360 Die geistliche Dichtung des 13. Jahrhunderts
Bruchstücke eines umfangreichen Gedichtes des 14. Jahrhunderts, worinBeziehungen zum Alten und zum Neuen Testament vorkommen, sind heraus-gegeben von Schröder, ZfdA.69, 300 f.
Das Leben Jesu und der Jungfrau Maria
Die gesamte Heilsgeschichte vom Sündenfall bis zum jüngsten Gerichtist zusammengefaßt in dem Gedichte „Die Erlösung". 1 Inhalt: Prolog Vers1-104. — V. 105-348: Durch den Sündenfall haben die Menschen GottesZorn verschuldet. 349-504: Gott sitzt zu Gericht auf seinem Thron, dessenPracht beschrieben wird, umgeben von den himmlischen Heerscharen, um zuberaten, was der Mensch für seine Missetat leiden soll. 505-1156: Da tretendie Töchter Gottes, Barmherzigkeit und Friede, für den Menschen ein; Wahr-heit und Gerechtigkeit sprechen dagegen. 2 Der Streit wird endgültig geschlich-tet dadurch, daß der Sohn aus Liebe Mensch werden und für den Menschenleiden will. Gott entsendet Boten in alle Länder, daß ein Erlöser kommenwerde. 1157-2389: Folgen die Patriarchen und Propheten, die Christusweissagten. 2390-2477. Dann beginnt das Neue Testament: Zacharias undElisabeth, Preis der Gottesmutter, Verkündigung des Engels, Geburt desJohannes, Zacharias' Lobgesang, die Geburt Jesu (2897), die drei Kö-nige, Flucht nach Ägypten und Rückkehr, der zwölfjährige Jesus, Taufeim Jordan. 2478-5613. Die weitere Geschichte Jesu wird nur kurz berichtet;der Schwerpunkt wird auf die Erlösungstat gelegt: Christi Leiden, Kreuzigung,Auferstehung und Himmelfahrt. 5614-5811: Marien Himmelfahrt. Den Schluß5812-6567 machen die letzten Dinge: der Antichrist, die fünfzehn Zeichen
Reimvorreden des Sachsenspiegels S.27. 33. -37. 6, 223; C. Schmidt aaO.; Leitzmann,
87; Leitzmann, ZfdA. 53,62 f. Beitr. 38, 542-47 (zu Elisab. u. Erlös.); Mau-
Stil: Fischer,. Germ. Abhandl. S. 67-78. Be- rer, Überlieferung u. Textkrit. der Erlösung,
einflußt ist Brun von Wolfram, aus dessen ZfdA. 68, 196-214; Ders., Stammlers Verf.lex.
Parz. u. Willeh. er viele Stellen wörtlich aus- 1, 582-85; — 6 Hss., 1 Bruchst.: Maurer,
geschrieben hat, Fischer Ausg. S. XIX; Überlieferung u. Textkrit. aaO. (vollständ.
Breucker, Diss. S. 44-48 u. Nd. Jahrb. aaO. Aufzählung u. textkrit. Bewertung).
S. 124-28; Leitzmann S. 63-66. Metrik: Fi- 2 Der Stoff war beliebt. Ein thüringisches
scher, Ausg. S. LV-LVII u. Germ. Abhandl. Gedicht, zweite Hälfte 13. Jh., 485 V., ist hgb.
S. 78-88. von Bartsch, Erlösung S. VIII-XXI. Auch
1 Ausg.: K. Bartsch, 1858; Friedrich in einem mittelfränk. Gedicht von der Minne
Maurer, 1932; älterer Auszug: Massmann, Jesu, das dessen Leben erzählt (923 V.) und
ZfdA. 2, 130-58. — Abhandl.: Bartsch, Der am Schluß die Mynnenrede genannt ist,
Dichter der Erlösung, Germ. 7, 1-43; Zwier- hgb. von Heinzel, ZfdA. 17, 1-43 mit einem
zina, ZfdA.44, 1 ff. 345 ff. 45, 19 ff.; Carl „Excurs üb. den Mythus von den vierTöch-
Schmidt, Stud. z. Textkritik der Erlösung, tern Gottes" S. 43-51; s. hierzu Scherer,
Marburg. Diss. 1911; Leitzmann, Elisabeth ZfdA. 21, 414-16; ein lat. Gedicht „Scheirer
u. Erlösung, Marburg Diss. 1911; Leitzmann, Rhythmus der Erlösung" hgb. von Aug.
Elisabeth u. Erlösung, Beitr. 38, 529-47. 43, Hartmann, ZfdA. 23, 173-89, beginnt mit
28; Sievers, ebda 54, 308-12; Fr. Maurer, den 4 Töchtern; s. auch Carl Klinke, D.
Üb. Gleichsetzung der Verfasser bei anonymen volkstüml. Paradiesspiel, Germ. Abh. 19,
ad. Dichtungen u. die Einheit von Erlösung 1902, 3 f.; Matthaei, Das „weltliche Klöster-
und Elisabeth, ZfdPh. 56, 146-83; Erich lein"... 1907 (s. unten unter Allegorien);
Klibansky, Gerichtsszene u. Prozeßform, Strothmann, Die Gerichtsverhandlg. als lit.
1925, 30 f.; Georg-Karl Bauer, Erlösung u. Motiv, 1930, 45-58 u. 58-69. — Die Quelle
Elisab., Würzbg. Diss. 1929; Schröder, Gott, des Streites der 4 Personifikationen ist Ps. 84,
Nachr. 1931, 12 f. — Textkritik u. Stellen: 11.Bartsch, Germ. 7, 38^3; Bech, ebda 3, 328