494 Erzählende Literatur
der mit formelhaftem „Klopf an" beginnt (Klopf an klopff an Der himel hatsich auf getan Daraus ist hau vnd seid geflossen Domit werstu begossen) , wirdihm zugeschrieben (Keller S. 1149 f. — s. oben 13. Jh. unter Didakt. Klein-dichtung am Schluß); Neujahrswünsche, Schade aaO. S. 75.
Rosenplüt ist ein typischer Vertreter der bürgerlichen Kunst des Spät-mittelalters mit seinem realistischen Sinn, indem er, selbst ein Mann desVolkes, die Lebensanschauung aus dem Volkstum schöpft. So ist auch seineSprache: derb volksmäßig, auch zuweilen anstößig und geschmacklos, bild-lich, bilderreich, mit Humor gewürzt. Die Verse sind frei gebaut, „wilderVersbau".
Weniger bekannt war der am Ende des 15. Jahrhunderts lebende Nürn-berger Kunz (Konrad) Has. 1 Er ahmt Rosenplüts Lobspruch auf Nürnbergnach und setzt ihn fort. (2) In einem „Fastnachtlied Der Calender zu Nürn-berg" (19 achtzeilige Strophen) preist er eine Anzahl Heiligentage, die Ge-legenheit zu Tanzen, Fressen und Saufen bringen. (3) In dem Spruch „Vonetlichen Ständen der Welt" stimmt er ein Klaglied an über den danieder-liegenden Handel und über das sittenlose Leben aller Stände. (4) In dem„Gespräch des Herren Christi mit S.Petro" stattet Petrus dem Herrn Berichtab über die Verderbnis in allen Ständen; (5) Gedicht auf die Sundersiechen,gedr. 1493.
Hans Folz
Den Bahnen Rosenplüts folgt in den Gattungen seiner Gedichte, die ermit ihm gemein hat, sein jüngerer Zeitgenosse Hans Folz, 2 der in Worms
1 Lit. s. Goedeke, Grundr. I 2 , 333; Kober- die Weimarer sind von H. F. geschrieben);stein, Grundr. I 8 , 330 Anm. 13. — (1) K. A. Ders., Quellenstudien zu H. F., ZfdA. 50,Barack, Ein Lobgedicht auf Nürnberg aus 314-28; Goedeke, Germ. 15, 197-201; Leitz-d. Jahre 1490 von d. Meister-Sänger K. H., mann, Zu Folzens Meisterliedern, Beitr. 43,1858; (2) Keller, Fastnachtspiele Bd. 3, 266-75; Alex. Hoch, Geiler v. Kaysersberg,1103-7; (3 u. 4) Uhland, Schriften 2, 530-33; Ars moriendi a. d. J. 1497, nebst e. Beicht-(5) H. Roesch, Ein neues Ged. von Kunz gedieht von H. F. v. Nürnb., hgb. 1901. Fast-Has, Mitt. d.Ver. f. Gesch. v. Nürnb. 16, 1905, nachtspiele: Keller, Fastnachtspiele 2,240-44. 523-40; A. L. Mayer, ZfdA. 50, 314-25;
2 Goedeke, Grundr. I 2 , 329-31; A. Götze, Günth. Müller in Walzels Handb. S. 71 f.;Frühneuhochdt. Lesebuch 2 , 1925, 31 f. — Keller, Erzähl, aus ad. Hss. S. 111-19 (vonBartsch, ADB. 7,1878,151 ff.; Museum f. ad. e.Pfarrer). Spruchgedichte: Wackernagel,Litt. u. Kunst 2, 1811, 317 ff.; Lochner, Vier Sprüche von H. F., ZfdA. 8, 507-36;Gosche's Arch. f. Litteraturgesch. Bd. 3, hgb. Zarncke, Ein Spruch u. ein Rätsel von H. F.,v. Schnorr v. Carolsfeld, 1874, 324-29 (Urkun- ebda 537-42; Alex. Reifferscheid, Zur Folz-den); Lütcke, Stud. z. Philosophie der Mei- bibliographie, ZfdPh. 8, 185 f. (Von allemstersänger, 1911, S.7ff.; A.L.Mayer, Quellen- Hausrat), auch Götze, Frühneuhochd. Leseb. 2stud. zu H. F.; ZfdA. 50, 314-28; Könnecke, S. 32 f.; Spruch von der Pest, 1482, hgb.Bilderatlas 2 S. 90. 96. 101. —Abdruck von Martin 1879; Martin, Ausg. von Herrn.Gedichten des H. F.: Keller, Fastnachtspiele v. Sachsenheim (s. ob.) S. 10; Spruch „Dises3, 1195-1324, Nachlese S. 309 ff.; Ders., Er- puchlein saget uns von allen paden ..." (Nürn-zähl. aus ad. Hss. S. 111-19. 228 f. 286 ff. berg 1480), Faksimiledruck 1896; Th. Hampe,387 ff.; Abhandlungen u. Abdrücke: H. Mi- Üb. e. Prosatraktätchen Hans Folzens von d.chels, Studien zu d. ältesten dt. Fastnacht- Pestilenz, Mitteil, aus d. Germ. Nationalmu-spielen, QF. 77, 1896; Aug. L. Mayer, Die seum, 1896, 83-90; Bolte, Die ältesten Fas-Meisterlieder des H. F. aus der Münchener sungen des Schwankes vom Kuhdieb, Arch.Originalhs. u. d. Weimarer Hs. hgb., Dt. Texte 113, 1904, 17-30; U. Hellmann, Die natur-des MA.s 12, 1908 (die Münch. Hs. u. z. Teil Wissenschaft!. Lehrgedichte des H. F., Berl.