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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Prosaauflösungen deutscher Epen. Fortunatus 515

Ersteres erhält Fortunatus, der Sohn eines armen Bürgers aus Zypern undspäter Diener eines flandrischen Grafen, dem er entflieht, von der JungfrauFortuna zum Geschenk, letzteres raubt er dem Sultan von Ägypten. Ineinem zweiten Teil folgen die Schicksale der Söhne des Fortunatus. Ent-stehung und Quelle sind unbekannt; der Roman ist in französischer, italieni-scher, holländischer, dänischer, isländischer und schwedischer Sprache bekanntgeworden. Deutsche Drucke zählt Goedeke von 1509 bis 1787 siebzehn, dazueinen niederdeutschen (1602).

7. VOLKSBÜCHER

Eine strenge Trennung zwischen Prosaroman und Volksbuch ist nicht zumachen. Oft wird der Prosaroman zum Volksbuch, was schon eine stilistischeVeränderung zur Folge haben kann. Der Unterschied liegt in dem Sinken dergeistigen Ebene und des Geschmacks, ist also schon zeitlich bedingt, damitaber auch sozial. Der Prosaroman ist immerhin noch ein höfischer Lesestoff,das Volksbuch ist gesunkenes Kulturgut; der Geschmack der Oberschichtwandelt sich zu bürgerlicher Sehweise. Diese Gattung kommt, der geschicht-lichen Entwicklung entsprechend, im 15. Jahrhundert zur Geltung und findetihre Existenzmöglichkeit, ihre leichte Verbreitung, hauptsächlich durch denjetzt aufkommenden Buchdruck und den damit verbundenen Geschäftsnutzen,so daß die Volksbücher mit immer sich änderndem Inhalt bis in die neue ZeitLesekost des Volkes geblieben sind, wie z. B. auf den Jahrmärkten noch heutesolche HefteGedruckt in diesem Jahr" verkauft werden. Humorvoll erzähltGoethe im ersten Buch von Dichtung und Wahrheit über die FrankfurterFabrik jener Bücher" und denBuchtrödler". Ein Beispiel für die Lebens-auffassung und die Lebenswertung, die in diesen Volksschriften herrscht, bietetder Hug Schapler, der als Metzgersohn geboren später den Königsthron be-stieg (Mackensen, Volksbücher S. 3).

Da viele der Volksbücher erst im 16. Jahrhundert entstanden, so soll hierder dieser mittelhochdeutschen Literaturgeschichte bestimmte Zeitraum über-schritten, und es sollen auch die Volksbücher des 16. Jahrhunderts kurz an-gegeben werden.

Allgemeine Literatur über die Volksbücher: Buch der Liebe, gedr. bei Sigismund Feyrabend,Franckf. a. M. 1578. 1587; Joseph Görres, Die teutschen Volksbücher, 1807 (von Görresstammt der NameVolksbücher"), neuhgb. von Lutz Mackensen, 1925; Büsching und vonder Hagen, Buch der Liebe, 1809, dazu J. Grimm, Kl. Sehr. 6, 84-100, s. W. Grimm, Kl. Sehr.2, 52-77; Gustav Schwab, Buch der schönsten Geschichten u. Sagen, 1836, neue Ausg. vonBenz; Dt. Volksbücher für d. Jugend, 1887 ff. (Meyers Volksbücher); Simrock, Deutsche Volks-bücher nach d. ältesten Ausgaben hergestellt, 1845-67, neue Ausg. 1887 ff.; Martin Sommer-feld, Dt. Volksbücher... auf Grund der Erneuerungen von K. Simrock, 1928; A. Bachmannu. S. Singer, Deutsche Volksbücher aus einer Zürcher Hs. des 15. Jh.s hgb., Lit. Ver. 185, 1889(enthält: Das Buch vom heil. Karl, Das Buch vom heil. Wilhelm, Christus als Kaufmann, DasBuch vom heil. Georg, Das Buch von Hester, Das Evangelium Nicodemi); Volksbibliothek desLahrer Hinkenden Boten; Rich. Benz, Deutsche Volksbücher, hgb. 1911 ff.; Ders., Gesch. u.

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