Otto Baldemann von Karlstadt. Lupold Hornburg von Rotenburg 489
Jahr 1341, in dem dise rede von dem Romischen Rieh und dise derbermelicheclage geschrieben wurde. 1
Den Ostfranken Lupoid Hornburg von Rotenburg (Rothenburgob der Tauber) kennen wir aus der Würzburg-Münchener Handschrift desMichael de Leone. Seine fünf Gedichte sind: 1. Die Landpredigt (266 Verse)gibt eine Aufzählung der Plagen, die Gottes Zorn über die Habsucht undUngerechtigkeit der weltlichen und geistlichen Fürsten in den Jahren 1347und 1348 hat hereinbrechen lassen. — 2. Die Rede von des Reiches Klage hatLupoid aus Otto Baldemanns gleichnamigen Gedicht mit geringen Auslas-sungen und größeren Zusätzen wörtlich übernommen (590 Verse). — 3. DerZunge Streit richtet sich gegen Karl IV., den Begünstiger des falschenWaldemar (138 Verse). — 4. Die Ehrenrede, eine Preis- und Leichenrede aufden fränkischen Reichsfreiherrn Konrad III. von Schlüsselberg (70 Verse). —5. Von allen Singern, drei Strophen, gibt eine kurze Charakterisierung vonzwölf Minnesängern und Spruchdichtern des 13. Jahrhunderts. Lupoid Horn-burg war Laie und läßt sich knappe anreden (in Nr. 2). In den meistenseiner Gedichte nennt er sich. Die Nummern 1-4 fallen in das Jahr 1347/48,Nr. 5 jedenfalls vor 1355. Gedruckt sind bis jetzt nur Nr. 3 und Nr. 5. 2
Heinrich der Teichner. Peter Suchenwirt
Viel stärker als die Genannten greifen zwei ebenfalls im 14. Jahrhundertwirkende Spruchdichter in die deutsche Literaturgeschichte ein, Der Teichnerund Suchenwirt.
Heinrich der Teichner 3 war Österreicher; seine Heimat war wohlWien (Karajan S. 18 ff.); zweimal nennt er Wien in seinen Gedichten und in
1 Hgb. J. M. Peter, Progr. Würzburg 1842 wald S. 8.
(deutsch u. lat.). — Ruland, Die Würzburger 3 Es gibt noch keine Gesamtausgabe. — Ab-
Hs. d. k. Univers.-Bibl. zu München, Arch. d. handl.: Th. G. v. Karajan, Üb. Heinr. d. T.,
histor. Ver. f. Unterfranken 11, 1851, 32; Denkschriften der k. Akad. d. Wissensch.
ZfdA. 3, 441 f.; Massmann, Anz. f. Kunde d. phil.-hist. Kl. Bd. 6, 1855, dazu Pfeiffer,
dt. Vorz. 7, 1838, 235 f.; Ehrismann, Beitr. Germ. 1, 375-81; v. Karajan, Üb. H. d. T.,
22, 332; Zwierzina, Lupoid Homburgs Ge- Vortrag 1854; Seemüller, ADB. 37, 544-47;
dichte (s. unt.) 118-24; Ders., Festg. f. Luick, Ders., in Gesch. d. Stadt Wien III. Bd. I.Hälf-
1925, 122 ff.; J. van Dam, Stammlers Ver- te, 1907, S.34ff.; Ders., ZfdPh. 19, 378;
fasserlex. 1,155. Wackernhell, Hugo v. Montfort (s. oben)
2 Die maßgebende Untersuchung über Lup. S. CCLIV f.; Euling, Stud. üb. Heinr. Kauf-Homburg ist: Konrad Zwierzina, Lup. Hörn- ringer, 1900, Reg. S. 126; Brinkmann, Dt.burgs Gedichte, Festschr. d. K. K. Erzherzog- Vjschr. 3, 1925, 639; W. Rehm, ZfdPh. 52,Rainer-Real-Gymnasiums in Wien 1914 (mit 289-330 pass.; Ders., Der Todesgedanke in d.Lit.); MSH. 4, 881 f.; Bartsch, ADB.; Ru- dt. Dichtg., 1928, S. 82 u. ö. — Castle, Öster-land aaO.; Schönbach, Wien. SB. 145 Nr. 6, reich. Lit., in Merker-Stammlers Reallex. 2,1902,37f.;PLENio, Beitr. 42,481.485. —Von 583; Schneider, ebda 365 f. — Einzelneallen Singern ist abgedr.: Docen, Mus. f. ad. Spruchgedichte, besprochen od. abgedruckt:Lit. u. Kunst II, 1811, 18-29 u. MSH. IV, Anz. für Kunde d. dt. Vorz. 7,494 ff.; Aretins881 f.; s. Haupt, Minnesangs Frühl. 2 S. 288 Beitr. 9, 107 ff.; Graffs Diut. 3, 188. 367;Anm.; Zarncke, Beitr. 7, 586; Roethe, Rein- Lassbergs Lieder Saal 1, 395-502; Karajan,mar, Reg. S. 637, dazu Zwierzina S. 129. — Üb. H. d. T. S. 8 ff.; Haltaus, Liederb. d.Der Zungen Streit ist abgedr.: v. d. Hagen, Clara Hätzlerin S. XXIII f.; Geuther, Stud.Märkische Forschungen 1841, 1, 113, s. W. z. Liederb. d. Klara Hätzlerin S. 42 f. u. ö.;Grimm, Heldensage 3 , 1889, 308 f. (Zwierzina Keller, Erzählungen aus ad. Hss.; Docen,S. 124 nachträgt.); Schröder, König v. Oden- Mise. 2,228-38 (3 Sprüche abgedr.); Zarncke,