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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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604 Geistliche Literatur

Dialekt thüringisch (342 Verse). 1 Das Spiegelbuch ist ein illustriertesErbauungsbuch in dramatischer Form, Bekehrung oder Verdammung sind diebeiden Möglichkeiten für den Menschen. Der Verfasser steht unter dem Ein-fluß Heinrichs von Laufenberg, 15. Jahrhundert (hgb. v. Max Rieger, Germ.16, 173211, s. dazu Bolte, Forschungen u. Fortschritte, 1932, 196); Bolte,Eine weitere Hs. des Spiegelbuches, Preuß. Ak. 26, 1932, 729-32 (TriererHs.). Herrn Selbharts Regel, Regula Selphardi (Selphart = Egoist),Prosa, 14. Jahrhundert, ist eine Allegorie: Ein Kloster nach der Regel desHerrn Selphart wird von lauter Untugenden bewohnt. Dieser Traktat lehrtalso mit parodistischen Mitteln, wie das Klosterleben nicht sein soll (Wacker-nagel, Leseb. 5 Sp. 991-96). Mahnung, der Wunden Gottes zu gedenken,wie er am Kreuze hing, etwa 12 Reimpaare, md.?, 12.Jahrhundert?, M.Jahr-hundert? (Heinzel, ZfdA. 17, 52). (Jesus der Arzt von Hermann v. Sach-senheim, s. dort.) Von der Würdigkeit der Priester, 14. Jahrhundert(Strobl, ZfdA. 16,467-74) Zwölf erbauliche Aussprüche tun die zwölfMeister zu Paris (Wackernagel, ZfdA. 4,496-500; Birlinger, Alem. 3, 99 f.) Birlinger, Bruchstück eines geistlichen Lehrgedichtes, Germ. 28, 301-7,von der Minne zu Gott (14. Jahrhundert, mittelfränk.); Derselbe, Geistl. Ge-dichte vom Niederrhein, ebda 29,409-11. Eine Kölner Handschrift as-ketischen Inhalts, mittelfränk., 15. Jahrhundert: Mahnungen an einen Mönch,wie er sein geistliches Leben einzurichten habe (Prosa, Scheins, ZfdA. 24,124-27). Bruchstücke aus einem geistlichen Prosatraktate, md., M.Jahr-hundert, wahrscheinlich an eine Klosterschwester gerichtet: Verherrlichungdes himmlischen Lebens, der Gottesstadt, der Mensch sal burger werden inder stat do inne di engele burger sin ; Mahnung, dahin zu streben (Strauch, Fest-gabe Degering 1926 S. 238-43). Der geistliche Rat, Nonnenregel in Versen,Wackernagel, Ad. Blätter 1, 343. 47, Meyer-Benfey, Mhd. Übungsstücke 2S. 22-24. Scherer QF. 12, 116 u. ZfdA. 20, 341-46, Schröder, ebda. 70,124-27. Franz Hotzy, Zu Marquards von LindauBuch der zehengepot" (gest. 1392), ZföG. 64, 1913, 407-11. Der Kranz der gotlicherLief den (der Kranz der Minnen), (wie man dat hemelrich sal gewinnen), dieTugenden als Blumenkranz, 194 Verse; Schade, Geistl. Ged. vom Nieder-rhein, 1854,225-35; P. Norrenberg, Kölnisches Literaturleben im ersten Vierteld. 16. Jahrhunderts, 1873, S.426. Ein geistliches Lehrgedicht von der Minne,13./14. Jahrhundert md., Fragment, Roethe, ZfdA. 41, 253-60.Der Tu-gendeBuoch, im Jahr 1382 geschrieben, Prosa (Konr. Hofmann, Germ. 17,51-55, Abdruck des Kapitelverzeichnisses). Dr. Johannes Nider, 2 geb.zu Isny in Schwaben, seit 1400 Dominikaner in Kolmar, 1418-24 Prior inNürnberg, dann Prof. der Theologie in Wien, gest. 1438 in Nürnberg, gab außerPredigten eine Abhandlung:Die vierundzwanzig Goldenen Harfen", Über-

1 Hgb. F. Bech, Germ. 22, 167-81; Wil- f. d. Gesch. deutscher Sprache u. Dichtung Ihelm, Münch. Mus. 5, 1928, 99-105. 1874, 113.

2 Cruel, S. 468-72. J. M. Wagner, Arch.