516 Erzählende Literatur
Ästhetik des dt. Volksbuchs, 2. Aufl. 1924; P. Heitz u. F. Ritter, Versuch einer Zusammen-stellung der dt. Volksbücher des 15. u. 16. Jh.s nebst deren späteren Ausgaben u. Literatur, 1924,dazu Schröder, Anz. 44, 78 f., Priebsch, Mod. Lang. Review XX, 2. April 1925; Mittelalterl.Volksbücher im Holbein-Verlag zu München, dazu Schröder, Anz. 44, 79 f.; Lutz Mackensen,d. dt. Volksbücher, 1927, dazu H. Kindermann, Anz. 48, 127-30, Ritter, ZfdPh. 54 H. 3/4'Alewyn, Lbl. 1928, 409-11; Heinz Kindermann in: Dt. Lit. in Entwicklungsreihen, ReiheVolksbücher vom sterbenden Rittertum, bis jetzt erschienen Bd. 1; P. Jerusalem, Dt. Volks-bücher . . . nach d. frühesten Drucken u. mit d. alten Holzschnitten hgb., 0. J.; H. Samson, Beitr.z. dt. Märchen im ausgehenden MA., Kölner Diss. 1931. — Johannes Janssen, Gesch. d. dt.Volkes seit d. Ausgang d. MA.s Bd. 1, 19. 20. Aufl. S. 327-30; Pfaff, Einleitg. zu Arnims TrostEinsamkeit, 1883; H.Naumann, Primitive Gemeinschaftskultur S. 7; Ders., Grundzüge d. dt.Volkskunde, Wissensch. u. Bildg. Nr. 181 S. 107-13; F. F. Siggelkow, Studien zu mnd. Volks-büchern, Greifsw. Diss. 1930 u. Nd. Jahrb. 55, 1931; Stammler, Von d. Mystik z. Barock, 1927,258-64; W. Liepe, Merker-Stammlers Reallex. 3,481-85. — Goedeke, Grundr. I 2 , 339^3.353-58, nd. S. 466 f.; Mittelniederdeutsche Volksbücher: Jellinghaus, Gesch. d. mnd. Lit.,3. Aufl. 1925, 80 f.
Der gehörnte Siegfried x
Zu unterscheiden sind a) Das Lied vom hörnernen Siegfried 2 ausdem 15. oder 16. Jahrhundert und b) Das Volksbuch vom gehörntenSiegfried erst vom Anfang des 18. Jahrhunderts; ältester Druck 1726 (indiesem trägt Siegfried Hörner). Das Lied ist die Quelle des Volksbuchs, undsein Inhalt wird von diesem fast wörtlich wiedergegeben. Volksbuch: Sieg-fried, der Sohn des Königs Sieghard in den Niederlanden, entfernt sich ausdem Vaterhaus, wird von einem Schmied aufgenommen, schlägt den Amboßin den Grund und erschlägt einen Drachen; durch Bestreichung mit demDrachenfett wird er mit einer Hornhaut überzogen (der „gehörnte" Siegfried);er kommt an den Hof von Worms zu König Gibald. Dessen Tochter Flori-gunde befreit er vom Drachenstein; lange Kämpfe; Hochzeit mit Florigunde,wobei die Memmen Jorcus und Zivelles einen Zweikampf aufführen. Siegfriedwird auf der Jagd von Hagenwald ermordet.
Stoffe der Karlssage
Auf französische Quelle deutet schon der Name des Helden imFierabras, 3und zwar war diese ein französischer Prosaroman, der auch ins Englische,Spanische, Isländische überging. Im Deutschen ist nur eine Ausgabe gedruckt,1533. Der Stoff gehört der Karlssage an; hauptsächlich besteht er aus Kämp-fen des Riesen Fierabras, des Heidenkönigs Baland von Spanien Sohn, dersich, von Olivier besiegt, taufen läßt.
Ebenfalls zur Karlssage gehört das Volksbuch „Die Haimonskinder". 4Der Inhalt behandelt Vasallenkämpfe gegen Karl d. Großen (eigentlich Karl
x Görres S. 93-99; Simrock; Schwab; selbst üb. d. franz. Fierabras-Dichtungen S.62.
Meyers Volksbücher Nr.445 f., 1888. — * Ausg.: Reifferscheid, Historie van Sent
Bobertag 1, 165-72. Reinolt (mittelniederfränk.), ZfdPh. 5, 271
2 Das Siegfriedslied s. oben unter Nibelungen. -93; Fr. Pfaff, Reinolt v. Montelban, Lit.
3 Ausg.: Büsching u. v. d. Hagen, Buch der Ver. 174, 1885; Ders., Das deutsche VolksbuchLiebe S. XXXVI-XLIV u. Ausg. S. 143-268; von den Heymonskindern, 1887; A. Bach-Simrock. — Bobertag 1, 61 ff. 95ff.; da- mann, Die Haimonskinder in deutscher Über-