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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die Heiligenlegenden im einzelnen 399

hat Gott Keuschheit gelobt und weist ihn ab. Sie wird in den Kerker geworfenund nach grausamen Martern enthauptet. Eine besondere Ausschmückungbilden die aus orientalischen Erzählungen stammenden Teufelsszenen imKerker, bei denen die Heilige immer als Siegerin hervorgeht. Sie ist Helfe-rin zur Erleichterung bei Geburten (dieKindelbetts Fraue", Schade S. 73). Lit. Am wichtigsten: Fr. Vogt, Üb. die Margaretenlegenden, Beitr. 1,263-87; ferner Piper, Geistl. Dichtg. 2, 18-21; Wackernagel, LG. I 2 , 452;LG. II, 1, 158 f. Die älteste mittelhochdeutsche Fassung der Legende istSanct Margreten Büchlein, noch aus dem 12. Jahrhundert (hgb. Haupt,ZfdA. 1, 151-93, 762 V., thüring.). Wohl ebenfalls noch vom 12. Jahrhunderther rührt das Bruchstück von einem mitteldeutschen sente Margaretenbuch (Bartsch, Germ. 24, 294-97). Erst ins 14. Jahrhundert zu setzen isteine Sante Margareten Marter, die aber wohl auf eine Vorlage aus dem12. Jahrhundert zurückgeht (hgb. Bartsch, Germ. 4, 440-71, 680 V., Öster-reich.; eine zweite Niederschrift davon: J. M. Wagner, Germ. 6, 376-79;Schönbach, ZfdA. 18, 88 f.). Den Anfang dieser Fassung kannte auch derwohl ebenfalls erst dem 14. Jahrh. angehörige Dichter der niederrheinischenMargareten Passie, Schade, Niederrhein. Gedichte S.71-99 (437 V.),nach 2 Köln. Drucken von 1513. 14. Ein nd. Druck vom Jahre 1500:Wegener, Drei mnd. Ged. d. 15. Jhs. hgb., 1878, dazu Schönbach, Anz.6, 172 f.; Norrenberg, Köln. Literaturleben aaO. S. 10-12; Jellinghaus,Grundr. II 2 , 367. Endlich zeigt auch das mitteldeutsche (thüring.) Büchelinder heiligen Margareta, die verbreitetste der Margaretenlegenden, dieSprache und Reimtechnik des 14. Jahrhunderts (gegen 10 Hss. u. Drucke,776 V.), hgb. K. Stejskal, Büchelin v. d. h. M., 1880, dazu Strauch, Anz.7,255-58 u. DLz. 1881, 322; v.d.Hagens Grundriß, 1812, S.279; Docen,Ad. Wälder 3,156; Bartsch, Anz. f. Kde.d.dt. Vorz., 1861, 331. Bruchstückeder Erfurter Hs.: W. Schum, Germ. 18, 98-109. Bruchstücke der nahe ver-wandten Stettiner Hs.: R. Hasenjäger, ZfdPh. 12, 468-79, md., 14. Jh.Ein ebenfalls nahestehendesKlappersberger Bruchstück": Osw. Pautsch,ZfdPh. 38, 242-44. Diese mitteldeutsche Fassung der Margaretenlegende, dasBüchelin . . ., wurde auch ins Niederdeutsche umgesetzt, Vogt, Beitr. 1,266-73. Niederdeutsche Margaretenlegende: Jellinghaus, Grundr. II 2 , 367;niederdeutscher Druck von 1500: Goedeke, Grundr. I 2 , 468. Die TriererBruchstücke einer mitteldeutschen (thüring.) Margarethenlegende enthalteneine selbständige Wiedergabe derselben Fassung: Strauch, ZfdA. 32, 423-40.33, 394-402. 37, 13-20. Zu einer von den bisherigen Fassungen verschiedenenLegende der heil. Margareta gehören Fragmente einer Wolfenbüttler Hs.größten Formats", eines Passionais (md., thüring.): Zimmermann undZwierzina, ZfdA. 42, 179-85. Passional, Köpke S. 326-32; Väterbuch:J. G. Müller, Germ. 25, 413. Anfang einer Margaretenlegende in einer BernerHs: Vogt, Beitr. 4, 50. Prosabearbeitungen: Grazer Hs. 14. Jh., Die-mer, Wien. SB. 7, 1851, 315 ff. Diemer, Kleine Beiträge I, 121-28; der