Druckschrift 
Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
Entstehung
Seite
600
Einzelbild herunterladen
 

600 Geistliche Literatur

Marienklagen

Die Marienklagen häufen sich in diesen letzten Jahrhunderten (Lit. s.oben 13. Jahrhundert). Für das 14./15. Jahrhundert Einzelnes: Schade,Geistliche Gedichte des XIV. u. XV. Jahrhunderts vom Niederrhein, 1853,S. 203-21; Sebastian Mayr, Zwei Marienklagen, Progr. Kremsmünster 1882,29-56; Pfeiffer, Ad. B1.2, 373-76 (lat. Eingangsverse: Planctus ante nesciaund im Innern: Mi Johannes planctum move), Paul, Beitr. 3, 365-70; SieversBruchstücke einer Marienklage, ZfdPh.21,395-404; Priebsch, Ein strophischesGed. von den Sieben Leiden Marien (niederfrk., 14. Jahrhundert), ZfdPh.ebda 36, 81-86. P. Norrenberg, Kölnisches Literaturleben im ersten Vierteld. 16. Jahrhunderts, 1873, S.4.Martin, Mariae Himmelfahrt, ZfdA.23,438-40 (14./15. Jahrhundert); Hoffmann, Mar. Himmelfahrt, nd., Germ. 15,369-75; W. Crecelius, Crailsheimer Schulordnung von 1480 mit deutschengeistlichen Liedern, Alem. 3, 247-62; C. Norrenberg, Ein Aachener Dichterd. 14. Jahrhunderts, Zs. d. Aachener Gesch. Ver. 11, 1888, 50-66 (7 deutscheu. 8 lat. Lieder). Der goldene Tempel von Hermann von Sachsenheim, s. beiH. v. Sachsenheim.

5. LEHRHAFTE GEISTLICHE DICHTUNG

Der Spiegel des menschlichen Heils

Den weitesten Rahmen der Heilsgeschichte umspannt Der Spiegel desmenschlichen Heils. DieserSpiegel" führt die Erlösung des Menschen-geschlechts vor, vom Uranfang, der Verstoßung der abtrünnigen Engel, derSchöpfung, dem Sündenfall, an zur Geburt, dem Leben, Leiden und Tod Jesubis zum Jüngsten Gericht. Die Quelle für die deutschen Versionen war daslateinische Speculum humanae salvationis, 1 von einem unbekanntenVerfasser am Anfang des 14. Jahrhunderts (1324), der die Bibel und PetrusComestor seinem Werk zugrunde legte. Dieses lat. Gedicht war als Erbauungs-buch weit verbreitet, wohl auch seiner Ausstattung mit Illustrationen wegen,die das Erzählte veranschaulichten. 2 Deutsche Übersetzungen in Prosa undVersen seit dem 14. Jahrhundert sind in großer Anzahl erhalten. Als selb-

1 Lutz et Perdrizet, Spec. hum. salv., 1907; piche u. Decken desMA.s 1, 1927,16; Breiten-Paul Perdrizet, fitude sur le spec. Hum. bach, Spec. hum. salv., 1930 (illustrierte Spe-salv., Paris-Leipzig 1908; Paul Poppe, Üb. culum-Hss.). Der nd.Heilspiegel" des Lu-das Spec. hum. salv. und eine md. Bearbei- dolf von Sachsen s. unten Nd. Lit.tungdesselben,Straßb.Diss. 1887; H.Schmidt- 2 Das ist die Erläuterungsweise der BibliaWartenberg, Publ. of themod.lang.assoc.of pauperum, in der jeweils eine alt- und eineAmerica 14, 1898, 137-68; Kampers, Mitteil, neutestamentliche Abbildung, auch eine ent-d. Ges. f. schles. Volkskde 19, 73 ff.; Strauch, sprechende aus der Weltgeschichte, neben-Bruchstücke einer gereimten md. Bearbeitung einander gestellt werden. Zu dem Wert derdes Spec. hum. salv., Beitr. 48, 93-104; Mar- bildlichen Darstellungen vgl. Thomasin, Wäl-tin Grabmann, Die Kulturphilosophie des scher Gast V. 1097 ff. u. Rückerts Ausg. Anm.hl. Thomas von Aquin, 1925, 167 f. Ferd. S. 533. Biblia pauperum: Heitz u. Schrei-Piper, Mythologie d. christl. Kunst I, 1847, ber, Bibl. paup., Straßb. 1903.148-55; Marie Schütte, Gestickte Bildtep-