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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Der Mönch von Salzburg. Heinrich von Laufenberg 595

Vermehrt wurde der Schatz deutscher geistlicher Lieder durch Überset-zungen, 1 auf welchem Gebiete hauptsächlich der Mönch von Salzburg undHeinrich von Laufenberg abgesehen von ihren unabhängigen Schöpfungen tätig waren.

Eine besondere Stelle unter den geistlichen Liedern nehmen die Kontra-fakte 2 ein. Unter Kontrafaktur versteht man geistliche Umdichtung welt-licher Lieder. Solche Umdeutungen gab es einige schon im 13. Jahrhundert,ihre Hauptzeit aber haben sie im 15. Jahrhundert. Es mochte wohl manch-mal da eine Profanierung geistlicher Inhalte vorliegen, zumeist aber warwohl die Absicht, die geistlichen Lieder auf diese Weise volkstümlicher zumachen, oder noch eher, das Weltliche ins Überirdische zu heben.

Der Mönch von Salzburg. Heinrich von Laufenberg

Fruchtbar auf dem Gebiete der geistlichen Liederdichtung waren diebeiden vorhin genannten Verfasser: 1. Der Mönch von Salzburg, 3 Her-mann (in 2 Hss. Johann). Die unter seinem Namen gehenden, sehr zahl-reichen Gedichte sind zum größeren Teil Übersetzungen, manche werdenihm wohl auch nur zugeschrieben. Er soll seine Übersetzungen auf Ver-anlassung des Erzbischofs Pilgrim v. Salzburg (f 1396), dem er auch einmit Akrostichon versehenes Preisgedicht widmet, mit Hilfe eines PriestersMartin verfertigt haben. Er bemüht sich, die lateinischen Formen nach-zuahmen, aber ohne Geschick, verfällt dabei auch zuweilen in gesuchteKünstelei.

1 Hoffmann S. 237-370; Bartsch, Erlösung, suchg. z. Litteratur- u. Musikgesch., 2 Teile,Anhang, u. Germ. 7, 276-78. Acta Germ. III, 4 u. IV, 1896, dazu Vogt,

2 Hoffmann S. 371-416. Luise Ber- GgA. 161, 79-86, Hugo Riemann, Musik.thold, Beitr. zur hd. geistl. Kontrafakture Wochenbl. 1897, 389 u. Fortsetzg.; Rottau-vor 1500, Marbg. Diss. 1920 (1918), gekürzt; scher aaO.; O.Ursprung, Vier Studien z.E. R. Müller, Heinrich Loufenberg, Straßb. Gesch. d. dt. Liedes, Arch. f. Musikwissensch.Diss. 1888, Berlin 1888. Rud. Hildebrand, 4. 5. 6. - Ph. Wackernagel 1, 365 ff. 2, 409-Materialien z. Gescrr. d. dt. Volksliedes 1900, 55 (Nr. 447-94); Hoffmann S. 239^7; Pfeif-20-53; K. Hennig, Die geistl. Kontrafaktur fer, Ad. Bl. 2, 325-50, Ferd. Wolf, ebdaim Jahrhund, der Reformation, 1909. Zwei S. 311-16; Hätzlerin S. 253-59. 300-05;andere solche Umbildungen, davon eine nach Geuther, Stud. z. Liederb. d. Hätzlerin, 1899,e. Liede Steinmars, s. Ad. B1.2, 125-27; W. 148; Bartsch, Germ. 18, 55-57; Ders., Ger-Wackernagel, Ad. Leseb. 5 Sp. 1177 f. So manist. Studien 2,1875,309 f.; Ders., Meister-wird in dem Gedichte Die fünf Namen des lieder d. Kolmarer Hs. S. 184; J. V. Zingerle,Johannes Duro die heil. Jungfrau mit min- Germ. 23, 30 f.; Ders., Wien. SB. 54, 1867,nesängerischer Phraseologie wie eine irdische 301. 322. 329. 332. Mourek, SB. d. böhm.Geliebte gepriesen (130V., alemann.); hgb. W. Ges. d. Wissensch. 1890, 410 ff. Jos. Amp-v. Wickede aaO. S. 15-29; s. auch Keller, ferer, Üb. d. Mönch v. Salzbg., Progr. Salz-Fastnachtspiele 3, 1378 Nr. 24. Eineins bürg 1864, dazu Scherer, ZföG. 16, 1865, 520Geistliche umgebogene Wappendichtung" ist u. Kl. Schriften 1,660; Sequentz von unserDy heyling varb, Die Heiligen-Farben lieben frouwen des Munches v. Salzburg, mit(428 V., md., 1. Hälfte 15. Jh.); hgb. W. e. Einleitg v. H. Degering, 1916 (s. JB.v. Wickede aaO. S. 30-76 (s. oben bei Bib- 1917/18 S. 154); H. F. Wagner, Mittelalterl.lische Dichtungen des 14., 15. Jh.). Geist- Hofpoesie, Mitteil, der Ges. f. Salzburgerliehe Parodien s. Wackernagel, LG. 1 2 , 366. Landeskde. 38, 107-37; Fritz Gysi, in: Die

3 Ausg. (Text des größten Teiles der Lieder Alpen (Bern) VII, 8, 1931. H. Loewenstein,und Melodien): F. Arnold Mayer u. Heinr. Das deutscheMittit ad virginem" des MönchsRietsch, Die Mondsee-Wiener Liederhand- v. Salzb., Beitr. 56, 449 ff.

schrift u. der Mönch v. Salzburg, e. Unter-

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