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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die Heiligenlegenden im einzelnen 395

zarter Jugend dem Herrn an. Auch ihr Bräutigam und durch ihren heiligenEifer noch Hunderte von Personen lassen sich taufen. Der römische Statthalterläßt sie den Märtyrertod sterben. Sie ist die Patronin der Musikanten, denn siebegleitete ihre frommen Lobgesänge mit dem Instrument. Ausg.: Schön-bach, ZfdA. 16, 165-223 (1778 V., eine gereimte Predigt, alemannisch,erste Hälfte des 14. Jhs.); Passional, Köpke S.629-42. Schröder Anz. 7,189; Schönbach, ZfdA. 25, 213 f.; Piper S.70f.; Stroppel, Liturgie aaO.

St. Columba, Märtyrerin unter Kaiser Aurelianus. Mittelfränk. Prosa,Druck Köln. Ausg.: P. Norrenberg, Kölnisches Literaturleben im erstenViertel d. 16. Jhs., 1873, S. 14. 55-59.

Diehl. Crescentia. Das älteste deutsche Crescentiagedicht ist die Er-zählung in der Kaiserchronik V. 11381-12812 (Schröder); Massmann,Kaiserchr. 3, 893-917 (noch andere Fassungen); s. LG. II, 1, 273 Anm. 4. 10. Kolmarer Crescentia, Mitte 12. Jh., Martin, ZfdA. 40, 305-31; Schröder,ebda 41, 92 f.; Leitzmann, Kl.geistl. Ged. S. 3-5.30 (LG. II, 1, 274A. 1).Eine dritte Fassung ist das niederrhein. Gedicht aus d. 12. Jh., Schade,Crescentia, ein niederrhein. Gedicht aus d. 12. Jh., 1853. Eine vierte, Ende13. Jh., in der Heidelberger Hs. 341 u. dem Koloczaer Kodex, GSA. 1, 129-64u. S. C-CIV. Prosalegende: Haupt, Ad. Bl. 1, 300-8; Wackernagel,Leseb. 5 S. 1399-1410;Teubert, Crescentia-Stud., Hall. Diss. 1910, 73-77.Lit.: Goedeke, Mittelalter 2 S. 160f.; Ders., Grundr. I 2 , 43.

Crescentia, die Gemahlin des Herrschers von Rom, wird von diesem, alser einen Kriegszug unternimmt, seinem Bruder anvertraut. Jener ist derschwarze häßliche Dietrich, dieser, der weiße schöne, sucht sie vergeblichzu verführen; da verleumdet er sie bei dem zurückgekehrten Gatten. Dieserüberläßt sie dem Betrüger, der sie ins Wasser wirft. Beide Dietriche werdenmit dem Aussatz bestraft. Crescentia wird von einem Fischer gerettet undkommt in die Dienste eines Herzogs. Ihr Schicksal wiederholt sich. Des Her-zogs Vizedom verleumdet sie, tötet das Kind des Herzogs und beschuldigtCrescentia der Tat. Sie wird ins Meer versenkt, der Herzog und sein Hofver-walter werden miselsüchtig. Crescentia wird durch St. Peter gerettet, und mitdessen Gnade heilt sie den Herzog, der nun den Verbrecher ins Wasser werfenläßt. Dann kommt Crescentia nach Rom, heilt ihren Mann und dessen Bruder;ihr Gatte erkennt sie. Sie geht in eine Klause, er entsagt der Krone. Crescentiaträgt den Typus der demütigen, alles duldenden und verzeihenden Frau.

Sanct Dorothea, geboren in Cäsarea in Kappadozien. Der Hauptmannder Stadt will sie zur Ehe; sie verschmäht den Heiden, er läßt sie unter Dio-cletianus martern und töten. Reliquien von ihr wurden in Köln aufbewahrt,dort entstand auch Dorotheen Passie (15. Jh., niederrhein., Druck 1513), ausdem Lateinischen übersetzt. Ausg.: Schade, Geistl. Ged. S. 1-29; nd.,Stammler, Passio S. Dorotheae, Mnd. Leseb., 1921, 75-79 (373 V.) u. An-merkungen S. 140 f. Docen, Ad. Wälder 3, 157; Diemer, Wien. SB. 11,43 ff. 798-809; Steinmeyer, J. M. Wagners Archiv f. d. Gesch. deutscher