Marienlieder. Mariengrüsse 599
nachgebildet wurde seit der frühmhd. Zeit die Mariensequenz Ave praeclaramaris Stella; (LG. II, 1,213-16. 214 Anm.4) auch im 14./15. Jahrhundert.Eine Paraphrase der Sequenz Ave praeclara maris Stella, Anfang d. H.Jahr-hunderts (Klapper, ZfdA.50,189-97 [mit Lit.], daselbst noch andere Kirchen-lieder S. 199-202; Suolahti, Mem. de la soc. neophil. de Helsingfors 1909,507-48; R. Wolkan, Mitteil. d. Verf. für Gesch. d. Deutschen in Böhmen 33,1895, 395-99 [zwei Sequenzen]). — Eine abweichende Version des Ave prae-clara, mittel- od. niederfrk., 15. Jahrhundert, steht in dem Liederbuch derAnna von Köln (Suolahti, Neuphilol. Mitteil. 1910, 1-14). — Johannes desWisen Marienlob, elsäss., Anf. d. 14. Jahrhunderts, beeinflußt durch Konradvon Würzburg (W. E. Collinson, Mod. Lang. Rev. 6, 1911, 503-10); Das Lobunser Frouwen (Zingerle, ZfdPh. 6,377; Jeitteles, Germ. 31,291-310; A. Bach,Üb. Heimat u. Verf. des rhein. Marienlobs, Teuthonista 8, 210 ff.; H. Fr.Rosenfeld, Zum Lobgesang auf Maria, Beitr. 53,419-31). — Lilienfelder Ma-rienlied, 14. Jahrhundert, gereimtes Mariengebet, Preis und Bitte, in 4 Stro-phen (Vogt, ZfdA. 47, 288 f., s. S. 448). — Ein Preis- u. Bittlied, anschließendan die Magdgeburt, alem., 14. Jahrhundert (Paul, Beitr. 3, 362-65).
Mariengrüße
Die Mariengrüße haben ihren Ursprung im Englischen Gruß. Das vonPfeiffer, ZfdA. 8, 274-98, herausgegebene Gedicht, bayer. (wohl 14. Jahrhun-dert, im ganzen 836 V., s. Schröder, ZfdA. 28,20-22) zeichnet sich durch einenregelrechten Bau und sehr geblümten Stil aus: 68 Reimpaarverse, dann 43vierzeilige Strophen (das erste Halbhundert), die alle mit „Wis gegrüezet"beginnen, darauf nach 40 Reimpaarversen das andere halbe Hundert Vier-zeiler, alle beginnend mit „Vrewe dich", darauf 70 Reimpaare und dann dasdritte halbe Hundert „Hilf uns", (ave salve, gaude, vale); Schluß:46 Reim-paarverse (Docen, Mise. 2, 244-46 [19 Strophen abgedr.]; Steinmeyer, ZfdA.18, 13-16; Schröder, ebda 28, 20-22; L.Wolff, ebda 67,266. — Goedeke,Grundr. I 2 , 230 u. Mittelalter 2 S. 150-52; Piper, Geistl. Dichtg. 1, 309-11;Wackernagel, LG. I 2 , 365).
An die Mariengrüße schließt sich unmittelbar die Sündenklage einer Frauan Maria an mit dem Englischen Gruß als Akrostichon (Pfeiffer aaO. S.298-302, 122 V.; Bech, Germ. 6, 222; Schröder aaO).
Ein Ave Maria des 14. Jahrhunderts in einer Weingartner Hs., hgb. K.Löffler, Beitr. 37, 344-50. — Eine Erzählung vom Gruß des Engels in 57Reimpaaren: Graff, Diutiska 2, 1827,35-39.
Bruchstück eines Marienpsalters (oder Marienlobs) in Strophen von 4gleichgereimten Versen, 14. Jahrhundert, bayer .-Österreich. (Schönbach, ZfdA.48, 365-70).
Unser leuen frouwen rosenkrantz: Oesterley in Goedekes Dt. Dichtg. imMA. 2 S. 13; Keinz, ZfdA. 38,157.