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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Das Leben Jesu und der Jungfrau Maria

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des jüngsten Tages, das jüngste Gericht. Epilog; insgesamt 6593 Verse. DenNamenErlösung" hat Bartsch dem Gedichte gegeben (Ausg. S. II). AlsQuellen benutzte der Dichter die Bibel, die Historia scholastica des PetrusComestor, Ev. Nicodemi und Ev. Pseudomatthaeus.

Die Heimat des Gedichtes ist, aus der Mundart zu schließen, Hessen. Vielumstritten ist die Verfasserfrage. Früher hat man im Anschluß an Bartschangenommen, die Erlösung und das Gedicht von der heiligen Elisabeth (ed.Rieger) seien das Werk ein und desselben Dichters. In der Tat bestehen starkeÜbereinstimmungen. Nach den neuesten Untersuchungen von Maurer wer-den aber doch wohl zwei verschiedene Verfasser anzunehmen sein. 1 Da dieheilige Elisabeth nach 1277 entstanden ist (s. unten Elisabeth beiLegenden-romane") und zeitlich wohl vor die Erlösung fällt, so wäre die Entstehungs-zeit des letzteren Werkes in die ersten zwanzig Jahre des 14. Jahrhundertszu setzen (Maurer, ZfdPh. 56, 183).

Der Dichter war ein Geistlicher, ein kenntnisreicher Mann, auch in derweltlichen Literatur belesen (vgl. Vers 6506 ff.); er bezieht sich auf den Gral,Iwein, Parzival, Tristan und ist von Gotfrid stilistisch beeinflußt. 2 Er hat denAufbau seines groß angelegten Werkes selbständig mit Auswahl und dogmati-schen Erörterungen geordnet.

Im Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Erlösung zu einem We ihn ach ts-spiel bearbeitet, von dem aber nur ein Bruchstück erhalten ist. 3

Der Blütezeit der höfischen Dichtung gehört Konrad von Fussesbrun-nen, der Dichter der Kindheit Jesu, 4 an. Beheimatet in der Gegend von

1 Zwei verschiedene Verfasser: C. Schmidt,Leitzmann, Bauer, Maurer; die Frage istin bezug auf die verschiedenen Ansichten ein-gehend behandelt von Maurer, Über Gleich-setzung aaO. Für Einheit: Bartsch, Rie-ger, Ausg. der Elisabeth, Zwierzina, Sie-vers, Bauer, Schröder. Zur gleichen Litera-turgruppe wie Erlösung und Elisabeth gehörtdas Gedicht von Marien Himmelfahrt derGießener Hs. (s. unten) Schröder, Gott.Nachr. 1931, 12 ff.

2 Sprache: Bartsch, Ausg. S. XX f., Germ.7,2ff.; Zwierzina, Anz.26, Reg. S.347. 27,Reg. S.343; Krauss, Dt. Gedichte des 11.12. Jhs. S. 148; Leitzmann, Beitr. 38, 529 ff.;Maurer, ZfdPh. 56, 167-80. Metrik:Bartsch, Germ. 7, 9 ff.; Maurer aaO. S.173 f. Zum Stil sind Beispiele vonge-blümet rede" (V. 85) zu bemerken und Vier-reime (im Prolog). H. Lichtenberg, D.Ar-chitekturdarstellungen in d. mhd. Dichtg.,1931, 24-26.

3 Bartsch, Germ. 7,35 f.; Mone, Ad. Schau-spiele S. 12; Koberstein 1 5 ,385 f. u. Anm.24.25.

4 Ausg. K. Kochendörfer, Die KindheitJesu, QF.43, 1881 (nach allen Hss.), dazuStrauch, Anz. 8, 217-22, Schönbach, DLz.1882, 605, Cbl. 1882, 1593, s. Schönbach,

ZfdA. 27, 65-70; Hahn, Gedichte d. 12. u.13. Jhs., 1840, S. 67-102 (Hs. B); Jul. Fei-falik, 1859 (Hs. A), dazu Bartsch, Germ.5,247-56; Emil öhmann, Zur Kindheit JesuKonrads v. F., Annales Universitatis Aboen-sis Ser. B. Tom. VIII, 1929 (Ausg. von Bruch-st. L), dazu Schröder, Anz. 48, 124-26 u. s.ZfdA. 66,141-47, Ehrismann, Lbl. 1930,4.Abhandl. Öhmann, Reinbots Heil. Georg u. d.Kindh. Jesu, ZfdA. 68, 270-73. Heimat:Pfeiffer, ZfdA. 8,160 f.; Diemer, Wien, SB.18, 1856, 260-69 = Diemer, Kleine Beitr. 3,66; M.A.Becker, Blätter d. Ver. f. Landeskde.von Niederösterreich 1886, dazu Kochen-dörffer, Anz. 13, 299f.; Leitzmann, ZfdA.67, 169-73; Schröder, ebda S. 174-76.Stand: Kluckhohn, ZfdA. 52, 162. Ver-fasserfrage: Aug. Gompert, De tribus car-minibus theotiscis, Diss. Halle 1861, dazuBartsch, K. v. Fussesbrunnen u. K. v. Hei-mesfurt, Germ. 8, 307-30; Kochendörffer,Ausg. S. 2. 3 Hss. u. 9 Bruchst.: Kochen-dörffer, Ausg. S.4-25. 56-58; FeifalikS.6f.; öhmann S.5; Gompert, De tribuscarm. aaO. u. Progr., Königsberg in d. Neu-mark, 1866; Schröder, ZfdA. 48, 125.Bruchst.: Leyser, Anz. f. Kunde d. dt. MA.sII, 1833, 96 ff.; Mones Anz. 8, 1839,200-203;Haupt, ZfdA.3,304-8;BARTSCH,Germ.24,200;