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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Legendenhafte Erzählungen 407

legenda aurea (vor 1280), und gelangte so ins Französische, Englische, Ita-lienische, Spanische, Altnordische. 1

Derselbe Stoff vom Durchleben ganzer Zeiträume im Schlafe findet sichlegendarisch gewandet auch im Mönch Felix. Einem Mönche Felix verkün-dete ein Vögelein in der Morgenfrühe die Herrlichkeit des Himmelreichs mitso süßem Gesang, daß er wähnte, im Himmel zu sein. Als er in das Klosterzurückkam, kannte ihn niemand. Er war hundert Jahre fort gewesen, dasdünkte ihn eine Stunde. Lit.: Ausg.: GSA. Bd. III Nr.90, 609-23 undS.CXXVII; neue Ausgabe mit umfassendem Kommentar: Erich Mai, Dasmhd. Gedicht vom Mönch Felix, Acta germanica N.R. H. 4, 1912 (Kap. I IIIals Berliner Diss. 1903), dazu Leitzmann, ZfdPh. 47, 113 f., Pfannmüller,DLz. 1913, 1250-53; Piquet, Rev. germ. 9, 489, s. auch Jos. Klapper, D.Legende vom Armen Heinrich, Progr. Breslau 1914 S. 12 Anm. 2; FritzMüller, D. Legende vom verzückten Mönch, den ein Vöglein in das Paradiesleitet, Diss. Erlangen 1913.

Das Felixgedicht ist mitteldeutsch, speziell thüringisch, Mitte oder 2. Hälftedes 13. Jahrhunderts, 380 Verse; der Verfasser war seinen Kenntnissen nachGeistlicher, und zwar Zisterzienser. 2 Außer dieser gibt es noch einige anderemittelhochdeutsche Fassungen: W. Grimm, Ad. Wälder 2, 70 ff.; Pfeiffer,ZfdA. 5, 433 f. (Brachst.); F. W. E. Roth, ZfdPh. 28, 35-38 (Kürzung); dasmittelhochdeutsche Gedicht vom zwibelcere; V.Hardenberg, Germ.25, 339^4(md. erste Hälfte des 13. Jh.s, 178 V.). 3Die Sage ist verbreitet in mancherlei Darstellungen. 4Eine anmutige Mönchslegende ist Das zwölfjährige Mönchlein. 5 EinKnabe, der sieben Schwestern hat, wird von seiner Mutter sechsjährig demKloster übergeben. Die Erzählung von der Geburt des Heilands erfüllt daskindliche Herz, und er hat nur die Sehnsucht, das Christkindlein zu sehen.Da erscheint es ihm er ist 12 Jahre alt mit einem Apfel in der Hand,

1 Ausg. des mhd. Gedichtes: Th. v. Karnjan s. Piper aaO. S. 39 Anm.

Von den siben slafaeren, 1839. Abhandl.: 2 Pfeiffer hielt das Ged. vom Mönch Felix

Massmann, Kaiserchron. S. 776-78; Aug. für einen Teil des Väterbuchs, Münch. Ge-

Reinbrecht, Die Legende von den sieben lehrte Anzeigen 1851, 735ff., s. Mai S. 63ff.

Schläfern, Diss. Göttingen 1880; John Koch, 3 Frühere mhd. Behandlungen der Legende:

Die Siebenschläferlegende, ihr Ursprung.und Mai S. 168ff.

ihre Verbreitung, 1883, dazu Varnhagen, 4 Massmann, Kaiserchr. 3, 777; Pfeiffer,

GgA. 1883, 438^5, Reinh. Köhler, Cbl. Germ. 9, 260; Mai S.205ff. (Herkunft und

1883, 1348-50; F. M. Huber, Beitrag zur Entwicklung des Stoffes).

Visionsliteratur, zur Siebenschläferleg. des 8 Hgb. Maurer v. Constant, 1842, dazu

MA.s I, Progr. Metten 1902/03; II, ebda 1905; Pfeiffer, Münch. Gel. Anz. 1843 Stück 156;

Ders., Die Wanderlegende von den Sieben- Theod. Kirchhofer, Die Legende v. 12jähr.

schläfern, 1910. Zöckler, Herzogs Real- Mönchlein, Diss. Schaffhausen 1866, dazu

encyclopädie f. protest. Theologie 14, 1884, Lambel, Germ.12,106-08.Übersetzung :Ferd.

217f.; Goedeke, Grundr. I 2 , 235; Goedeke, VETTER,BaslerNachrichten,Sonntagsbl.,1913.

Dt. Dichtg. im MA. 2 S. 226-28; Piper, Geistl. Baechtold, Gesch. d. dt. Lit. in d. Schweiz

Dichtung 2, 37^1; Merker, Reallex.2, 185. S. 139f. u. Anm. S.40; Singer, Die malterl.

Abgedruckte Bruchstücke: Mone, Anz. 7, Lit.d.dt. Schweiz, 1930, S.42 u. Anm. S. 194;

287; J. V. Zingerle, Wien. SB. 64, 143ff. Ders., GRM. 17, 1929, S. 90.65, 633ff; Franz Roth, Germ. 11, 407-11.