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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die mittelfränkische, alemannische und bayerisch-österreichische Gruppe 565

Das Maastrichter Osterspiel 1 hat manches mit den KreuzensteinerBruchstücken gemein, so daß eine gewisse Verwandtschaft besteht. Die Hs.ist am Ende des 14. Jahrhunderts geschrieben und dieser Zeit entsprechendhat dieses Drama auch nicht die weite Ausdehnung der späteren Spiele, dieVorführung ist kurz und, außer in den Maria-Magdalena-Szenen, trocken. Esbeginnt mit der Weltschöpfung und dem Fall Luzifers, worauf der SündenfallAdams und Evas und ihre Vertreibung aus dem Paradies folgen. Weiterhinwird Jesu Lebenslauf an Hand der biblischen Geschichte erzählt mit einigenEinschaltungen bis zu der Planung des Verrats zwischen Judas und den Hohen-priestern. Darauf fehlen mehrere Blätter. Mit der Szene im Garten Gethsemaneund den schlafenden J ungern bricht das Stück unvollendet ab. Eine Hauptrolle,die über die biblische Erzählung hinaus geht, fällt der Maria Magdalena zu.

Die alemannische Gruppe

Das Luzerner Passionsspiel 2 gehört dem Bau nach zu der rhein-fränkischen Dramengruppe.

Zu dem Luzerner Passionsspiel hat Beziehungen das DonaueschingerPassionsspiel, 3 niederalemannisch, Hs. Donaueschingen; Zeit: 2. Hälftedes 15. Jahrhunderts. Die Redeweise ist fließend. Quelle ist vor allem dieBibel. Das Spiel beginnt mit den Magdalenenszenen und dem Gastmahl desPharisäers (Symon).

Nach Luzern gehört wohl auch Die Grablegung Christi von Mat-thias Gundelfinger 1494.* Von diesem ist das Stück verfaßt oder wenig-stens zusammengestellt. Der Text ist lückenhaft und entlehnt Stellen aus demAlsfelder Passionsspiel. Er beginnt mit der Besprechung Josephs von Ari-mathia und Pilatus', worauf die Wächter des Grabes durch die Juden (nichtdurch Pilatus) beordert werden.

Ein St. Galler Himmelfahrtspiel hat zum Inhalt den Abschied Christivon seinen Jüngern, ein bloßes Gespräch ohne wesentliche Handlung. 5

Die bayerisch-österreichische Gruppe

(da die Erlauer Hs. aus der fürstl. Auerspergschen Bibliothek stammt, könnendie Erlauer Spiele ebenfalls hier untergebracht werden).

1 Hgb. Zacher, ZfdA. 2,302-50; H. E.Molt- Spielplan: Vogt u. Koch, Gesch. d. dt. Lit.zer, De middelnederl. dramat. poezie, 1875, l 4 , 270; Leibing, Inszenierung des Luzerner496-538. - C. Klimke, D. volkstüml. Paradies- Ostersp., 1869.

spiel, 1902,15f.; Creizenach S. 117-19; Dörr, 3 Hgb. Mone 2, 183 ff. Creizenach, Reg.

Kreuzenst. Dr. aaO. S. 47; Phil. Hambacher, S. 593; Georg Dinges, Untersuch, z. Don.

Untersuch, z. Maastrichter Passionsspiel, Passionssp., Germ. Abh. 35, 1910; Jelling-

Jahrb. d. phil. Fakultät Marburg 1922/23. haus, ZfdPh. 23, 426; Burdach, Vorspiel I,

2 Hgb. Mone 2, 131 ff. Erika Mundt, D. 1, 191. 199 f. 208. Spielplan: FroningLuzerner Spiel von Christi Tod u. Grablegung, S. 276; Könneckc, Bilderatlas S. 55.Marburg. Diss. 1923, Auszug im Marbg. * Hgb. Mone 2,131 ff. Creizenach S.245;Jahrb.; M. B. Evans, The passion play of Anton Dörrer, Stammlers, Verfasserlex. 2,Lucerne, a crit. edition of the first episode, 109-112.

The Germ. Rev. II, 4. April 1927, 93-118; 5 Hgb. Mone 1,254 ff. Baechtold, Gesch.Ders., Gundelfingers Grablegung and the d. dt. Lit. in d. Schweiz S. 209 u. Anm. S. 50.Lucerne passion play, ebda IV, 1928, 225-36.