Die Schachbücher 635
Der Zeit nach folgt darauf Das mitteldeutsche Schachbuch desPfarrers zu dem Hechte 1 (derpherrer zu dem Hechte Sp.380, 18 ff.), derwahrscheinlich im preußischen Ordenslande lebte; 2 vollendet 1355. Der Ver-fasser bindet sich genau an seine Quelle, das Schachbuch des Jacobus deCessolis, das er mehrfach zitiert (Sp. 161, 10. 19. 380,3), doch ist er insofernselbständig, als er nach eigener Auswahl viele Stellen wegläßt, manches auchändert; etwa 6700 V.
In das dritte deutsche Mundartgebiet führt Das mittelnieder-deutsche Schachbuch des Meister Stephan 3 (zwischen 1357 und 1375verfaßt), der sich am Schluß nennt: Des bokes dichter het Stephan (V. 5883).Er war Schulmeister (V. 5867) und widmete sein Werk (5886 V.) dem Dor-pater Bischof Johannes von Fyffhusen (V. 63 ff.). Seine Darstellung istklar; 4 auch er gibt Dinge, Sitten und Lehren aus der Anschauung seinerUmwelt heraus wieder. — Vielleicht rührt auch der mittelniederdeutsche Catovon Meister Stephan her. 5
Noch am Anfang des 16. Jahrhunderts, 1507, hat der RechtsgelehrteDr. Jakob Mennel 6 zu Konstanz ein Büchlein vom Schachzabel ge-schrieben (gedruckt 1520 zu Oppenheim). Es ist ein kurzer Auszug aus Am-menhausen, ein unselbständiges Plagiat; von einer Stelle abgesehen (Vetter,Begleitwort und S.71 des Textes), besteht es nur aus einer moralisierendenDeutung der Schachfiguren ohne Erzählungen.
1 Hgb. v. Sievers, ZfdA. 17, 162-389.— Saul, Stud. zu Meist. Stephans Schacht).,Abhandl.: Vetter, Ammenh. S.XLIV Anm. Diss. Münster 1926 (Lit. S. 2); Stammler,a; A. van der Linde, Gesch. d. Schachspiels Gesch. d. nd. Lit. 1920, 46 f.; s. auch Goe-I. Beil.; Ferd. Holzner, D. md. Schachb. deke, Grundr. I 2 , 479; J. M. Wagner, Arch.in seiner Eigenart gegenüber der Quelle, dem f. d. Gesch. deutscher Sprache u. Dichtg, 1874,lat. Schachb. des Jacobus de Cessolis, Progr. 554. — Kurze Auszüge :Karl Schiller, Germ.Floridsdorf 1904; Helm, Zs. f. d. dt. Unterr. 12, 323-27; Oesterley, Nd. Dichtung (12.30, 1916, 435; Ziesemer, D. Lit. der dt. Or- Buch in Goedeke, Dt. Dichtg im MA., 1871)dens in Preußen, 1928, 113 f.; E.John, D. S.57. — Stellen: Sprenger, Nd. Jahrb. 14,Schachged. d. Pfarrers zu d. Hechte, Königsbg. 153-55. 31,62-64. 32,138, Nd. Korrbl. 14,Diss. 1933. — Eine Hs.: Brit. Mus., s. Bach- 2-6. 25,89; E. A. Kock, Nd. Jahrb. 30, 147told, Dt. Hss. aus d. Brit. Mus., 1873,167 ff.; bis 53. —Überlieferung: nur in einem LübeckerPriebsch, Dt. Hss. in England II, 182. Druck um 1490-98, mit interessanten Holz-
2 Sprache: Sievers aaO. S. 383-89; Zwier- schnitten.
zina, Festschr. Sievers 1925, 402 ff. — Im 4 Sprache: Schlüter, Glossar; Stil: Saul
Versbau herrscht Neigung zur Silbenzählung, aaO. S. 17-30 (Stil ist von der Ordensdichtung
Sievers S. 389. beeinflußt. Aber er ist verschiedenartig, zu-
3 Ausg.: Wolfgang Schlüter, Meist, weilen populär und einfach, in andern FällenStephans Schachb., Verhandl. d. Gelehrten gehoben durch poetischen Schmuck.)estnischen Gesellsch. (Dorpat) Bd. XI = 6 Saul S. 30-34; Mitzka, ZfdPh. 54, 1 ff.Teil I, 1883, Text, Bd. XIV = Teil II, 1889, 6 Hgb. von Vetter in seiner Ausgabe desGlossar, dazu Steinmeyer, Anz. 10, 192. 16, Konr. v. Ammenhausen unter d. Text, S. 5 ff.335 f., Seelmann, DLz. 1884, 314 f. 1890, 386, (älterer Abdruck von Scheible, Schaltjahr,Sprenger, Lbl. 1890, 140^2. — Abhandl.: s. Vetter, Ammenh., Begleitwort [am An-Roethe, ADB. Bd. 36; Zimmermann, D. fang von Vetters Ausg.]). — Abhandl.: A.Schachged Heinrichs v. Berngen, Diss. (s.ob.) van der Linde, Gesch. u. Lit. d. SchachspielsS. 38 f.; F. Amelung, Meist. Stephan von 1,2. Beil.; Vetter aaO. Einleitung S. XLIV f.Dorpat u. sein Schachged., Berichte d. est- Anm. a. S. L; Baechtold, LG. S. 177f.; J.M.nischen Gesellsch. zu Dorpat 1883; Vetter, Wagners Archiv aaO. S.554.Ammenhausen S.XLIV f.; Karl Theod.