Die Heiligenlegenden im einzelnen 387
Jellinghaus, Pauls Grundr.IP S.367f.; Stammler, Gesch.d.nd.Lit. S.22;L. S. Hammerich, Stammlers Verfasserlex. 1, 273-76; Bruno Claussen, VanSunte Brandanus, ein Lübecker Druck (1481), Nordisk tidskr. för bokväsen 1,1913, 33-37.
St. Christophorus. Offorus zieht in die Welt, um dem seine Dienste an-zubieten, der der Höchste sei. Auf dieser Wanderung trifft er einen Einsiedler,der ihn anweist, um Gotteswillen die Wanderer über das vorbeifließende Was-ser zu tragen. Einmal trägt er ein siebenjähriges Kind hinüber, aber inmittendes Flusses wird es ihm so schwer, als trüge er Himmel und Erde. Das Kindwar der Heiland und es taufte ihn „Christophorus". Typus: der ohne Marterdurch ein Wunder zum Christen gewordene Heilige. — Ausgabe eines SanctChristophorus, bayer.-Österreich., 13. Jahrhundert,2002 V.: Schönbach,ZfdA.26, 20-84; ein erst dem 14. Jahrhundert zugehörender, ebenfalls bayer.-Österreich. S. Chr., der wohl auf einer älteren Vorlage (12. Jahrhundert) be-ruht: Schönbach, ZfdA. 17, 85-141; im Passional: Köpke S. 345-53. —K. Richter, D. dt. S. Christoph, 1897, dazu Schönbach, Anz. 23, 159-63,Hauffen, Euphorion 6, 582-84; B. Schröder, D. heil. Christophorus, Zs. d.Ver. f. Volkskunde 35, 1925, 85-98. — Ad. Bl. 2, 94 f.; Goedeke, Mittelalter 2S.225f.; Piper S. 71-73, mit Lit.
Corbinianus: Jos. Schlecht, Die Corbinianus-Legende nach d. Hs. desKlosters Weihenstephan v. J. 1475, 1924.
S. Dyonisius, von Paulus in Athen getauft, glaubt an den von diesemgeoffenbarten „unbekannten Gott", wird von Paulus als Bischof von Athenzurückgelassen, zieht nach Frankreich und predigt das Christentum, wird vondem heidnischen Vogt in Paris gemartert und getötet. —Hrotsvitha, LG. I,380; Passional, Köpke S. 544-54.
Heil. Dominicus, Stifter des Dominikanerordens (geboren in Spanien1170). Typus: Heil. Ordensstifter ohne Marter. — Fritz Bangemann, Mhd.Dominikuslegenden und ihre Quellen (3 dt. Leg.), Hall. Diss. 1920; Petzet,Catalogus S. 338^10: Dietrichs v. Apolda Leben des hl. Dominicus aus d. Lat.ins Deutsche übersetzt (Cgm. 186, 15. Jh.); Passional, Köpke S. 353-74;Wackernagel, LG. I 2 , 452.
Die Eustachius-Legende. Der Feldherr verfolgte auf der Jagd einenHirsch, da erschien strahlend zwischen dem Geweih desselben das heilige Kreuz,und Jesus Christ sprach zu ihm, er solle sich taufen lassen. In der Taufe erhielter den Namen Eustachius (byzantinisch-griechisch; vor 700). Typus: der durchein göttliches Wunder Christ gewordene Krieger. — K. Roth, Mones Anz. 6,59; Karl Roth, Denkmähler d. dt. Sprache, 1840, S. 57-61; Ders., Dt. Pre-digten, 1839, S. 3 (von Georg Zobel); Franz Roth, Germ. 11, 406 ff.;J. G. Müller, Germ. 25, 413 (im Väterbuch, gegen 1400 V.); Zenker, Ivain-studien S. 170 f.; Carl Pschmadt, D. Sage von der verfolgten Hinde, Greifsw.Diss. 1911 S.45 ff.; s. Rud. v. Ems; Lit.: Goedeke, Grundr. I 2 , 233; Ders.,Mittelalter 2 S. 228 f.; Piper, Geistl. Dichtg. 2, 83 f.
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