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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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390 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts

K. Bohnstedt, St. Nile., Progr. Malchin 1900; Joh. Meyer, Alem. 9, 4 f.;Passional, Köpke S.6-25; K.Meisen, Nikolauskult und Nikolausbrauchim Abendlande, 1932.

Nonnus, Bischof zu Heliopolis in Syrien, gest. Ende 5. Jahrh., bringtdurch seine Predigt die sündige Pelagia (die heil. Pelagia pönitens, eine andere,als die oben gelegentlich des Pelagiatypus genannte Heilige) zur Buße.Kleines Bruchstück, Mones Anz. 8, 338 f.

S. Oswald, s. das frühmittelhochdeutsche Spielmannsepos Sankt OswaldLG. II, 1,328 ff. (wo Lit.), die Legende S. 329-31. Typus: Heiliger König,milde, Heidenbekehrer ohne Marter. Siegmar Schulze, Entwicklung derdt. Oswaldleg., Hall. Diss. 1888; Haupt, ZfdA. 18, 466-91; Edzardi, DieStuttgarter Oswaldprosa (mit Lit.), Germ. 20, 190-206.21, 171-93; Mourek,Prager Perg.-Fragmente der Oswaldlegende, SB. der Kgl. böhm. Ges. d. Wiss.1890 S. 275-82 (1 Fragm. in Versen, das andere in Prosa).

Patricius, Bischof, Bekehrer; Patricii Fegefeuer, Purgatorium Patricii.Patricius sieht in einer Grube, einem Erdloch oder einer Schlucht ein Fegfeuer;wer freiwillig da hineingeht, wird nimmer Pein erleiden; viele Leute in Irlandwandten sich zu dieser Fegfeuergrube und büßten ihre Sünden. Apostel vonIrland, um 1160 heilig. Köpke, Passional S. 232^0. Brandan und Patri-cius zusammen: LG. II, 1, 162; Max Voigt, Beiträge zur Gesch. d. Visionen-literatur im MA., 1924, S. 122 ff.; Louis L. Hammerich, Eine Pilgerfahrtdes 14. Jhs. nach dem Fegfeuer des heil. Patrizius, ZfdPh. 53, 25-40.

Die kurze Legende von Paulus dem Eremiten berichtet das Leben diesesersten Einsiedlers (Altvaters) in der Thebäischen Wüste (mittelniederd., Grenzedes Niederländ., 2. Hälfte 15. Jh.). Joh.-Mich. Toll, Paulus der Eremit,Paulus des eersten heremiten leven,dat Iheronimus bescrevenhevet, 1929,dazuPiquet, Rev.germ.20, 1929,422; Carl Franke,das Veterbüch, S. 125-28.141^4.

Über den heil. Pelagius s. Die Passio Sancti Pelagii der Hrotsvitha, LG.I, 380, 2. Aufl. S.391.

Die niederdeutsche Historie van Sent Reinolt enthält die Ge-schichte der vier Haimonskinder, gehört also zur Karlssage. Reinolt (Renaut)stirbt den Märtyrertod, erschlagen von seinen Mitarbeitern beim Kirchenbauzu Köln. Reifferscheid, Historie van Sent Reinolt, ZfdPh. 5, 271-93.

Die Bekehrung eines Sünders durch Buße ist Gegenstand der Robertsage,Robert der Teufel; diese wurde durch die religiöse Wendung legendenhaft.Das Königspaar von Frankreich hatte keinen Erben, da rief die Königinden Teufel an und gebar einen Sohn. Der ward ein böser Mensch und führtevon Kind an und später als König von Frankreich ein teuflisches Leben. Als ervernahm, daß er ein Kind des Teufels sei, tat er Buße, kam schließlich zu einemEinsiedler und lebte bei diesem in großer Heiligkeit bis an sein Ende. Prosades 15. Jh., bayer., hgb. Borinski, Germ. 37, 44-62; nd.De verlorne Sone",hgb. Steph. Waetzold, Flos unde Blankflos (als Anhang: De verloren Sone[Robert der Teufel] und De Segheler) 1, 1880; K. Borinski, E. ältere deutsche