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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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509
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Die Minne im Garten. Der neuen Liebe Buch. Bestrafte Untreue 509

verliebt. Der Apparat ist der einer Minneallegorie: der Dichter trifft auf derJagd eine Hindin (er jagt das tierlein nicht!), findet dann drei edle Jungfrauen,State, Treue und Ehre, die ihm Tugendlehren geben, dann einen alten Mann,der sichtreuer Rat" nennt und ihm empfiehlt, die Hindin abmalen zu lassen.Der Erfolg ist, daß er ihr Bild im Herzen trägt; 300 V.

Bestrafte Untreue 1

Eine Frau spricht; sie fordert die jungen, werden auf, sich an des MaienBlüte zu freuen. Die Arme hat senden smertzen, der ihr durch Untreue wider-fahren ist. Am Morgen (V. 49) geht sie hinaus in den grünen Wald zu einemschönen Baumgarten und klagt ihren Schmerz; da sieht sie drei schöne Frauen:die eine, schwarz gekleidet, nant frow truw sich; die andere, in Blau, frowstätikait; die dritte, in Weiß, heißt lieb; dann kommt eine noch schönere Fraugegangen, frow Minn (V.205). Die vier Frauen beschließen, alle Frauen vorjenem Ungetreuen zu warnen (V. 319). Sie scheiden (V. 339); die Nacht treibtdie treulos Verlassene mit ihrem Leid nach Hause (V. 350). Bei Wilks 356 V.,bei Matthaei 378 V. Die Erzählungsweise ist klar, anschaulich, getragenvon warmer Empfindung und belebendem Natursinn, ohne den Gebrauchder geblümten Rede. Heimat (Mundart): ostschwäbisch. Das Versmaßist frei, meist vierhebig stumpf. 3 Hss.: Wilks S.8-21; Priebsch, Dt. Hss.in Engl. Bd. 2, 1901 S. 215.

In der Klage der Mannheit 2 klagt diese über den Tod ihrer SchwesternState, Milde, Treue und erzählt von der Ausrüstung eines Ritters.

Von einem mittelfränkischen Bruchstück 3 (116 teilweise verstüm-melte V.) ist der Aventüreneingang erhalten. Der Dichter erzählt. Er istin fremde Länder geritten, um ihre Sitten kennen zu lernen (V.40); er kam inein Gebirge, dort fand er eine Höhle (74), darinnen einen See mit einem Schiff-lein (86), der Steuermann lud ihn ein, ihn dahin zu führen, wo er die größteWonne der Erde sehen könnte (91). Der Dichter trat ins Schiff (99), zog dasSegel auf und kam aus der Höhle (106), deren Tür sich auftat; sanft fuhrer, wähnte in dem Grale zu sein, der Wind aus dem Berge benahm ihm alleSorgen.

Predigt über die Minne. 4 Die Minne ist von Gott eingesetzt, folglichkeine Sünde. Eine Frau, die noch nicht geminnt hat und sich vornimmt, dieskünftig zu verbessern, wird vom Priester ihrer Sünden losgesprochen.

1 Ausg. u. Abhandl.: John Wilks, MA., Be- Katalog, der Hss. der Univ.-Bibl. in Heidei-strafte Untreue, eine allegorische mhd. Minne- berg S. 70 u. S. 106 (Cod. pal. germ. Nr. 313rede, mit Einleit. u. Anmerkungen, hgb. The- u. 358); das Gedicht wird auch genanntDersis (Diss.), London 1923, dazu L. A. Wil- Spruch von den zehn Schwestern", Wilken,loughby, Mod. Lang. Rev. 1924,492 f.; Kurt Gesch. der ... Heidelbergischen Büchersamm-Matthaei, Mhd. Minnereden I, Dt. Texte d. lungen, 1817, S. 402 Nr. 15.

MA.sBd. 24, 1913, Nr. 11 S. 113-19 (Hs. G). 3 Hgb. Mourek, ZfdA. 47, 197 ff.; v.

2 Ungedruckt. Zacher, ZfdA. 1, 238 Nr. 34; Kraus, Mhd. Übungsb. 2 , 1926, 168 f. 288.Martin, ebda 13, 364 Nr. 17; Keller, Alts- 4 Lassberg LS. 3, Nr. 188 S. 125-33.wert S. X Nr. 15. XXIV Nr. 10; Bartsch,