Die Heiligenlegenden im einzelnen
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durch Albertus, 1844 (1605 Verse); Steinmeyer, ADB. 1,207; Faksimile:Petzet u. Glauning 2, XXI; Piper, Geistl. Dichtg. 2, 53-57. — Scherer,QF. 12, 95; Ders., Dt. Stud. 1, 1891, 14; Weinhold, ZfdVolkskde. 5, 1895,416-24; Wilhelm, Dt. Legenden S. 135. 137; Alb. Hirsch, Die deutschenProsabearbeitungen d. Legende v. heil. Ulrich. Münch. Arch. 1915 H.4. —NachZwierzina,ZfdA.45,62, war der Dichter Rheinfranke oder Oberfranke;s. auch Schirokauer, Beitr. 47, 10.
St. Veit. Als Kind schon fromm; sein heidnischer Vater, ein mächtiger Mannin Lucania (oder Liciä), züchtigte ihn wegen seiner christlichen Frömmigkeit.Der Kaiser zu Rom ließ das fromme Kind einkerkern, das seine Tochter vondem bösen Geiste geheilt hatte, und mit den heil. Modestus und Crescentia zu-sammen martern. Typus: Das heilige Kind. — Herrn, v. Fritzlar S. 134-36;Passional, Köpke, S.301-5; s. auch Kaiserchronik V.6470. — LG. II, 1,155;Piper, Geistl. Dichtg.2, 51-53; Jellinghaus, Grundr. II 2 , 367.
Den heiligen Wilhelm kennen wir aus Wolframs Willehalm als den herresanct Willehalm, dessen Heiligkeit Wolfram anruft im Prolog seines Epos 4,13 ff. — v. Eicken S. 684-87; Singer, Wolframs Willehalm S. 2 f.
SanZeno, nd., Jellinghaus 2 367; Stammler, Gesch. d. nd. Lit. S.20;Ders., Mnd. Leseb. S.70 u. Anm. S. 140 (Lit.).
Die weiblichen Heiligen 1 in dem oben umschriebenen Literaturkreis (deut-sche Legenden) sind zumeist durch die höchste Stufe der Heiligkeit, durch dasMärtyrertum, ausgezeichnet, welches gewöhnlich durch einen heidnischenRichter über sie verhängt wird. Auch diese weiblichen Märtyrerlegendenhaben ihren historischen Boden in der Zeit der Christenverfolgungen: Agathe,Afra, Agnes, Barbara, Cäcilia, Columba, Dorothea, Euphrosyne, Juliana,Katharina, Kumernus, Lucia, Margarethe, Ursula. Ein besonderer Zug ist es,wenn die peinigenden Machthaber vorher um die Hand der Heiligen angehaltenhaben und von ihr zurückgewiesen worden sind, wie bei Agathe und Agnes. —Ein gottseliges Leben in Weltentsagung und Keuschheit bewahrten Brigida,Brigitta, Gerdraut, Hedwigis, Jolande. Duldende Ehefrauen: Crescentia, Ge-novefa, Ida v.Toggenburg. Büßerinnen: Maria Magdalena, Maria aegyptiaca.Ein besonderer Legendentypus ist die Geschlechtsverwandlung: Kummernus,Marina (der Pelagiatypus, Zwierzina, D. Pel.typus der fabulosen Martyrer-legende, Gott. Nachr. 1927, 130-56).
S. Afra war eine öffentliche Sünderin (in Augsburg), aber sie empfindetReue über ihren schlechten Lebenswandel und läßt sich taufen. Der heidnischeRichter (unter Diocletianus) fordert sie vergeblich auf, ihren Christenglaubenzu verleugnen; darauf wird sie verbrannt. — Fr. Wilhelm, Sankt Afra,Reimlegende, krit. bearbeitet, in Analecta german. H. Paul dargebrachtS. 47-85, 1906 (1244 V., schwäb., um 1400); Br. Krusch, E. Salzburger Le-
1 Weibliche Heiligentypen auch im St. Trudperter Hohen Lied ed. Josef Haupt, 1864,16 f.; s. LG. II 1,35 f.