Die Heiligenlegenden im einzelnen 389
ehrung, zugleich ein Beitrag zur Gesch. d. dt. Namengebung, Germ. Abhandl.Nr. 56, 1924. — Lateinisch, vielleicht von Alcuin.
Legenden von Johannes dem Täufer und den Aposteln: im altenPassional ed. Hahn S. 154 ff. (der apostelen buoch); im mittelfränk. Legen-där, s. LG. II, 1, 151 f.; Andreas, Bruchst.: Joh. Meyer, Alem. 9, 3 f. —Nd. Bruchstücke aus dem Leben der Apostel (Thomas, Jacobus, Philippus,Matthäus, Symon und Judas): v.d.Hagens Germ. 10, 125-37.
Der heiligejulianus, einer der Schüler des Bischofs Cyprian von Karthago,wurde mit andern Genossen daselbst hingerichtet. Julianus verläßt seine El-tern wegen einer Prophezeiung, er werde ihr Mörder werden. Er nimmt fremdeKriegsdienste. Unwissend tötet er seine Eltern. Mit seiner Gattin gründet erein Spital und tut viele Wohltaten. So büßt er seine Schuld. — Tobler,Archiv Bd. 100, 1898, 293-310 u. 102, H. 1/2; Passional, Köpke S. 147-61(verschiedene Julianus).
Karl der Große: U. Kletzin, D.Buch vom heiligen Karl, eine ZüricherProsa, Beitr. 55, 1-73.
S. Laurentius, Seelmann, St. L., Mnd. Ged. des 13. Jhs., Nd. Jahrb.46, 73-76.
Der heilige Ludwig von Toulouse verschmäht den Königsthron seinesVaters, wird Mönch, dann Bischof von Toulouse. Typus: Fürst, Demut,Wundertaten, keine Martern. — Jeitteles, Germ. 32, 99-116 (Assonanzen,15. Jh., österreichisch).
Auch die alttestamentlichen Makkabäer wurden unter die Legenden-heiligen aufgenommen: „die sieben heil. Mackabäischen Brüder". Sie legtenvor dem König Antiochus Epiphanes ein unerschrockenes Zeugnis für ihrenGlauben ab und mußten unter schweren Martern sterben. Ihr Tod ist ein Bilddes Leidens unseres Herrn (Schade S. 367, 27). Die Gebeine der Makkabäersind im 12. Jahrhundert durch Kaiser Friedrich aus Mailand nach Kölnüberführt worden. — „Passio der hilger Machabeen",.Schade, Geistl. Ged.S. 361-95; Norrenberg, Kölnisches Literaturleben aaO. S. 18 f.
St. Mauricius, Herzog von Theben, der Thebäer (Ägypten), die Christenwaren. Unter der Christenverfolgung Diokletians und Maximinians stand Mau-ricius mit seiner thebäischen Legion in des Maximinians Diensten in Gallien,folgt mit den Seinen nicht dem Befehl des Maximinians, das Christentumabzuschwören, wird erschlagen und empfängt die Märtyrerkrone. — R. Berg,D. heil. Mauritius und die thebäische Legion, 1895; Passional, Köpke S.485-91; Kaiserchronik V. 6466 u. 6486 ff.
St. Meinrad, s. Wackernagel, LG. I 2 , 452.
St. Nikolaus, Bischof von Myra in Kleinasien, geboren um 300, wohltätiggegen die Armen; Patron der Kinder und der Schiffahrer. (Volkstümlich ge-worden als der Pelznickel.) — Gereimte Legende, Bruchstücke: Diemer,Germ. 2, 96-98; Bartsch, ebda 4, 241-44. 29, 36-42. — Lit. Piper, Geistl.Dicht. 2, 83; Schnell, S. Nicolaus, der heil. Bisch, u. Kinderfreund, 1884;