648 Lehrhafte Dichtung des 14. und 15. Jahrhunderts
dem Arzneibüchern zugrunde; es ist im 11. Jahrhundert verfaßt, wurdeum die Mitte des 13. Jahrhunderts verdeutscht (md.) und ist auch in derdeutschen Übersetzung in vielen Hss. erhalten. 1
Der Hortus sanitatis erschien in deutscher Übersetzung als „Gart der Ge-suntheit" 1485 im Druck und erlebte 21 Ausgaben. Er behandelt außerPflanzen auch Tiere und Steine. 2 Johann von Cube, Hortus sanitatis deutsch,gedr. 1485; hgb. Faksimile-Ausgabe von W. L. Schreiber, Münchner Drucke1924.
Krankheits- und Heilmittellehren
Speziell auf Kinderkrankheiten bezieht sich Das Kinderbuch des Bar-tholomäus Metlinger; L. Unger, Das Kinderbuch des Barth. Metl. 1457-76, e. Beitrag z. Gesch. d. Kinderheilkunde im MA., 1904.
Das Buch von Ordnung der Gesundheit, gewidmet dem Grafen Rudolf von Hoch-berg und seiner Gemahlin zugeeignet, wurde i. J. 1472 gedruckt; Wackernagel, LG. I 2 , 436Anm. 92. — Andere Arzneibücher: das Züricher Arzneibuch, das Innsbrucker und das PrülerKräuterbuch s. LG. II, 1, 234 (zu Züricher Arzn. s. auch Piper, ZfdPh. 13, 466-76). —Pfeiffer, Zwei deutsche Arzneibücher aus dem 12. u. 13. Jh., Wien. SB. 42, 1863, 111-14.118-27; Konrad Hofmann, Münch. SB. 1870, 1, 511-16; Bech, Germ. 24, 146. 27, 190f.
— Nikolaus Frauenlob (15. Jh.), Dt. Arzneibuch, noch ungedruckt (Hs. München), Sudhoff,Stammlers Verfasserlex. 1, 657; Das lat. Regimen sanitatis, eine Arzneimittellehre, wurdein Versen verdeutscht von Heinrich von Laufenberg 1429 (s. ob.), der seinen Namenin einem Akrostichon angibt; A. Jentsch, Reg.san., Straßb. Diss. 1908; Goedekes Grundr. I 2 ,393 f. Nr. 5; K. Schorbach, Die historien von dem Ritter Beringer, 1893, S. 10; Henri E.Sigerist, Eine illustrierte Hs. von Heinrichs v. Laufenberg Gesundheitsregiment, Zs. f. Bücher-freunde 22,1930,41-48, s. auch Sudhoff, Mitteil. z. Gesch. der Medizin 15,188 ff. — Heinrichvon Pholspeunt, Buch von der Bündth-Erznei, um 1460; hgb. v. H. Haeser u. A. Middel-dorpf, Buch von derBündth-Ertznei von Heinr. v. Pfolsprundt (so!), 1868; Roethe, ADB. 26,91 f.; Wackernagel, LG. I 2 , 436; Alfr. Götze, Frühnhd. Leseb. 2 , 1925, 49-52. — Hierony-mus Brunschwig (ein Straßburger), Buch der Cirurgia, gedr. 1497, hgb. G. Klein, 1911;Götze aaO. (mit Lit.). — Meister Ortolf von Baierland, Arzt in Würzburg, Arzneibuch,gedr. 1477; Ders., Wie sich die schwangern frmven halten sullen; Wackernagel LG. I 2 , 435;Priebsch, Deutsche Hss. in England I S. 140. 141, zwei Hss. 14. u. 15. Jh. — Daz arzinbuochypocratis, 12. Jh., Züricher Hs.; Graff, Diut. 2,269-77; Naumann, Ad. Prosalesebuch S. 11 f.;s. oben Pfeiffer, Zwei dt. Arzneibücher u. ff.; eine andere anYpocras anknüpfende Arzneilehre:Wackernagel, Ad. Blätter 2,133. — Der pseudohypokratische Brief an Antiochus,Fragm. einer dt. Übersetzung, 14. Jh.; K. Sudhoff, Arch. f. Gesch. der Medizin 8, 1915, 293 f.
— Proplemata Arestotilis Teutsch, 1492; Wackernagel, LG. I 2 , 435 Anm. 82. — Über-setzung von Bartholomäus de Glanvilla, um 1360, „van Artzedie", mit gereimter Vor-rede, 15. Jh.; Hoffmann, Fundgruben 1, 1830, 345. — Eine Krankheits- u. Heilmittellehre ausd. XIV. Jahrh.; Hoffmann, 1, 317-27. 345. — Medizinisches Tagebuch des Udalricus Ellen-bog, lat. mit einigen deutschen Einträgen über die Behandlung einer schwindsüchtigen Frau;Priebsch, Deutsche Hss. in England II S. 237; Sudhoff, Stammlers Verfasserlex. 1, 556 f. —Die Wundarzneikunst des Petrus von Argillata, zwischen 1480 u. 1495 für Eberhart
1 Jos. Haupt, Wien. SB. 71, 451-566; Nd. Heilkunde: Jellinghaus, Gesch. der
Pfeiffer, ebda Bd. 52; Priebsch, Deutsche mnd. Lit. 3 S. 75 f.
Hss. II S. 41; Priebsch, Mod. Lang. Rev. 11, 2 Zacher, ZfdPh. 12, 200; Jul. Schuster,
1916, 321-34; Chr. Gräter, Ein Leipziger Secreta Salernitana u. Gart der Gesundheit,
deutscher Barthol., Leipz. Diss. 1918; Nau- Festschr. Degering, 1926, S. 203-37.mann, Ad. Prosaleseb. S. 94-100 (mit Lit.). —