388 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts
Gallicanus, Feldherr Constantins, übt asketischen Verzicht auf die Kai-sertochter und alle irdischen Ehren; Märtyrer unter Julian. Drama der Hrots-witha, LG. 1,382.
St. Gallus, Typus: Mönch (irischer), Missionar, Klostergründer. — Rat-perts Lobgesang auf den heil. Gallus, LG. 1, 208-12.
Der heilige Gebhard von Konstanz (Graf), Bischof von Konstanz unterKaiser Otto IL, Gründer des Konstanzer Münsters. Er errichtet auch andereKirchenbauten in Konstanz, denen er seine Besitztümer stiftet und voll-bringt viele Wunder und Heilungen. — Birlinger, Alem. 17, 193-210.
Der ritterlichen Lebensauffassung des Mittelalters stand unter allen Heiligenam nächsten der St. Georg, der Patron der Ritter. Georg, der Markgraf(von Palästina), bekennt sich auf dem Gerichtstag vor dem Kaiser Tatian(Tacianus) in Konstantinopel als Christ, erleidet und erträgt die unglaublich-sten Martern. — Ahd. Georgslied, LG. I, 212-19, 2. Aufl. S. 220-28; Mhd.:Der heilige Georg Reinbots v. Durne, s. oben; prosaische Georgsieg.: Bach-mann u. Singer, Dt. Volksbücher, Lit. Ver. Nr. 185, 1889. — Volkstümlicherist die Legende von Georg dem Drachentöter. Der Ritter Georg befreit dasLand von einem verwüstenden Drachen, wird aber, weil er die Leute zumChristenglauben bekehrt, gemartert und getötet. Der Kampf mit dem Drachen:Herrn, v. Fritzlar S. 119 f.; s. auch Passional, Köpke S. 253-65; O. Knoop,
D. heil. Georg in d. pommerschen Volkssage, Balt. Stud. 34, 1884, 248-53;
E. Begemann, Zur Leg. v. hl. Georg, Festschr. d. Christianeums zu Altona ...,1906; Michael Huber, Festschr. z. Neuphilologentage in München 1906.
Die Gregoriuslegende, am bekanntesten durch Hartmanns Gregorius, dieGeschichte des guten Sünders, gibt das Beispiel, daß Reue auch die größteMissetat sühnt und lehrt, daß man nicht dem Zweifel verfallen und an Gottverzweifeln dürfe. — LG. II, 2, 184 ff., der Sagentypus von ödipus S. 189ff.;Paul, größere Ausg. S. XIV ff., kleinere Ausg. S. VI-VII; Passional, KöpkeS. 192-215. — Prosaübertragung s. LG. aaO. S. 188.
Legende des heiligen Hieronymus. Der Heilige, geboren in Pannonien a.331 von christlichen Eltern, geht nach langjährigen Studien in ein Kloster inAquileja, dann nach Rom; später zieht er sich in die Einsamkeit zurück.Typus des gelehrten Mönchs. Die Legende erzählt nur sein heiliges Leben,nur ganz vorübergehend und nebensächlich seine Beschäftigung mit biblischenSchriften. — Mones Anz. 8,341 ff.; Anton Benedict, D. Leben d. hl. Hiero-nymus in der Übersetzung des Bischofs Johannes VIII. vonOlmütz, 1880 (gest.1380, Kanzler Karls IV.), dazu Martin, Anz., 6,313-17, Behaghel, Lbl. 1880,233, Cbl. 1880, 1549; Passional, Köpke S. 505-14; J. Klapper, Festschr. f.Max Koch, 1926, 255-82. — Goedeke, Mittelalter 2 S. 197 f.
Der heilige Hilarius, Bischof von Poitiers a. 353, wurde von seinemBischofstuhl verbannt, konnte aber später wieder zurückkehren; HeiligerBischof. Im Buch der Märtyrer: Zingerle aaO. S.64-69.
Der heilige Jodocus. — Jost Trier, D.h. J., sein Leben und seine Ver-