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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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377
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Mariendichtung, Marienlied 377

Maria, sie versinnbildlicht die Erde, Gestirne usw.; Bedeutung des Namens;die sieben Freuden Mariae; 51, 31-133, 12 Mariens himmlische Kleider undKronen, der Thron, Überreichung des Buches an Maria und Bitte, es in Schutzzu nehmen. Schluß 133, 13 wieder in Strophen wie die Einleitung, Schluß-gebet zu Jesus.

An Wärme der Empfindung tritt dagegen zurück ein kürzeres Marien lob ,564 V., mitteldeutsch, Ende des 13. Jahrhunderts (oder Anfang des 14.Jahrhunderts?), das im Grundplan auf eine Häufung von Sinnbildern undSymbolen Mariae beruht (hgb. Adalb. Jeitteles, Germ. 31, 291-310; s.J. V. Zingerle, ZfdPh. 6, 377 f.; H.-Fr. Rosenfeld, Beitr. 53, 419-31 [neuaufgefundene Handschrift; das Gedicht tritt in bewußte Konkurrenz zurGoldenen Schmiede]).Das Blümel" ist genannt (im Schlußvers) einGedicht eines Zisterziensermönchs in Nepomuk in Böhmen (V. 399), ver-faßt Ende des 13. oder im 14. Jahrhundert. 1 Ave Maria (Bech, Germ.6, 22f. [Akrostichon]; Klapper, ZfdPh.47, 83-87; s. Bruno Schönbeck). Gereimte Mariengebete: Hoffmann v. Fallersleben, Ad. Bl. 1, 374-76(Brachst.) ;Th. Jacobi, ZfdA.3, 130-34 (mfrk.); Gereimtes Mariengebet einerFrau, Pfeiffer ebda 8, 298-302.

Der Leidenszug, der im Christentum liegt, findet seinen höchsten Ausdruckin den Marienklagen, 2 der Klage der heiligen Mutter beim Anblick der Lei-den, des Kreuzestodes und des Begräbnisses des Sohnes. Der Verfasser vonUnser Frauen Klage" 3 kann sich nicht genug tun, diesen Jammer beijeder neu eintretenden Leidenspein des Herrn immer zu wiederholen (1657Verse; südrheinfränkisch?). Der Dichter, der Wolfram und Hartmann, Wal-ther und Freidank kannte, hat aber den richtigen Ton getroffen, denn seinWerk war sehr beliebt (15 Handschriften); es gehört noch dem 13. Jahrhundertan. Die lateinische Quelle war die Interrogatio sancti Anshelmi de passioneDomini. Das Gedicht war die Grundlage für die Oster- und Passionsspiele(Schönbach aaO.; Piper, Geistl. Dichtg. 1,308 f.). Auf das niederrhei-nische Marienlob folgt in der Handschrift eine ebenfalls niederrheinischeMarienklage, wahrscheinlich ein Jugendwerk des Verfassers. 4 Zur Auf-führung waren bestimmt die niederdeutschen Marienklagen, die Wolfen-büttler Marienklage (464 Verse) 5 und die Marienklage aus Bordesholm, 6

1 Hgb. Jos. Haupt, Wien. SB. 68,1871,205. XV. Jh.s vom Niederrhein aaO. S. 203-35;208-14. Gierach in Stammlers Verfasser- Schröder, Anegenge S.57. Piper, Geistl.lex. 1, 250. Dichtg. aaO.

2 Schönbach, Üb. die Marienklagen, 1874, * Hgb. W. Grimm, ZfdA. 1, 34-39; Prön-dazu Jos. Haupt, ZfdPh. 6,250. Pfeiffer, necke, Niederrhein. Marienlob S. 95-104.Ad. Bl. 2, 373-76; P. Norrenberg, Kölni- 5 Hgb. Schönemann, 1855. Schöne-sches Literaturleben im ersten Viertel d. 16. mann, Nd. Korrbl. 25, 72; Oesterley, Nd.Jh.s, 1873 S. 4; Singer, Wolframs Willehalm Dichtg. in Goedeke, Dt. Dichtg. im MA. 2 ,S.27. Piper, Geistl. Dichtg. 1, 305-9. 1871, S.75f.; Jellinghaus, Pauls Grundr. 2Marien Klage als geistliches Spiel: Hoffmann, 373; Stammler, Gesch. d. nd. Lit., 1920, S.67f.Fundgruben 2, 259-83. 6 Hgb. G. Kühl, Nd. Jahrb. 24, 1899, 1-75

3 Hgb. Gust. Milchsack, Unser vrouwen u. Musikbeilage 1-14. Jellinghaus aaO.;Klage, Beitr. 5, 193-257, Nachtr. ebda 7, Stammler aaO. S.68.

201 f.; Schade, Geistl. Gedichte d. XIV. u.