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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
Entstehung
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IL EINZELNE DICHTER

Für die weltliche Dichtung des 13. Jahrhunderts war eine feste Gruppierungschon durch die in ihrer besonderen Eigenart scharf hervortretenden Persön-lichkeiten innerhalb der großen literarischen Gruppen Epik, Lyrik, Didaktikgegeben, auf der gesunkenen Ebene der spätmittelhochdeutschen Dichtungist eine streng durchgeführte Einteilung nach den Verfassern nicht mehrtunlich. Im folgenden sollen deshalb zunächst einige wenige einzelne Dichterfür sich genannt werden, dann soll die Einteilung nach den Stoffen, wie siesonst die mittelhochdeutschen Literaturgeschichtswerke für das 14. 15. Jahr-hundert haben, Platz greifen.

Den nachhöfischen Rittergeist des sinkenden Mittelalters vertreten durchdie Eigenart ihrer Persönlichkeit und das Lieblingsthema ihrer Dichtung, dieMinne, drei adelige Herren: Hugo von Montfort, Oswald von Wolken-stein, Hermann von Sachsenheim.

Hugo von Montfort, 1

über dessen äußeres Leben (1357-1423) zahlreiche Urkunden (BartschS. 20-24), auch stellenweise seine Dichtungen Auskunft gewähren, gehörtedem mächtigen Adelsgeschlecht der Grafen von Montfort in Vorarlberg an.Er besaß großes Ansehen in der Politik und Staatsverwaltung der österreichi-schen Herzöge Leopold und Albrecht III., nahm teil an der Preußenfahrt desletzteren im Jahre 1377 und an dem Zug nach Oberitalien 1381/82, wurde1388 zum österreichischen Landvogt im Aargau und Thurgau eingesetzt, 1415zum Landeshauptmann von Steiermark. Er war dreimal glücklich verheiratet,wobei er seinen Familienbesitz auch durch Güter in Steiermark vermehrte.Der Tod seiner ersten Frau 1390/91 bringt eine innere Umwandlung in ihmhervor, er will sich vom Frauendienst und überhaupt von weltlicher Gesin-

1 Ausg.: Bartsch, Lit. Ver. Bd. 143, 1879, Lit. Denkmäler d. 14. u. 15. Jh.s, Sammlung

dazu Kummer, Anz. 6, 317^12 u. Lbl. 1880, Göschen 1903, 29ff.; Seemüller, Gesch. d.

283-86; J. E. Wackernell, 1881 (mit aus- Stadt Wien III. Bd. I.Hälfte, 1907, S. 63;

führlicher Abhandlung), dazu Bartsch, GgA. Wackernell, Nachlese zu H. v. M., ZfdA. 50,

1882 Nr. 15, Emil Henrici, Anz. 8, 231-34, 346-65; Walth. Rehm, ZfdPh. 52, 315; Dens.,

Kinzel, ZfdPh. 13, 492-95; Lichtenstein, Der Todesgedanke in der dt. Dichtg, 1928,

DLz. 1882,1217 f., Brandl, Lbl. 1882, 92-96, S. 105; Günth. Müller, Reallex. 2, 214;

Cbl. 1882, 479, Bötticher, N.Jahrbücher Ders., Im Aufriß der dt. Lg., 1931, S.45; Hel-

1883, 443^7; ältere Abdrücke einzelner Ge- muth Langenbucher, Das Gesicht d. dt.

dichte s. Koberstein l 6 , 364. Abhandl.: Minnesangs, 1930, S. 87ff. Stellen: Leitz-

Uhland, Schriften 2,210-17; Jos. Bergmann, mann, Beitr. 44, 307-9. P. Runge, H. v.

Wien. SB. 9, 812ff.; Weinhold, Über den M., Lieder mit den Melodien des Burk Man-

Dichter Hugo VIII. v. Montfort, Mitteil. d. golt, 1906. Hss.: die einzig vollständige Hs.

hist. Ver. f. Steiermark H. 7, 1857; Jos. in Heidelberg, Weinhold aaO. S. 38 f.;

v. Bergmann, Landeskde von Vorarlberg, Bartsch S. 1-3; Wackernell S. CXII-

1868; Jos. Zösmair, Über die Burgen Alt- u. CXLIV; Wegener, Bilderhss. in der Heidelbg.

Neu-Montfort, Schriften d. Ver. f. d. Gesch. Univ.-Bibl., 1927, S. 4. Die Heidelbg. Hs.

d. Bodensees 10, 1880,123^4, s. auch S. 115f.; istwenigstens in ihrer zweiten Hälfte streng

Jos. Wastler, Mitteil. d. k. k. Centralkommiss. chronologisch geordnet und direkt auf Ver-

z. Erforschung u. Erhaltung der Kunst- u. anlassung des Dichters angefertigt" worden,

hist. Denkmale 16, 1890, H. 3; H. Jantzen, Roethe, Reinmar S. Ulf.

29 Deutsche Literaturgeschichte IV