffentlicht hat, ist von der ClaraHätzlerin zu Augsburg anno 1473 geschrieben.
Das Tegernseer Angel- und Fischbüchlein gibt Anweisung, wie manangeln und fischen soll. 3
Die vier Temperamente
Ein Gedicht von 40 Reimpaaren (4 Strophen zu je 10 Reimpaaren) besprichtdie vier Temperamente, den Sanguinicus, den Colericus, den Flegmaticusund den Melancolicus, die durch vier Federzeichnungen illustriert werden. 4
Kräuterbücher
Der Macer floridus ist ein alphabetisch geordnetes lateinisches Kräuter-buch in 2269 Hexametern, „welches in 77 Kapiteln die Heilkräfte von ebensovielen Pflanzen behandelt" (Zacher, ZfdPh. 12, 189); es wurde im 14. Jahr-hundert in deutsche Prosa übersetzt. 5 Auch eine gereimte Übersetzung wurdeim 15. Jahrhundert verfertigt. 6
Ein deutsches medizinisches Kräuterbuch mit gereimter Vorrede, wohlnoch aus dem 13. Jahrhundert, ist in mehreren Hss. des 14. 15. Jahrhundertsvorhanden. 7 — W. L. Schreiber, Die alten Kräuterbücher, Zs. f. Bücher-freunde 8 11, 297 ff., 393 ff.
Weit verbreitet war im Mittelalter das Arzneibuch des Meisters Bartholo-mäus ; das Buch „Practica" des Bartholomäus Salernitanus liegt vielen an-
1 Hgb. Altdeutsche Neujahrsblätter für 1874 Macer floridus u. die Entstehung der deutschenvon Birlinger u. Crecelius. Botanik, ebda S. 189-215. 349-52; Cyrill
2 Hgb. K. D. Hassler, Lit. Ver. Bd. 71, Resak, Odo Magdunensis, der Verfasser des1863. — Heinr. Meisner, Die Lobriser Hand- Macer floridus u. der deutsche Leipzigerschrift von Heinr. Minsinger, ZfdPh. 11, Macertext, Leipz. Diss. 1917; K. Sudhoff,480-82 (diese Hs. nennt als Gönner den Gra- E. dt. Text von Graden u. Qualitäten d. Natur-fen Ulrich v. Württ., so daß die Abfassung dinge (Arzneistoffe), aus d. „Deutschen Macer"zwischen 1442 u. 1480 zu setzen wäre). Arch. f. Gesch. d. Medizin 8, 1915, 223 f.,
3 Hgb. Birlinger, ZfdA. 14, 162-79. Bruchst.
4 Hgb. C.v. Hardenberg, Germ. 27,413-15. 6 Schönbach, ZfdA. 21, 434.
6 Auszug (lat. u. deutscher Macer fl.): G. 'Bartsch, Quellenkunde S. 171-75.Schmidt, ZfdPh. 12, 149-82. — J. Zacher,