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nung abwenden. Aber hier zeigt sich dann doch ein Haften an weltlicher Bin-dung, indem er neben moralischen Sprüchen und „Reden" trotzdem dasLiebeslied weiter pflegte, allerdings im Dienste der eigenen Frau.Seine Dichtungen teilt er selbst ein in Reden, Briefe, Lieder. 1Die Lieder (zwölf) sind teils Tanzlieder (vier), die den alten Minneliedernentsprechen, auch in der Form, von diesen aber sich durch einen starkrealistischen Ton abheben, teils moralisierende (drei), die also so recht demSinne der lehrhaften Zeitrichtung entsprechen, teils Tagelieder (tagwise),weltliche (zwei) und geistliche (drei). — Liebesbriefe (acht), 2 in denenebenfalls Lehrhaftes und Geistliches mitspricht (vierzeilige Strophen). — DieReden (rede), die den größten Teil der Gedichte ausmachen, gehören derSpruchdichtung an und haben didaktischen, religiösen und auch erzählendenInhalt, sind aber länger als Sprüche, Reimpaare oder Strophen von einfachemBau. Als besten Sänger von goit und von den wappen (also von „Reden")rühmt er den Suchenwirt (Nr. II, 135 ff.). Seine Literaturkenntnis ist nichtgering, und er macht gern Gebrauch davon; er führt Aristoteles und Phyllisan (Nr. XV, 72. XXIV, 49. XXXIII, 29. XXXVIII, 45), die Zerstörung vonTroja (XXIV, 22 ff.), Karl d. Großen (VII, 24. XV, 76), die Heldensage (Nibe-lungen XXIV, 53), Dietrich v. Bern (XXIV, 61), Eckenlied (VII, 28), Artus(XV, 84), Parzival und den Gral nach dem jüngeren Titurel (V, s. oben; XV,92 ff. 160. XVIII, 200).
Als Beispiele mögen einige Reden hier vorgeführt werden. Nr. V (BartschS. 46-58; Wackernell S. 18-30), 388 V.: In der Jugend hat mich ein Leidenbezwungen, das waren selige Frauen; dreißig und vierthalb Jahre war ichalt, da dacht ich erst an Gott und dieTrügnis der Welt. Ich lief in den Wald,da kam der Held Parzifal. —• Beide führen darauf ein religiöses Gespräch überGott, und dann erklärt der Dichter den schlimmen Lauf der Welt, das Schisma,die Wahl des jungen Wenzel zum König von Böhmen, er klagt über dieHerrschaft des Geldes, den Wucher der Geistlichkeit (simoni), der Ritter-schaft, Bürger und Bauern; doch findet man immer noch manchen biderman,priester und och leien wolgetan. — Nr. XXV (Bartsch S. 118-124; WackerneilS. 73-79), 202 Verse, dise rede heiszt der tron (Traum): Er kommt in ein Toten-haus, wo viele Gebeine liegen, die zarten münd die roten die warent gar ver-blichen . . ., die röselochten wangen, die warent gar dahin; zwei Köpfe reden ihnfeindselig an, ein Weib und ein Herr, die ihre Verworfenheit beklagen; zweisprechen gütlich zu ihm, ein Weib und ein Herr, die rechtschaffen gelebt ha-ben ; der Mann sagt unter anderm: und hatt gar lieb min elich xvib. Ähnlich inNr. XXVIII Vers 298 ff.: „sag an, was ist das liebst uff erden?" ich sprach:„das sag ich dir: ein wolgerätni e, da mag nicht liebers werden" (BartschS. 147, 297 ff.; Wackerneil S. 100 Vers 297 ff.). — Nr. XXXI (Bartsch
1 In Nr. XXXI, Bartsch S. 180 V. 161 ff.; 2 Ernst Meyer, Die gereimten LiebesbriefeWackernell S. 132 V. 161 ff.; Wackernell des dt. MA.s, Marburg. Diss. 1898 S. 71-74,S. CCLIII-CCLX. sieht Einfluß des Briefstils in 10 Nummern.