Alexius. Katharina. Dorothea u. a. Heilig-Kreuz-Spiel. Augsburger Totentanz 581
dazu Schröder, Anz. 31, 146 f., Mogk, Lbl. 1908, 187 f.; Fehse, Der obd. vierzeilige Toten-tanztext, ZfdPh. 40, 67-92; Ders., Das Totentanzproblem, ebda 42, 261-86; Willy F. Storck,Das „Vado mori", ebda S. 422-28; K. Künstle, D. Legende der drei Lebenden und der dreiToten u. der Totentanz, 1908; A. Freybe, Das memento mori in deutscher Sitte usw., 1909,darin die Totentänze S. 65-150; A. Dürrwächter, D. Totentanzforschung, 1914; Stammler,Mnd. Lesebuch, 1921, Nr. 74 u. Anm. S. 146 f. (Lit.); Ders., Die Totentänze des MA.s, 1922;Ders., Die Totentänze, Bibl. d. Kunstgesch. 47,1923 (Abbildungen); H.Thiele, Stud. zurGesch. der Totentänze, Gießen. Diss. 1923, Masch.dr.; Bertha A. Wallner, Die Bilder zumachtzeiligen obd. Totentanz, e. Beitrag zur Musik-Ikonographie des 15. Jh.s, Zs. f. Musikwissen-sch.6, 1923, 65-74; Der todten Dantz mit Figurenu. Schrifften, Mainzer Ausgabe vom Endedes 15. Jh.s, 1925; Gert Bucheit, D. Totentanz, seine Entstehung u. Entwickig., 1926, dazuStrauch, DLZ. 1927, 1563 ff.; Bebermeyer, Dt. Vjschr. 7, 1929,311-14; Rehm, TodesgedankeaaO. S. 73 ff., 87 ff. u.ö.; Ellen Breede, Stud. zu d. Iat. u. deutschsprachlichen Totentanz-texten des 13. bis 17. Jh.s, 1931, dazu Langosch, Anz. 53, 94-96; Pyritz, DLz. 1933, 735-37,Suolahti, Neuphilol. Mitteil. 33, 1932, 241-43; Piquet, Rev. Germ. 23, 1932, 367 f.
Auf der Grenze zwischen Dialog und Drama stehen die Totentänze. Dich-terisch sind sie sowohl episch gestaltet worden in Form von Liedern, als auchdramatisch in Form von Spielen, bzw. in Dialogen zwischen dem Tod undden Lebenden, die als Vertreter der menschlichen Stände auftreten. Besondersaber ist das Motiv bildnerisch verwertet worden in Gemälden, Handschriften,an den Mauern geistlicher Gebäude u.a. Die Grundvorstellung geht aus vondem Aberglauben, daß die Toten (nicht der Tod) nachts auf den Gräbern desFriedhofs tanzen und auch die Lebenden in ihre Kreise zu ziehen suchen. Essind eigentlich zwei Arten des Totentanzes zu unterscheiden, der eine, wo dieToten unter sich tanzen, und der andere, wo der Tod mit den einzelnen Men-schen tanzt. Der älteste Text, auf den alle Totentanzdichtungen zurückgehen,ist ein lateinisches Gedicht in Distichen, in welchem die Menschen in derReihenfolge der Stände zum Tode gehen (jeder spricht ein Distichon: „Vadomori, papa ...", „Vado mori, rex"). 1 Zum eigentlichen Totentanzdrama wirddie Form erst dadurch, daß der Tod und jeweils die einzelnen Personen nachder Folge der Stände auftreten und sprechen. Einen großen Einfluß haben indieser Hinsicht die altfranzösischen Totentänze gehabt, die Danses macabres.Die Blütezeit der deutschen Totentänze fällt zwischen 1430 und 1520. 2
Augsburger Totentanz
Als Beispiel kann der Augsburger Totentanz dienen. 3 Jeder Rede dereinzelnen Personen mit dem Tod ist ein Bild beigegeben. Bei jedem Auftrittsprechen drei Personen. 1. Bild: Der Geistliche predigt auf der Kanzel, rechtssitzen als Zuhörer Papst, Kardinal, Mönch und Bischof. Er spricht über diePflicht von 8 Ständen. 2. Bild: Links sitzen die weltlichen Stände. Der Geist-liche spricht weiter, klagt über die schlechte Schulzucht und den Tod. 3. Bild :Zwei Pfeifer mit Klarinette und Dudelsack treten auf, dann der Tod, der denBischof hinter sich herzieht, dahinter ein Bürger. Es sprechen der Bischof, die
1 Fehse, ZfdPh. 42, 276-78. 3 Stammler, Totentänze d. MA.s aaO. S. 32
2 Die einzelnen Totentanztexte s. bei Ellen -46.47-64.Breede aaO.