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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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398 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts

d. schles. Ges. f. Volkskde. 6, 1899, 81-84; Kümmernis, Egerland 9, 24, 1906;Klapper, Festschr. Siebs 1922 S. 5 ff.

St. Lucia, die Heilige von Syrakus, legte schon in frühem Alter das Gelübdeder Keuschheit ab und gab später mit ihrer Mutter alles Vermögen den Armen.Als Christin ließ sie der heidnische Richter martern und töten. M. Höfler,St. Lucia auf germ. Boden, Arch. f. Rel.wissensch. 8, 1906, 253-61; Joh.Meyer, Alem. 9, 1 f.; Passional, Köpke S. 25-31.

Sente Lüthilt, Einsiedlerin auf dem Lüftelberge im Kölnischen, daher lat.Lufthildis, ist eine Lokalheilige, 13. Jahrhundert. Von ihr gibt es eine nichtvollständig erhaltene Reimlegende, 14. Jh., ripuarisch, in welche die Merlin-sage eingewoben ist. Joh. Franck, Westd. Zs. f. Gesch. u. Kunst 21,1902,284-316.

Die Legende von der hl. Maria Magdalena beruht ganz auf der bibli-schen Geschichte. Der Hauptschritt zur Legendenbildung wurde damit getan,daß die namenloseSünderin", die im Hause des Pharisäers Jesu Füße salbte,mit Maria Magdalena, einer der drei Frauen am Kreuze und Grabe Christi,identifiziert wurde, was dann andere legendarische Züge mit sich brachte undromanhaft erweitert wurde. Typus: die sündige Büßerin; die Kraft der Buße. Eine Fassung in alemannischem Dialekt, 14. Jahrhundert: Mone, Anz. f.Kunde d. dt. Vorz. 8, 1839, 481 ff.; Jos. Haupt, Wien. SB. 34, 1860, 279 ff.Eine andere, Bruchstück des 13. Jhs., md.; Steinmeyer, ZfdA. 19, 159-64u. Anz. 6, 111; Heigel, Germ. 20, 445-47; C. E. Eggert, The middle lowgerm. version of Mary Magdalen (800 V.), dazu Borchling, Anz. 29, 243-38;Franck, Nd. Jahrb. 29, 31-35 (gegen Eggert); Wolfenb. Hs.: Goedeke,Grundr. I 2 , 468. Im alten Passional Hahn S. 367-91. Im Buch der MärtyrerZingerle aaO. S. 94-110. Prosa 15. Jh., Hs. Priebsch, Dt. Hss. in Engl. IS.53. Lit. Goedeke, Grundr. I 2 , 234 f.; Piper, Geistl. Dichtg. 2, 82 f.;nd., Jellinghaus, Pauls Grundr. II 2 , 367.

Maria aegyptiaca, Büßerin. Bruchstück, Heigel, Germ. 20, 447 f.; imPassional: Zingerle aaO. S. 82-94.

S. Marina, als Knabe in ein Kloster gebracht (Geschlechtswandel), mußLeiden erdulden. Nd. 329 V., hgb. Bruns, Gedichte in altplattdeutscherSprache, 1798; K.Schröder, Nd. Gedichte, 1869; Goedeke, Grundr. I 2 , 469;Jellinghaus, Pauls Grundr. II 2 , 367; Oesterley in Goedekes Dt. Dichtg. imMA. 2 2 S. 16 f.

Kein Heiligenleben ist in der mittelhochdeutschen Literatur so oft behan-delt worden wie das der heiligen Margarethe. Die Legende ist ein Erzeug-nis des Orients und war von da aus weit im Abendland verbreitet. Sie war inAntiochien von einer christlichen Mutter geboren, die früh starb; ihr Vater,Heide, trieb das Kind aus dem Hause, es ward von einer Amme auf dem Landeaufgezogen. Als Margarethe 12 Jahre alt ist, begegnet sie auf dem Wege nachAntiochien dem Grafen Olibrius, dem Richter des Landes, einem eifrigenChristenverfolger, der sie ihrer Schönheit wegen zur Ehe nehmen will, sie aber