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Erzählende Literatur
berg, seines Handwerks ein Rotschmied (Gelbgießer), seit 1444 von der Stadtals Büchsenmeister (Geschützmeister, ein militärisches Amt) angestellt.„Wappendichter" ist er eigentlich nicht gewesen, denn es ist nur ein Gedichtdieser Art (auf Ludwig den Reichen von Baiern, 1460) von ihm vorhanden(Liliencron Nr. 110, Wendeler aaO. S. 103 ff.). Sein dichterisches Eigentumist verbürgt dadurch, daß er sich in seinen Erzeugnissen nennt (Rosenplütoder Schneperer) oder durch Andeutungen (am Schluß) erkennen läßt,-auch kann das Vorkommen in Handschriften, die im übrigen hauptsächlichSachen von ihm enthalten (Rosenplüthandschriften), Anhalt gewähren, ebensostilistische und innere Gründe — ein Kriterium, das mit Vorsicht angewendetwerden muß.
Seine historisch-politischen Sprüche fallen in die Jahre 1427-60 (Li-liencron Nr. 61). Ein Spruch von Beheim, Schlacht bei Tachau gegen dieHussiten, 1427; Nr. 68: Von der Hussenflucht, 1431; Nr. 93: Schlacht beiHembach, zwischen Nürnberg und dem Markgrafen Albrecht Achilles, 1450;Nr. 109: Von den Türken, 1458; Nr. 110: Von Herzog Ludwig von Baiern, 1460.Seine städtisch-bürgerliche Gesinnung, die mehrfach einen feindlichen Tongegen Fürsten und Adel annimmt, bringt er in dem Lobspruch auf die StadtNürnberg 1447, in dem er die Bürgerschaft und die Verfassung rühmt, zumAusdruck. — In seinen zahlreichen Sprüchen und Erzählungen ist die Dar-stellung grob volksmäßig, oft zu gedehnt. Sie sind zum Teil lehrhaft: Gegendie Welt (s. Euling oben unter der Lit.; Keller, Fastnachtspiele 3, 1343);
dazu R. Köhler, Germ. 6, 106-9; Wende-ler S. 389-402: Die klag vom Wolf am Hage;Euling, Zwei ungedruckte Sprüche R.s, ZfdA.32, 436-45 (1. Spruch ernst moralisch, gegendie Welt; 2. Spr.: drei Ehefrauen klagen üb.ihre liederlichen Männer, am Schluß gibt d.Dichter ihnen Lehren); Geuther, Stud. z.Liederb. d. KI. Hätzl. S. 162-64; Max Herr-mann, Die Reception des Humanismus inNürnberg, 1898, darin S. 16-25 Gregor Heim-burgs Einfluß auf Rosenpl. u. dessen Lob-spruch auf Nürnberg 1447. — Priamel: KarlEuling, Das Priamel bis Hans Rosenplüt,Germ. Abhandl. Nr. 25, 1905, 484-583; Ders.,Hundert noch ungedruckte Priameln des 15.Jh.s, Gott. Beitr. z. dt. Philol. II, 1887; Ders.,Kleinere mhd. Erzählungen, Fabeln u. Lehr-gedichte, Dt. Texte des MA.s Bd. 14, 1908,S. 109; Ders., Merker-Stammlers Reallex. 2,723-25, C. Wendeler, De Praeambulis eorum-que historia in Germania, Hall. Diss. 1827;Rodler, Priameln, Germ. 3, 368-74; Zin-gerle, ebda 5, 44-46. — Weingrüße u. Wein-segen, Rosenpl. zugeschrieben: Haupt, Ad. Bl.1, 401-16. — Eine Lügendichtg. von Ros.:Euling, ZfdPh. 22, 317-20.
Seine Lebensdaten sind urkundlich bezeugt.— Über den Namen: Keller, Fastnachtspiele3,1077-79; Wendeler S. 97 ff. 385 ff. 419 ff.;Goedeke, Grundr. I 2 , 327. — Schnepperer,sein Familienname, bedeutet Schwätzer.
Uhland, Schriften 2, 365 f.; Adelbert Kel-ler, Fastnachtspiele aus dem fünfzehntenJahrh. dritter Teil, Lit. Ver. Nr. 30, 1853,S. 1075-1196; Camillus Wendeler, Stud.üb. H. Rosenpl., J. M. Wagners Archiv I,1874, 97-133.385-440; M. Faber, H. Rosenpl.ein Rothschmied, Germ. 35, 407-12; J. Dem-me, Stud. üb. H. Rosenpl., Münch. Diss. 1906,— Dichtungen Rosenplüts: Ausführliches Ver-zeichnis bei Goedeke, Grundr. I 2 , 327-29;eine größere Anzahl Dichtungen enthält Kel-ler, Fastnachtspiele aaO.; v. Liliencron,Die historischen Volkslieder der Deutschenvom 13. bis 16. Jh., Bd. 1, 1865 (s. unten).Einzelne Gedichte sind gedruckt oder bespro-chen: Canzlers u. Meißners Quartalschrift f.ältere Litt. u. neuere Leetüre I, 1783, u. III,1785, dazu s. Lambel, J. M. Wagners Archiv I,212-21 (der clugnarr); Vom Kriege zu Nürn-berg (= Liliencron Nr. 95) hgb. Lochner1849; Der Spruch von Nürnberg, hgb. Loch-ner 1854; Liederbuch der Hätzlerin, 2. Abteil.Nr. 76. 85; R.Köhler, Rosenblüts disputazeines Freiheits mit e. Juden, Germ. 4, 482-93u. Kl. Sehr. 2, 1900, 479-94, s. Liebrecht,Germ. 5, 487; R. Köhler, Zur Lit. H. Rosen-plüts, Germ. 6,106-9; Bartsch, ebda 8,41-45;Weigand, Sprüche von H. Rosenblut, ZfdA.9, 167-75. 11, 176; Max Jordan, Das König-thum Georgs von Podiebrad, 1861, darin 5 un-gedruckte Gedichte Rosenplüts S. 394-425,