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ziellen Stammesrechtes, wie des Sachsenspiegels, ein gesamtdeutsches Rechtdarzustellen. Der Verfasser war wahrscheinlich Augsburger Geistlicher undarbeitete um 1260.
Der Deutschenspiegel wurde in den Schwabenspiegel 1 aufgenommen,und hier wurde er in jenem zweiten, bloß übersetzten Teil ebenfalls umgearbei-tet. Die Bezeichnung „Schwabenspiegel" wurde erst im 17. Jh. (Goldast)eingeführt, in den Handschriften gilt der Name „Land"- oder „Lehenrechts-buch" oder „Kaiserrecht". Unter den Quellen, die der Verfasser, wahrschein-lich ein (ostfränkischer?) Geistlicher (um 1270-80?) in der Umarbeitungbenutzte, sind besonders hervorzuheben die Predigten Bertholds von Regens-burg und die Schriften Davids von Augsburg. 2 Gegen 350 Handschriften mitmancherlei Umbildungen sind erhalten und bezeugen die Verbreitung.
Von demselben Autor rührt vielleicht auch das Buch der Könige alterund niuwer e, 3 des Alten und Neuen Testamentes, her, das als Einleitungmit dem Schwabenspiegel verbunden ist. Es ist eigentlich eine Weltchronik,die die jüdische Geschichte des Alten Testamentes bis auf Esther und Judithumfaßt, dann (diu niuwe i) die Weltreiche, das römische Reich, die römischenund deutschen Kaiser. Diu alte e ist eine Bearbeitung der Bibel mit Beiziehungder Historia scholastica des Petrus Comestor, diu niuwe e eine Prosaauflösungder Kaiserchronik. Es ist das erste oberdeutsche geschichtlicheProsawerk (um 1270-80). In der Mitte des 14. Jh.s wurde es in schlechteReimpaare gebracht (eine Hs., Bruchst.).
Stiftg. f. Rechtsgesch. 50, 1930, 115-70; Ders., hardt, Vorarbeiten zu e. Parallelausgabe des
Heimat u. Alter des Deutschenspiegels, ebda Deutschenspiegels u. Urschwabenspiegels, Göt-
45, 13-150. — Eugen v. Müller, Der Deut- ting. Abhandl. NF. XX, 2, 1929; die Ausgabe
schenspiegel in seinem sprachl.-stilistischen wird in den Mon. Germ, erscheinen; Hans
Verhältnis zum Sachsenspiegel u. zum Schwa- Voltelini, Bericht üb. d. Arbeiten an d.
benspiegel, 1908; Naumann, Prosalesebuch Schwabenspiegel-Ausg., Anz. d. Ak. d. Wis-
S. 86-82; v. Schwerin, Stammlers Verfasser- sensch. in Wien Phil. Kl. 63, 1926/27, 123-36.
lex. 1, 410-13. 65, 1-15. 224-72; K. Weckel, Studien zu d.
1 Ausg.: Wackernagel, 1840; Freih. von Fassungen u. Hss. d. Schwabenspiegels, Mit-
Lassberg, 1840. — Laband, Üb. d. Verf. und teil. d. österr. Inst. f. GeschForsch. 44. H. 2 u.
die Handschriftengenealogie des Schwaben- 3, 1931; Voltelini, Bericht üb. d. Fortgang
spiegeis, 1861; Ficker, Üb. d. Entstehungs- der Arbeiten an der Schwabenspiegelausg.,
zeit des Schw., Wien. SB. 77, 1874, 795 ff.; Wien. SB. 1932.
L. Rockinger, Zur näheren Bestimmung der 2 Man hat deshalb früher den einen oder den
Zeit der Abfassung des sog. Schwabenspiegels, andern dieser Genannten für den Verfasser ge-
Münch. SB. 1867, 408 ff.; Ders., Üb. d. Ver- halten, s. obige Lit.
hältn. d. Schwabenspiegels zu d. Predigten d. 3 Ausg.: Massmann, Rechtsdenkm. d. dt.Bruders Berchtoldu. zur Summa des Raimund MA.s X, 1858; Ficker, Spiegel deutscher Leu-v. Pennaforte, ebda 1876; Ders., Der Könige te (Ausg.), 1859. — Massmann, Kaiserchron.Buch u. der sog. Schwabenspiegel, Abhandl. d. 3,43. 53-75; Schröder, Kaiserchron. S. 9-12.bayer.Ak. 17, I, 1883; Ders., D.Deutschensp., 76 f.; Leonh. Kandziora, D. gereimte Bruch-sog. Schwabensp. u. Bertholds v. Regensburg stück des Buches der Könige u. die entspre-dt. Predigten ..., ebda 22, II, 1904. 23, 211 chende Prosa, Greifsw. Diss. 1910; Alfred-300. 24, 475-536; J. Strobl, Wien. SB. 91, Hübner, Vorstudien zur Ausgabe des Buches1878, 205-22; Pfeiffer, ZfdA. 9, 3-6; Rich. der Könige in der Deutschenspiegelfassung u.Schröder, D. Alter des Schwabenspiegels, sämtlichen Schwabenspiegelfassungen, Gott.ZfdPh. 6, 418-22, s. auch ebda 1, 273 f.; Abhandl. 3. Folge Nr. 2 u. Sonderabdruck,E. Klebel, D. älteste dt. Schwabenspiegelhs. 1932 (maßgebend). — Hans Steinger, Stamm-usw.,Wien. SB. 211, 1931, H. 5. 6; Naumann, lers Verfasserlex. 1, 306-11.Prosaleseb. S. 90. — Neue Ausg.: K. A. Eck-