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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts

diese von dem Mönch Reborch in dem Kloster Bordesholm bei Kiel 1475verfaßt.

Gebete

Dem religiösen Bedürfnis dienten am stärksten, weil als persönlichste undunmittelbarste Verbindung mit Gott, die Gebete; 1 sie sind deshalb in denHandschriften mit Vorliebe aufgenommen. Prosaische Form erscheint erstnach dem 13. Jahrhundert, das noch mehr Formsinn hatte, in den beiden ab-steigenden Jahrhunderten des Mittelalters durchgehends. Besonders häufigsind die Mariengebete. Über Tagzeiten s. bei Geistl. Lit. d. 14. 15. Jahr-hunderts.

Legenden 2

Legende 3 ist Heiligengeschichte, Darstellung des Lebens und Märtyrtumseines Heiligen oder einer heiligen Frau. Die Heiligenlegende ist die Helden-dichtung des Gottesstaates. Ein Unterschied besteht unter den einzelnen Er-

1 Allgemeine Lit. s. LG. II, 1,167-69. Ein-zelne Stücke: Wackernagel, Ad. Predigtenu. Gebete S. 211-48; Schönbach, KlagenfurterGebete, ZfdA. 48,87-98 (Bruchstücke, 12.Jh.,bayerisch, Reimpaare), s. auch Schönbach,Üb. einige Breviarien von St. Lambrecht,ZfdA. 20, 129-97 (12. Jh.); Bartsch, Gebetd. Xll.Jh.s, Germ. 25, 393 f. (gereimt);Psilander, Mhd. Frauengebete in Upsala,ZfdA. 49, 363-75 (z. Teil gereimte Prosa, z.Teil überhaupt Prosa, 12. 13. Jh., bayer.).J. V. Zingerle, Zwei Travestien, 1. Der paternoster, 2. Das ave Maria, Germ. 14, 405-08(gereimt), 13. Jh. (?), die beiden Gebete sindin weltlichem Sinne auf die irdische Minne vonNonnen übertragen, Klosterminne, was auchim Stil sich ausprägt, der minnesängerischenEinschlag hat. Hedwig Müller, Das Gebetin d. mhd. erzählenden Dichtung, Marbg. Diss.1924, Masch.dr. Das Buch der 7 Grade (desGebetes) vom Mönch von Heilsbronn s. oben.

2 Lit. zu Legenden: Die Acta Sanctorum hgb.von den Bollandisten, Antwerpen seit 1643.Dr. Andreas Räß, Bisch, v. Straßburg. u. Dr.Nikolaus Weis, Bisch, v. Speyer, Leben derHeiligen Gottes, neu bearbeitet von J. Holz-warth, I.Bd. 13. Aufl. 1854, II. Bd. 11. bis13. Aufl. 1901 (Lit. Bd. II, 738); Goedeke,Grundr. I 2 , 43^15. 230-36. 467-69 (nd.);Wackernagel, LG. I 2 , 451 f. Jos. Rein-kens, Religiöse Parabeln, 1863; Ernst Lucius,Die Anfänge d. christl. Kirche, 1904; R. Reit-zenstein, Hellenistische Wundererzählungen,1906; Friedr. Wilhelm, Deutsche Legendenu. Legendare 1907; Ludwig Zopf, Das Heili-gen-Leben im 10. Jh., 1908; Burdach, Dresd.Philol.-Vers. 1902 S.29; Ders., Vom MA. zurRef.1,1,21 ff.; A.Bellesheim, Kleines Lebender Heiligen, 1906; P. Merker, Studien zurnhd. Legendendichtung, 1906; H. Günter,Legendenstudien, 1906; H. Delehaye, Die

hagiographischen Legenden übersetzt, 1908;Sparnaay, Verschmelzung legendarischer u.weltlicher Motive in d. Poesie des MA.s, Gro-ningen 1922; Goswin Frenken, Wunder u.Taten der Heiligen, 1925 (mit Lit. S. 185-232).

Jellinghaus, Grundr. 2 2 (1901) S.367f.

Heinr. v. Eicken, Gesch. d. mittelalterl.Weltanschauung, 1887, S. 680-90; Wilhelm,Beitr. 33, 303ff.; Zwierzina, Der Pelägia-typus der fabulosen Märtyrerlegende, Gott.Nachr. 1929, 130-56; Agnes Geering, D.Figur des Kindes in d. mhd. Dichtung, 1899,darinDas Kind in der Legende" S. 77-117;Ehrismann, Festschr. Kelle 1908, 319 ff.Geschichtliche Verbreitung von Legenden:Heinr. Watenpfuhl, Die Geschichte derMarienlegende von Beatrix der Küsterin, Diss.Göttingen 1904; Leitzmann, Die Quellen zuGottfr. Kellers Legenden, 1919, dazu CarlBeck, Anz. 41,104 f.; Friedr. Zoepfl, Mittel-alterl. Caritas im Spiegel der Legende, 1929.Goedeke, Grundr. I 2 , 43^5. 230-36. 260 ff.467-73 (nd.); Piper, Geistl. Dichtg. 2 S. 1-85; LG. II, 1, 143, s. auch S. 63. 172-75;Merker, Reallex. 2, 177-200 (Lit.); KurtH. Halbach, Sachwörterbuch der Deutsch-kunde Bd. I, 1930, 398 f. Deutschordens-legende s. unterDeutschordensliteratur".

Mehrere Legenden zusammen behandeln:Schade, Geistliche Gedichte des XIV. u. XV.Jh.s aaO.; Schönbach, Miscellen aus GrazerHss., Mitteil. d. hist. Ver. f. Steiermark 46,1898 (Prosalegenden); Warnatsch, Schlesi-sche Legenden, Mitteil. d. schles. Ges. f. Volks-kde 3 (5), 1896, 69-71. 6, 1899, 20-29; H.Reidelbach, Die frommen Sagen u. Legendendes Königreichs Bayern, 1897; R.Benz, Altedeutsche Legenden, 1910 (20 Legenden aus demi. J. 1471 zu Augsburg gedruckten Leben derHeiligen); Friedr. Wilhelm, Das Jenaer Mar-tyrologium u. die Unterweisung zur Vollkom-