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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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580 Das Drama bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts

epische Form. Der geistige Kern ist auch hier die Verherrlichung der MutterGottes Maria und ihrer Barmherzigkeit, die jedem zu ihr flehenden SünderGnade gewährt. Die trockene, lang gezogene Sprache erhebt sich dochzuweilen zu höherem Empfinden. Die vierhebigen Verse sind frei gebaut, dieReime ungewandt.

Alexius. Katharina. Dorothea u. a.

Ein Spiel vom heil. Alexius, 1 das nur in einem Bruchstück erhalten ist,268 V., 15. Jahrhundert vor 1448, thüring., scheint dem Personenverzeichnisnach ziemlich umfangreich gewesen zu sein. Bruchstücke eines St. Os-waldspiels vom Jahre 1480. 2

Das Spiel von der heiligen Katharina 3 und ihrer Marter durch denKaiser Maxentius hat geringen poetischen Wert. Quelle ist die Legenda aurea,die sklavisch wiedergegeben wird; 702 V., thüring., 15. Jahrhundert.

Nicht vollständig erhalten ist das Dorotheasp iel, 4 270 V. Die Hs., Krems-münster, ist um 1350 geschrieben, stammt der Mundart nach wahrscheinlichaus Obersachsen. Quelle ist ebenfalls die Legenda aurea. Lateinisch sind nurdie Bühnenanweisungen. Die Darstellung entspricht dem Ernst des Inhalts.Auch die Legende von der heil. Barbara ist dramatisch bearbeitet worden. 5

Heilig-Kreuz-Spiel

Inhalt des Heilig-Kreuz-Spiels 6 ist die Legende der heil. Helena, dievon der Auffindung des heil. Kreuzes, der Kreuzauffindung oder Kreuz-erfindung, durch die heil. Helena, die Mutter Konstantins d.Gr. (im Jahr326)und der Kreuzerhöhung durch den Kaiser Heraklius(s.LG.II,2, 118) handelt.Das Spiel, aus dem 15. Jahrhundert, 2010 Verse, nahm zwei Tage in Anspruch.

8. TOTENTÄNZE

Lit. J. Grimm, Dt. Mythologie 4. Ausg. 1876, 107 ff.; H. F. Massmann, Die Baseler Toten-tänze, 1847. W. Wackernagel, ZfdA. 9, 302-65 u. Kl. Sehr. 1,302-75; Keller, Fastnacht-spiele, Nachlese S. 265 ff.; W. Bäumker, in Wetzer u. Weite Kirchenlex. 2. Aufl. Bd. 11; Ders.,Der Totentanz 1881 (populäre Zusammenstellung); N. Burckhardt-Biedermann, Üb die Bas-ler Todtentänze, 1882; K. J. Schröer, Todtentanzsprüche, Germ. 12, 284-309; Max Rieger,Das Spiegelbuch hgb., ebda 16, 173-211; Ders., Der jüngere Todtentanz, ebda 19, 257-80; W.Seelmann, Die Totentänze d. MA.s, Nd. Jahrb. 17, 1891, 1-80; Euling, Jakobsbrüder aaO.1899 S. 1; P. Kupka. Üb. mittelalterl. Totentänze, Untersuch, üb. ihre Entstehg. u. ihre Ver-wandtschaftsverhältnisse, Progr. Stendal 1905; Ders., Zur Genesis der Totentänze, 1907; W.Fehse, Der Ursprung der Totentänze, mit e. Anhang: der vierzeilige obd. Totentanztext, 1907,

1 Hgb. Rueff in seiner Ausgabe des Rhein. 4 Hgb. Hoffmann, Fundgruben 2, 284-95,Osterspiels der Berl. Hs. (s. oben) S. 62-71. besser Heinr. Schachner, ZfdPh. 35,157-96207-16. mit Abhandlung. Beckers, Spiel v. d. 10

2 Schweiz. Arch. f. Volkskunde 1, 124. Jungfrauen aaO. S. 127; Creizenach S. 126;

3 Hgb. Stephan, Neue Stofflieferungen aaO.; Stammler, D. rel. Drama S. 23 f.

O. Beckers aaO. S. 3-5 ff. u. 125-57. C. 6 P. Seefeld, Studien üb. die verschiedenenKrollmann, Das mittelalterl. Spiel von d. mittelalterl. dramatischen Fassungen der Bar-Heil. Katharina in Königsberg, Altpreuß. baralegende, Greifsw. Diss. 1909.Forschungen 5 H. 1, 1929. Creizenach 6 Hgb. Keller, Nachlese zu d. Fastnachts-S. 125 f. spielen S. 54 ff. Creizenach S. 236 f.