394 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts
gendar der ältesten Passio Afrae, N. Aren. d. Ges. f. alt. dt. Gesch. 33, 1907,H. 1; A. Bigelmair, D. Afralegende, bei Schröder, Arch. f. d. Gesch. d. Hoch-stiftes Augsburg I u. SA. 1910. Typus: Bekehrte Sünderin (Jungfrau).
Die hl. Agathe ist ein Vorbild der Keuschheit und Christusliebe. Siespottet jeder Verführung und Verkuppelung durch den heidnischen Statt-halter von Sizilien (unter der Christenverfolgung durch Kaiser Decius). Siebleibt trotz der unausdenklichsten Martyrien ihrem Glauben treu und wirdvon Gott aus ihnen erlöst. — Jos. Strohschneider, Progr. Prag 1893; LG.II, 1,35; Passional, Köpke S. 176-85, auch im Buch der Märtyrer.
Die hl. Agnes ist das Vorbild der Keuschheit: der Sohn des Präfektenzu Rom bat um ihre Hand, sie aber war dem himmlischen Bräutigam vermählt.Der Präfekt zur Zeit der Christenverfolgung unter Diokletian ließ sie marternund führte sie in ein Haus der Schande, doch ihr Schutzengel stand bei ihrund bewahrte ihre Keuschheit. Zum Schluß wurde sie unter Martern hinge-richtet. Ihr Emblem ist das Lamm. — Ausg. Jos. Strohschneider, Einemittelfränk. Agneslegende, Progr. Prag 1891 (Prosa), dazu Khull, ZföG. 44,667; Passional, Köpke S. 111-119; Passio d. heil. Agnes von Hrotsvitha s.LG. I, 380, 2. Aufl. S.391.
„Das Buch von der heil. Anastasia", Prosa ist veröffentlicht in Bach-mann und Singer, Dt. Volksbücher, Lit. Ver. 185,1889.
Die hl. Barbara wird von ihrem eigenen Vater, der Heide ist, unterKaiser Maximinian dem Richter überliefert. Weil sie die Abgötter nicht an-betet, wird sie grausam gemartert. Ausg.: Schade, Geistl. Gedichte S.31-69,niederrhein. 14. Jh.; in Köln genoß sie große Verehrung; Docen, Ad. Wälder3, 157; Ph. Wegener, Drei mnd. Ged. d. 15. Jhs., 1878, dazu Schönbach,Anz. 6, 172 f.; Jellinghaus, Pauls Grundr. II 2 , 367 (mnd.); Schönbach,ZfdA. 20, 181 ff.; Jos. Strohschneider, mittelfränk. Prosalegenden, Progr.Prag 1893 (Ausgabe); verloren ist eine bei Jeroschin erwähnte gereimte Bar-baralegende von dem Deutschordenshochmeister Luder von Braunschweig(Steffenhagen, ZfdA. 13,505.568). — Norrenberg, Kölnisches LiteraturlebenS. 10; Elisabeth Hübener, Stammlers Verfasserlex. 1, 162-66 (mit weitererLit.).
Die hl.Brigida; Jungfrau und Einsiedlerin aus Schottland, große Wun-dertäterin an Kranken. Im Buch der Märtyrer: Zingerle aaO. „Von sandBreide" S. 70-82.
Brigitta, die Heilige von Schweden (geb. 1302, gest. 1373), lebte mit ihremGatten, einem schwedischen Fürsten, in Frömmigkeit, gab sich nach dessenTode strenger Buße und Kasteiung hin und opferte sich auf für die Armen undKranken; sie gründete das Kloster Wadstena. Typus: Die heil. Witwe. —Knut B. Westman, Brigittastudier, Uppsala Univ.-ärsskr. 1911, I, 1-304;Maria Hehn, Deutsche Brigittentexte aus Hss. des 15. Jhs., Münch. Mus.3, 248-55.
St. Cäcilie, Jungfrau und Märtyrerin, geboren in Rom, hängt schon in