466 Einzelne Dichter
über Edelsteine und 13 ebensolche Strophen in seinem Marienliede „DerDom" 1 ; ein Gedicht auf den Zauberer Virgilius, 5 Strophen. 2
B. Übersetzungen. Er dichtete eine ungarische Chronik in lateinischenVersen (Fragment) 3 etwa 1352/53 für König Ludwig von Ungarn und ver-deutschte eine darauf beruhende lateinische Ungarnchronik (die von ihmselbst herrührte?) in Prosa für Herzog Rudolf IV. von Österreich.
Der römische SchriftstellerValeri us Maximus verfaßte in den Jahren 28-32n. Chr. seine Factorum et dictorum memorabilium libri novem, merkwürdigeTaten und Reden von Römern, welches Werk im Mittelalter viel gelesen, auchin die Volkssprachen übersetzt wurde. Diese Berühmtheit und vielleicht auchdie schwülstige Sprache waren wohl Veranlassung der — freien — ÜbersetzungHeinrichs v. Mügeln, der sie dem Hertnit von Petau 1369 widmete. 4
Prosaübersetzung des Psalmenkommentars (Glossa) des Nicolaus vonLyra (1325). 5
Heinrich von Mügeln besaß eine große Gelehrsamkeit, die er auch nachKräften zur Schau trug. Seiner Kunstanschauung nach ist er am ehesten demMeistergesang verwandt. Allegorie ist das hervortretende Mittel seiner Dar-stellung, seine Ausdrucksweise ist beherrscht von jener schwülstigen Manier,die in der Spätzeit so beliebt war, der geblümten Rede, dem schweren Schmuck;darin trifft er mit Alanus, dem Verfasser der Quelle für seinen „Kranz derMeide" zusammen. 6 — Der Versbau ist regelmäßig alternierend, die Reimesind nur stumpf. 7 Er ist beeinflußt von Konrad von Würzburg.
Hans von Bühel
Als ebenfalls im Hofdienst stehend, doch zu dem Adel gehörig kann unter diesernach Verfassernamen zusammengestellten Gruppe noch Hans von Bühel 8aufgeführt werden. Er gehörte wahrscheinlich zu dem Ministerialengeschlecht
gegeben, so die Strophenreihe „Von der heil. Strauch, Anz. 26, 214; Schröer, Germ. 13,
Dreifaltigkeit", deren erste Strophe gedruckt 213 f.; Ferd. Khull, Beiträge zum mhd.
ist bei Schröer, Germ. 13, 104. Wörterbuche, Progr. Graz 1884 (Wörter aus
1 Hans Lambel, Das Steinbuch von Volmar H.s v. M. Psalmenübersetzg.).
(s. oben), 1. Ausg. 1877 S. XXIX-XXXIII. 6 Sprache (Mundart): Anton Benedict, Üb.
126-34; Kube aaO. S. 55-91. d. Sprache in H.s v. M. „Der meide kränz",
2 Zingerle, Germ. 5, 368-71. Progr. Smichow, 1889. — Stil: Wilh. Müller3 Wilmanns, ZfdA. 14, 155-62; Schröer, aaO. S. 7 f.; Brinkmann, Üb. Wesen u. Form
Germ. 13, 212f.; Roethe, Reinmar S. 157f.; S. 102. 160.
Ders., ZfdA. 30, 345-50; Helm, Beitr. 21, 7 Metrik: Benedict, D. Metrik in H.s v. M.
241 ff. „Der meide kränz", Progr. Smichow 1890;
4 Schönbach, Miscellen aus Grazer Hss. Lütcke, Stud. aaO. S. 6 f.; Günther Müller
I. Heft, Mitteil. d. hist. Ver. f. Steiermark 46, in Walzels Handbuch S. 77.
1898, 3-22, dazu Strauch, Anz. 26, 212 ff. — 8 Fritz Seelig, Der elsässische Dichter Hans
Hoffmann, Verzeichnis der Wiener Hss. S.202. von Bühel, Straßbg. Stud. 3, 1888, 243-335,
214; Schröer, Wien. SB. aaO. S. 457; Goed- s. dazu Behaghel, Germ. 36, 241^16; Katha-
eke, Grundr. I 2 , 271. — Burdach, Festschr. rina Büschgens, H. v. B., neue Untersuchun-
Mogk, 1924, S. 248-50. — Auch Vintler hat in gen üb. Überlieferung, Reimgebrauch, Persön-
den „Blumen der Tugend" Mügelns Ausg. des lichkeit, Bonn. Diss. 1921, Masch.schrift;
Val. Max. benutzt, Zingerles Ausg. von Bolte-Poli'vka, Kinder- u. Hausmärchen 3,
Vintler (s. ob.) S. XIX-XXI. 1918, 397 ff.; Günth. Müller in Walzels-
6 Schönbach, Miscellen aaO. II. Heft, Mit- Handbuch S. 60 f. — Piper, Höf. Ep. 2, 373.
teil. d. hist. Ver. f. Steierm. 47, 1899, dazu 3, 250.