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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die Predigt des 12. und 13. Jahrhunderts

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B. GEISTLICHE PROSA

Im 13. Jahrhundert hatte sich der künstlerische Drang, das künstlerischeBewußtsein, mächtig entfaltet, so daß die Dichtung eine prosaische Literaturauch in der Darstellung geistlicher Stoffe nicht aufkommen ließ. Darumsind aus dem 13. Jahrhundert nur wenige Bibelwerke in Prosa zu verzeichnen.Zu den LG. II, 1, 142 f. angeführten Psalmenübersetzungen des 12. Jahr-hunderts sind noch hinzuzufügen : x die Windberger Psalmen , 2 Interlinear-version, eine Erneuerung der Psalmen Notkers (Wiener Handschrift), s. LG.II, 1, 140. 142. 143. 163. Eine nochmalige Erneuerung erfuhren diese im14. Jahrhundert (Docen, Mise. 1, 32 ff.). Ebenfalls noch im 12. Jahrhundert,vielleicht in die Zeit vor den Windberger Psalmen, sind anzusetzen diesog.Wiggertschen Psalmen". 3 Den Windberger Psalmen nahe stehendie Trierer Psalmen (13. Jahrhundert). 4 Die Schrift von Bruchstückeneiner Interlinearversion des Psalms 118 weist ebenfalls noch ins 12. Jahr-hundert. 5

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Wesentlich für die Predigt ist es, daß sie als gesprochenes Wort zum Vor-trag bestimmt ist, womit ihre Form als prosaisch und ihr Stil, der dem In-halt gemäß abwechselt, auf den Ton der Erzählung und Belehrung oder der

1 Die ältesten Psalmen (Fragmente) nachNotker sind hgb. von Horst Kriedte, Deut-sche Bibelfragmente in Prosa des XII. Jahr-hunderts, 1930, dazu Piquet, Rev. Germ. 22,1931, 64.

2 Hgb. Graff, Dt. Interlinearversion derPsalmen, aus einer Windberger und einer Hs.zuTrier hgb., 1839, dazu Schmeller, ZfdA. 8,120-45. Faks. bei Petzet und Glauning,Schrifttafeln 2 Nr. XIX. Kelle, LG. 2,80.288; P. Wallburg, Über die WindbergerInterlinearvers, der Psalmen, Straßb. Diss.1888; H. Lewarth, Zur dt. Interlinearvers,der Psalmen aus dem Kloster Windberg, Mar-burger Diss. 1913, dazu Berl. JB. 1914 S. 147;Wilhelm, Münch. Texte H.8, Denkmälerdt. Prosa, Kommentar 1. Hälfte, 1916, S.45.

Walther Bibelübersetzung Sp. 557-634,mit Faks. Windberg, ein im J. 1125 ge-stiftetes Prämonstratenserkloster, liegt imbayrischen Oberfranken.

3 Nach dem Entdecker und HerausgeberWiggert so benannt: F. Wiggert, Scherfleinzur Förderung der Kenntnis älterer deutscherMundarten und Schriften, vier Fragmenteeiner altd. Interlinearversion des Psalters,1832, dazu J. Grimm, Kl. Sehr. 5, 160-63;Haupt, ZfdA. 3, 236-39; Rich. Loewe, DieWiggertschen Psalmenfragmente, Beitr. 16,369-451; W. Prönnecke, Neue Bruchstückeder Wiggertschen Psalmen, ZfdA. 57, 136-40.

Von einem niederfränk. Mönche in einem

thüringischen Kloster noch vor der Mitte des12. Jh.s geschrieben.

4 Hgb. Graff, s. oben; Dorothea Ebert,Die Sprache des Trierer Psalters, Marbg. Diss.1915. Walther Sp. 587.

6 Leyser, ZfdA. 3, 136-39. Einzelnes:Birlinger, E. alemann. u. bayr. Gebrauchs-anweisung zu den Psalmen aus dem 12. 13.Jh., Alem. 12, 82-96; Schönbach, Bruch-stücke einer fränkischen Psalmenversion (12.Jh.), ZfdA. 45, 177-86.

6 Alanus de Insulis, Summa de arte praedi-catoria, Migne Bd. 210 Sp. 111-98; Wacker-nagel, Altdeutsche Predigten und Gebete,1876 (Auswahl verschiedener Stücke von ver-schiedenen Verfassern vom 12. bis 15. Jh.,Abhandl. über die ad. Pred. S. 291^45, Lit.S. 131 f.), dazu Steinmeyer, ZfdA. 20,215-34;R. Cruel, Gesch. der dt. Pred. im MA., 1879,dazu Schröder, Anz. 7, 172ff.; Ant. Linsen-mayer, Gesch. der Pred. in Deutschland vonKarl d. Gr. bis zum Ausgange des 14. Jh.s,1886; F. R. Albert, Die Gesch. der Pred. inDeutschland bis Luther, 3 Teile, 1892-96;A. Lecoy de la Marche, La chaire franijaiseau moyen äge, 2. ed. 1886. Piper, Ältestedt. Lit. S. 455ff. Nachtr. S.238; Schönbach,Studien z. Gesch. der ad. Predigt: Stück I,Üb. Keiles Spec. eccl., Wien. SB. 135, dazuBech, ZfdPh. 30, 226-37, Stück II ebda 142,Stück III ebda 147, Stück IV ebda 151, StückV ebda 152, Stück VI ebda 153, Stück VII