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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Otto Baldemann von Karlstadt. Lupold Hornburg von Rotenburg 489

Jahr 1341, in dem dise rede von dem Romischen Rieh und dise derbermelicheclage geschrieben wurde. 1

Den Ostfranken Lupoid Hornburg von Rotenburg (Rothenburgob der Tauber) kennen wir aus der Würzburg-Münchener Handschrift desMichael de Leone. Seine fünf Gedichte sind: 1. Die Landpredigt (266 Verse)gibt eine Aufzählung der Plagen, die Gottes Zorn über die Habsucht undUngerechtigkeit der weltlichen und geistlichen Fürsten in den Jahren 1347und 1348 hat hereinbrechen lassen. 2. Die Rede von des Reiches Klage hatLupoid aus Otto Baldemanns gleichnamigen Gedicht mit geringen Auslas-sungen und größeren Zusätzen wörtlich übernommen (590 Verse). 3. DerZunge Streit richtet sich gegen Karl IV., den Begünstiger des falschenWaldemar (138 Verse). 4. Die Ehrenrede, eine Preis- und Leichenrede aufden fränkischen Reichsfreiherrn Konrad III. von Schlüsselberg (70 Verse).5. Von allen Singern, drei Strophen, gibt eine kurze Charakterisierung vonzwölf Minnesängern und Spruchdichtern des 13. Jahrhunderts. Lupoid Horn-burg war Laie und läßt sich knappe anreden (in Nr. 2). In den meistenseiner Gedichte nennt er sich. Die Nummern 1-4 fallen in das Jahr 1347/48,Nr. 5 jedenfalls vor 1355. Gedruckt sind bis jetzt nur Nr. 3 und Nr. 5. 2

Heinrich der Teichner. Peter Suchenwirt

Viel stärker als die Genannten greifen zwei ebenfalls im 14. Jahrhundertwirkende Spruchdichter in die deutsche Literaturgeschichte ein, Der Teichnerund Suchenwirt.

Heinrich der Teichner 3 war Österreicher; seine Heimat war wohlWien (Karajan S. 18 ff.); zweimal nennt er Wien in seinen Gedichten und in

1 Hgb. J. M. Peter, Progr. Würzburg 1842 wald S. 8.

(deutsch u. lat.). Ruland, Die Würzburger 3 Es gibt noch keine Gesamtausgabe. Ab-

Hs. d. k. Univers.-Bibl. zu München, Arch. d. handl.: Th. G. v. Karajan, Üb. Heinr. d. T.,

histor. Ver. f. Unterfranken 11, 1851, 32; Denkschriften der k. Akad. d. Wissensch.

ZfdA. 3, 441 f.; Massmann, Anz. f. Kunde d. phil.-hist. Kl. Bd. 6, 1855, dazu Pfeiffer,

dt. Vorz. 7, 1838, 235 f.; Ehrismann, Beitr. Germ. 1, 375-81; v. Karajan, Üb. H. d. T.,

22, 332; Zwierzina, Lupoid Homburgs Ge- Vortrag 1854; Seemüller, ADB. 37, 544-47;

dichte (s. unt.) 118-24; Ders., Festg. f. Luick, Ders., in Gesch. d. Stadt Wien III. Bd. I.Hälf-

1925, 122 ff.; J. van Dam, Stammlers Ver- te, 1907, S.34ff.; Ders., ZfdPh. 19, 378;

fasserlex. 1,155. Wackernhell, Hugo v. Montfort (s. oben)

2 Die maßgebende Untersuchung über Lup. S. CCLIV f.; Euling, Stud. üb. Heinr. Kauf-Homburg ist: Konrad Zwierzina, Lup. Hörn- ringer, 1900, Reg. S. 126; Brinkmann, Dt.burgs Gedichte, Festschr. d. K. K. Erzherzog- Vjschr. 3, 1925, 639; W. Rehm, ZfdPh. 52,Rainer-Real-Gymnasiums in Wien 1914 (mit 289-330 pass.; Ders., Der Todesgedanke in d.Lit.); MSH. 4, 881 f.; Bartsch, ADB.; Ru- dt. Dichtg., 1928, S. 82 u. ö. Castle, Öster-land aaO.; Schönbach, Wien. SB. 145 Nr. 6, reich. Lit., in Merker-Stammlers Reallex. 2,1902,37f.;PLENio, Beitr. 42,481.485.Von 583; Schneider, ebda 365 f. Einzelneallen Singern ist abgedr.: Docen, Mus. f. ad. Spruchgedichte, besprochen od. abgedruckt:Lit. u. Kunst II, 1811, 18-29 u. MSH. IV, Anz. für Kunde d. dt. Vorz. 7,494 ff.; Aretins881 f.; s. Haupt, Minnesangs Frühl. 2 S. 288 Beitr. 9, 107 ff.; Graffs Diut. 3, 188. 367;Anm.; Zarncke, Beitr. 7, 586; Roethe, Rein- Lassbergs Lieder Saal 1, 395-502; Karajan,mar, Reg. S. 637, dazu Zwierzina S. 129. Üb. H. d. T. S. 8 ff.; Haltaus, Liederb. d.Der Zungen Streit ist abgedr.: v. d. Hagen, Clara Hätzlerin S. XXIII f.; Geuther, Stud.Märkische Forschungen 1841, 1, 113, s. W. z. Liederb. d. Klara Hätzlerin S. 42 f. u. ö.;Grimm, Heldensage 3 , 1889, 308 f. (Zwierzina Keller, Erzählungen aus ad. Hss.; Docen,S. 124 nachträgt.); Schröder, König v. Oden- Mise. 2,228-38 (3 Sprüche abgedr.); Zarncke,