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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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382 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts

rarischen Charakter, als es eine Persönlichkeit erkennen läßt, so schwer auchdie Leistung derselben zu beurteilen ist.

Der Name des Verfassers ist am Schluß, S.258, 31, genannt mit derAngabe der Zeit der Niederschrift, 1349; der Prolog wurde gemacht 1343(S.4, 13); als Datum der Herstellung ist also 1343^19 anzusetzen. DerProlog erörtert auch die Entstehungsweise:Dies Buch ist zusammen-gelesen aus viel anderen Büchern und aus viel Predigten und aus vielLehrern" (4, 15. 63, 22). In der Tat kommt dem Verfasser kein grö-ßeres Verdienst zu als das eines belesenen Sammlers, selbst die sopersönlich klingenden Berichte über örtlichkeiten in Spanien und Italien,die ihn als einen weitgereisten Mann erscheinen lassen, sind aus Pilger-büchlein und Ablaßkatalogen zusammengetragen (Wilhelm aaO.). In derAnlage stellt sich das Werk als eine Predigtsammlung auf die Heiligentagedes ganzen Jahres dar. Stark ist der mystische Einschlag (vgl. u. a. 63, 20.129, 39). Die Prosa ist gewandt gehandhabt in lebendiger Darstellung.Hermann v. Fritzlar hat auch selbst einen aus mystischen Aussprüchen undPredigten zusammengestellten Traktat geschrieben, Blume der Schauung(vor dem Heiligenleben, s. 109, 12), der doch wohl eins ist mit dem Buch,das heißetplum der beschauung und der geistlichen ubung (Preger 1, 321.2, 426-34; Wilhelm aaO. S. 146).

Andere prosaische Legendensammlungen (Passionale, Vita Sanctorum)sind zahlreich in Handschriften verbreitet. Das umfangreichste istDerHeiligen Leben", gedruckt Augsburg 1471. Es zerfällt in einen Winter-teil und einen Sommerteil ; x zuweilen ist in den Handschriften nur ein Teilüberliefert.

Christuslegenden 2

Eine hervorragende Stelle in der Heiligenliteratur nimmt das Gedicht DerSaelden Hort ein, 3 von einem alemannischen Dichter, Ende des 13. oderAnfang des 14. Jahrhunderts. Das Werk erzählt im ersten Teil das Leben Jo-

1 Bartsch, Die ad. Hss. d. Univ.-Bibl. in AuchdiegedrucktenHandschriftenkatalogeent-

Heidelberg, 1886, Nr. 86 (Cod pal. germ. 144 halten Notizen über Legendare und Legenden,

vom J. 1419) S. 36. Von Wilhelm, Legen- 2 Im altenPassional ed. Hahn 1845, S. 1-119.

den (S. 174-212 u. Texte S. 20*-33*)Wenzel- 3 Ausg. Heinr. Adrian, Der Saelden Hort,

Passional" genannt. Das Legendär wurde zu alemann. Ged. vom Leben Jesu, Johannes d.

Nürnberg während der Regierung König Wen- Täufers, der Magdalena, Dt. Texte d. MA.s,

zels zwischen 1391 und 1400 verfaßt (S. 177). Bd. 26, 1927, dazu Singer, Anz. 47, 127-32,

Schröder, Anz. 44,48 f. Andere Legen- Strauch, DLz. 1927,2207-09, Behaghel, Lbl.

dare: Tübinger Hs., Wackernagel, Leseb. 6 1929, 172 f., Piquet, Rev. germ. 19, 52 f.,

S. 1398 f.; Klosterneuburger Hs. (Ad. Bl. 2, F. R. Schröder, GRM. 16, 486. Adrian,

86 f.); Heidelberger Hs. Cod. pal. germ. 342, D. alem. Ged. v. Joh. d. Täufer u. Maria Mag-

Bartsch, Katal. Nr. 170 S. 93-95; Wiener dalena, Straßbg. Diss. 1908; Singer, D.

Hs. 2694, Hoffmann, Verzeichnis d. ad. Hss. malterl. Lit. in d. dt. Schweiz, 1930, 39-41.

der k. k. Hofbibliothek zu Wien, 1841,124-29; 194; Jos. Haupt, Wien. SB. 34,1860,279-306

Das Bebenhausener Legendär im Cgm. 257, (hier ist trotz des Zitates S.283 V. 9Der

Wilhelm, Legenden S. 213-34 u. Texte S. 37* Saelden Hort" noch nicht als Titel gewählt);

-39*, ja nicht zu vergessen sind die Lektionen Heinr. Lichtenberg, Architekturdarstellun-

des Heiligenfestes des Breviarium Romanum. gen aaO. S. 94 f.