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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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404 Die geistliche Dichtung des 13 Jahrhunderts

steckt, auf das er V. 4447 ff. selbst hindeutet: Die Anfangsbuchstaben derAbschnitte ergeben den Satz: Ebernaut so heizzin ikh die Erfurtere irkennintmikh Keisir unde Keisirinn. 1 Der Dichter ist wahrscheinlich der in ErfurterUrkunden 1212 und 1217 vorkommende Bürgersohn aus angesehener ErfurterFamilie. Als Veranlasser nennt er seinen Freund Reimbote, der Küster inBamberg und später Laienbruder im grauen Kloster zu Sankt Georgentalbei Gotha war (V. 4103. 4517^2). Zeit der Abfassung: nach dem TodePapst Innozenz' III. (V. 4311 ff.) a. 1216, also etwa um 1220. 2

Den Inhalt des Gedichtes bildet die Legende, die sich um Kaiser Hein-rich II. (1002-24) und seine Gemahlin Kunigunde gewoben hatte, welcheim Jahre 1201 heilig gesprochen wurden. Der Zweck als Heiligengeschichtebrachte es mit sich, daß vor allem das religiöse Leben der beiden Personenbetont wurde, wobei aber das weltliche Regententum doch den Faden fürdie Geschichte abgab. Quellen 3 sind die Vita Heinrici imperatoris des Adal-bertus und die Vita sanctae Cunegundis, denen der Dichter mit sklavischerAbhängigkeit folgte, den lateinischen Urtext nur mit mehr Worten wieder-gebend. So ist die Darstellung trocken und redselig. Die Metrik ist im all-gemeinen glatt ; 4 4752 V.

Von dem Gedichte wurde im 14. Jahrhundert ein prosaischer Auszug 5 ge-macht Bruchstücke sind vorhanden, der dann auch in den Sommerteilder heiligen Leben (s. oben) aufgenommen wurde.

Die wärmste und innigste Verehrung unter allen heiligen Frauen ist wohlder heiligen Elisabeth 6 zuteil geworden, und heute wieder, in dem sieben-hundertsten Gedächtnisjahr ihres Todes, ist eine reiche Literatur über sie inwissenschaftlichen Werken und in Tagesschriften erschienen. Die Barmherzig-keit und Menschenliebe, die in der Legende die Krone ihrer Frömmigkeit aus-macht, hat ihr die Herzen gewonnen ohne Unterschied des Bekenntnisses.Der mittelhochdeutsche Legendenroman läßt, der Tradition des Legendenstils

1 Danach ist der vom Dichter selbst gegebene 6 Ausg.: Max Rieger, Das Leben der heilTitelKaiser und Kaiserin", Schröder, Gott. Elisabeth vom Verfasser der Erlösung, Lit.Nachr. 1917, 161. Ver. 90, 1868, dazu Osk. Jaenicke, ZfdPh. 1,

2 Abfassungszeit: Priest, Diss. S. 36-40; 376-78; früherer Auszug: Graff, Diut. 1, 344Schröder, ZfdA. aaO. bes. S. 149f. -489 (Darmstädt. Hs.). Abhandl.: s. Lit.

3 Quelle: Bechstein S. 2; Priest, ZfdA. 53, zur Erlösung; Bartsch, Germ. 7, lff.; bes.88-99. Die Vita Heinrici und die Vita Cune- Friedr. Maurer, Über Gleichsetzung dergundis wurden 1511 von Nonosius, Küster Verfasser bei anonymen ad. Dichtungen unddes Klosters auf dem Mönchsberg (Bamberg), die Einheit von Erlösung u. Elisabeth, ZfdPh.ins Deutsche übersetzt. Spätere und neuere 56, 146-83; Merker, Reallex.2, 184f.; Deut-Bearbeitungen der Legende von Heinrich u. sehe Prosa 15. Jh.: Krebs, Stammlers Verf.-Kunigunde s. Priest, Ebern, v. Erf., 1907, lex. 1, 418-20. H.Mielke, Zur Legende der70-82. 86-102. heil. Elisabeth, Landgräfin v. Thüringen, Ro-

4 Sprache: Bechstein S. XVIII-XXVIII stocker Diss. 1888; F. G. Schmidt, Journ. ofu. Germ. 6, 425-34; C. Kraus, Dt. Gedichte Engl, and Germ. Philol. V, 161-79; Rostock,des 12. Jh.s S. 148; Zwierzina, Anz. 26 Reg. Dichterheldensage S. 21. 25 (über die Wart-S. 348. 27, Reg. S. 343; Ders., Festgabe für burgkrieg-Sage in der heil. Elisabeth); Friedr.Luick S. 130. Metrik: Bechstein S. XXVIII- Maurer bei Stammler aaO. 1, 551-53.XXXV. 3 Hss., 3 Brachst.: Rieger S.3-10; Stein-

6 Steinmeyer, ZfdA. 16, 474-76; Priest, meyer, Anz. 14, 291; Schröder, ZfdA. 54,Diss. S. 54-70. 295f. 425f.