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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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582 Das Drama bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts

Pfeifer, der Bürger(untertan) und der Tod. In den folgenden Bildern und Szenentreten auf: in 4: Pfarrer, Tod, Untertan; in 5: Kardinal und die beiden andern;in 6: Papst und die beiden andern; in 7.8.9.10: Kaiser, Richter, Ritter, Fürstund die beiden andern. Das 11. Bild zeigt einen verwesten Leichnam im of-fenen Sarg, welcher spricht:Gedenke, was wir sind und werden." 12. Bild:Der Tod in Gestalt eines verwesten Leichnams mahnt, an das Ende zu denkenund Gottes Gebote zu halten.

9. WELTLICHE SPIELE

Lit. Allgemeine Lit. über das Lustspiel: Weinhold, Über das Komische imaltdeutschen Schauspiel, Gosche, Jahrbuch f. LG. 1, 1865,1^14; Karl Holl, Gesch. d. deutschenLustspiels, 1923; Castle, Österreich. Lit., Merker-Stammler Reallex. 2, 592 ff. (mit Lit.).

Fastnachtspiele: Ausg. Adelbert Keller, Fastnachtspiele aus d. 15. Jh., 3 Bde., Lit.Ver. Bd. 28. 29. 30, 1853, und Nachlese Bd. 46, 1858; Schnorr von Carolsfeld, Vier un-gedruckte Fastnachtspiele des 15. Jh.s, Arch. f. LG. 3, 1874, 5 ff.; Froning S. 953-97; B.Ihringer, Altdeutsche Fastnachtspiele, 1909. Karl Meyer, Fastnachtsspiel u. Fastnachts-scherz im 15. Jh., ZfallgGesch. 3, 1886, 161-81; L. Lier, Stud. z. Gesch. des Nürnberger Fast-nachtspieles, 1889; Baechtold, Gesch. d. dt. Lit. in d. Schweiz 1892, 209-11; Victor Michels,Stud. üb. die ältesten dt. Fastnachtspiele, QF. 77, 1896, dazu Uhl, Anz. 24, 65-73; E. K. Cham-bers, The mediaeval Stage, Oxford 1903, 2 Bde.; Creizenach S. 247; Naumann, PrimitiveGemeinschaftskultur Reg. S. 192; Stammler, Von d. Mystik z. Barock S. 271. 492.

Einzelne Motive. K. Gusinde, Neidhart mit dem Veilchen, Germ. Abh. 17, 1899 (darindas große Neidhartspiel, das kleine Neidhartspiel); H. Gattermann, Die deutsche Frau in denFastnachtspielen, Greifsw. Diss. 1911; W. Berger, Das Ehebruchsmotiv im älteren deutschenDrama, Würzbg. Diss. 1912 (im Fastnachtspiel); H. Holsten, Zur Topographie der Fastnacht-spiele, ZfdPh. 23, 104-08; M. J. Rudwin, The origin of the German Carnival Comedy, New York1920, dazu Schröder, Anz. 40, 92 f.; Fr. Wilh. Strothmann, Die Gerichtsverhandlung alsliterer. Motiv, 1930, 5-18; Rosenhagen, D. Geist d. dt. MA.s, 1929, 202-11. 283 f.; K. Holl,Fastnachtspiele, Merker-Stammler Reallex. 1, 356-58; s. auch unten Mnd. Lit.

Das weltliche Schauspiel der Zeit ist aus der Lebensauffassung des Bürger-tums hervorgegangen. Diese weltlichen Spiele, die zumeist in das 15. Jahr-hundert fallen, sind komödienhaft, Lustspiele, die zur Unterhaltung und Be-lustigung dienen, nicht wie die geistlichen Spiele zur Belehrung und Erbauung.

Fastnachtspiele

Die weltlichen Spiele werden gewöhnlich Fastnachtspiele genannt, wenn-gleich diese Bezeichnung streng genommen nur auf diejenigen Spiele paßt,die aus der Stimmung dieses speziellen Tages hervorgegangen sind, an demdieFastnachtsnarren" in Masken ihr Wesen trieben, in den Häusern herum-zogen und komische Szenen vortrugen. Im allgemeinen ist in diesen weltlichenSpielen viel Rohheit und Unflat abgelagert, und die Absicht drängt auf dasGemein-Possenhafte. Das eigentliche, zur Volkssitte gewordene Fastnacht-spiel hat seinen Ursprung im 15. Jahrhundert und seine Heimat in Nürnberg,und die edelste Frucht dieser Dichtart sind die Fastnachtspiele des HansSachs im 16. Jahrhundert. Die Anordnung der Fastnachtsspiele ist gewöhn-lich der Art, daß am Eingang ein Vorspruch einleitet: es wird zum Zuhören