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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die Pilgerschaft des träumenden Mönchs. Weitere geistliche Lehren, Sprüche 603

dar; es beginnt mit der Taufe, dann folgt die Belehrung durch Sakramenteund Dogma, als Hauptteil eine Laster- und Tugendlehre und schließlichder Tod.

Die Pilgerfahrt des träumenden Mönchs ist im Mhd. viermal behandeltworden, zweimal poetisch; die Fassung der Berleburger Hs. (Ausg. Bömer)fällt in den Anfang des 15. Jahrhunderts, Originalniederschrift des Verfas-sers (rheinfränk., 13863 V., stilistisch stümperhaft); die Kölner Version(Ausg. Mejboom) ist verfaßt von einem Stiftsherrn in Köln, Peter vanMeroede (V. 5987 ff.), um 1430 (geschrieben 1444, Sprache ripuarisch,13645 V.) in sprachgewandter Form. Die zwei andern Bearbeitungen, naheübereinstimmend, sind in Prosa und gehören ebenfalls dem 15. Jahrhundertan (Hamburger Hs., Darmstädter Hs., noch nicht hgb.). Die Erfindung desStoffes von der Pilgerfahrt des träumenden Mönches ist nicht deutsch, viel-mehr gehen die vier deutschen Versionen auf das franz. Gedicht Le Peleri-nagedeviehumainedes Guillaume de Deguileville (um 1330) zurück, dasauch Quelle für eine englische, eine niederländische und eine spanische Über-setzung ist.

Miracula

Miracula",Wundergeschichten", 1 gingen in großer Anzahl um,und zwar als Prosaerzählungen irgendwelcher merkwürdiger Erlebnisse,die leicht als Exempla, Predigtmärlein (LG. II, 2, 199), verwendet wer-den konnten. Diese Mirakelliteratur hat den Zweck zu belehren. Die Ge-schichten beginnen meist:Wir lesen daz", oderEz was ein pfaffe,riter" etc.

Weitere geistliche Lehren, Sprüche, Traktate

Spiegel des geistlichen Lebens, bayer. 14. Jahrhundert:Wil du angaistlichem leben volchomen werden" (Pfeiffer, Ad. Übungsbuch S. 176-78.)Von fünferlei Liebe, elsäss., 14. Jahrhundert, Überschrift:Dis ist nach brüderDauides lere" (d. i. David von Augsburg); Anfang:Man lisetjn dergeschriftvonfvnfer hande liebe .. ." von leiblicher, begirlicher, natürlicher, gesellicher,geistlicher Liebe (Pfeiffer aaO. S. 173-75). Die Vetiche der Seele, Prosa,md., 14. Jahrhundert.; Vom Leiden Christi und Mahnung, die Gnade Gotteszu bedenken, die die Seele zum Himmelreich führt (Hoffmann, Ad. Bl. 1, 353-62). Sprüche der Väter, 15. Jahrhundert: geistliche Mahnungen, Aus-sprüche aus Kirchenvätern (Priebsch, Dt. Hss. in England 1 S. 53 f.). DieUnterweisung zur Vollkommenheit lehrt: Den weg zur vollenkumeheit(V.36), den Aufstieg zu immer höheren Graden des tugendhaften Lebens.Der Verfasser war wohl Geistlicher, seine Kunst ist gering; 14. Jahrhundert,

1 Schönbach, Die Reuner Relationen, Wien. Nachweise; Carl Reinholdt, Die Wunder-SB. 139 Nr. V, 1898, bes. S. 3 ff. Bartsch, geschichten des Cod. pal. germ. 118, Greifsw.Katalog der Hss. der Universbibl. in Heidel- Diss. 1913.berg, 1886, Nr.76 fol.84a (S.33a), wo weitere